Ingolstadt gewinnt das erste Spiel unter Neu-Trainer Walpurgis Es wird wieder heller

Darmstadt. Von Maik Walpurgis ist ja noch nicht so viel bekannt. In Westfalen ist der 43 Jahre alte Fußballtrainer zwar eine Weltberühmtheit, im Rest von Fußball-Deutschland aber auch nach seiner überraschenden Berufung als Bundesligatrainer beim oberbayerischen FC Ingolstadt vor sechs Tagen ein weiterhin fast unbekannter Novize.
20.11.2016, 00:00
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Von TOBIAS SCHÄCHTER

Darmstadt. Von Maik Walpurgis ist ja noch nicht so viel bekannt. In Westfalen ist der 43 Jahre alte Fußballtrainer zwar eine Weltberühmtheit, im Rest von Fußball-Deutschland aber auch nach seiner überraschenden Berufung als Bundesligatrainer beim oberbayerischen FC Ingolstadt vor sechs Tagen ein weiterhin fast unbekannter Novize. Am Samstag feierte dieser Walpurgis in seinem ersten Spiel als Cheftrainer in Liga eins gleich den ersten Sieg. Das 1:0 beim SV Darmstadt 98 war zugleich der erste Erfolg für den FCI in dieser Saison überhaupt, sein unglücklicher Vorgänger Markus Kauczinski hatte ja nur zwei Punkte erobert.

Warum Trainerwechsel Wirkung zeigen, sei manchmal nicht zu erklären, meinte Walpurgis nachher. In die Leistung des FCI sollte man vielleicht nicht zu viel hinein interpretieren, das Spiel hätte auch 1:0 für Darmstadt ausgehen können, die beiden Teams konnten nicht verstecken, dass sie bei Erreichen von Platz 16 nach Ende der Saison eine überragende Runde gespielt hätten.

Den Ingolstädtern war es aber an diesem Tag egal, sie hatten den Sieg gebraucht wie ein Wanderer in der Wüste Wasser. Plötzlich ist wieder Hoffnung, wo vorher Hoffnungslosigkeit war. Walpurgis meinte: „Die Durststrecke war schwierig für alle, deshalb bin ich jetzt total froh, über die drei wichtigen Punkte.“ Kapitän Marvin Matip sprach von einem „Riesenschritt in die richtige Richtung“: „Der Sieg nährt die Hoffnung, dass wir die Bundesliga verteidigen können.“ Ingolstadt liegt nach den Punkten drei, vier und fünf plötzlich nur noch drei Zähler von Darmstadt entfernt, die Lilien und ihr Trainer Norbert Meier wurden erstmals von ihren Fans ausgepfiffen.

Dass in Ingolstadt die Wahl von Manager Thomas Linke und Geschäftsführer Sport Harald Gärtner auf Walpurgis fiel, kam für viele überraschend. Jene, die ihn kennen, sagen über diesen Trainer, er könne begeistern und sei eine Erscheinung, wenn er die Kabine betritt. Fast 1,90 Meter groß ist der Mann mit dem rötlichen Haar und ein wuchtiger Typ. Nach dem Abpfiff feierte er zunächst alleine mit gestrecktem, linken Zeigefinger. Danach aber herzte er seinen wesentlich berühmteren Co-Trainer Michael Henke so kräftig, dass dieser – ein ebenfalls nicht kleiner Mann – fast aus dem Gleichgewicht geraten wäre.

In Jeans, schwarzen Schuhen und schwarzer Jacke coachte Walpurgis sein erstes Bundesligaspiel. In der zweiten Halbzeit zog er noch eine dickere Jacke drüber. Unter der wurde es ihm abwechselnd warm und kalt: Mit einem Traumtor per Direktabnahme durch Moritz Hartmann ging seine Elf nach 68 Minuten in Führung. Walpurgis kam in der Schlussphase noch schwer ins Schwitzen: Aber in alle Schüsse warfen sich die Ingolstädter Abwehrspieler und Torwart Martin Hansen, der den Vorzug vor Örjan Nyland bekommen hatte, heroisch und retteten so den Sieg.

Taktisch und personell hatte Walpurgis nicht viel verändert, nur dass Anthony Jung im linken Mittelfeld spielte, war überraschend. Der Trainer hatte seinen Spielern unter der Woche vor allem Mut zugeredet und sie an erfolgreichere Zeiten erinnert. „Die Spieler dürfen in so einer Situation nicht alles glauben, was sie denken“, meinte Walpurgis.

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