CHIO in Aachen Experiment: Klimke reitet in zwei Disziplinen

Beim CHIO in Aachen sorgt Ingrid Klimke in dieser Woche für eine Premiere der ganz besonderen Art: Sie reitet für zwei Mannschaften. Das ist vor allem wegen ihres berühmten Vaters besonders emotional.
27.06.2022, 12:34
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

In seinem letzten Jahr als Sportchef des größten Reitturniers der Welt erlebt Frank Kemperman noch einmal ein einzigartiges Experiment.

„Eine Reiterin in zwei Disziplinen im Team, das gab es noch nie“, betont der Niederländer vor der Eröffnungsfeier des CHIO am Dienstag in Aachen. Die vielfach mit Gold dekorierte Ingrid Klimke hat das bisher einmalige Kunststück vollbracht, sich in diesem Jahr sowohl in der Vielseitigkeit als auch in der Dressur einen Platz in der deutschen Nationalmannschaft zu sichern.

„Die Vorfreude ist noch größer als sonst“, sagt Klimke. Es sei „natürlich ganz besonders und aufregend“ für zwei Nationalteams bei einem Turnier zu reiten. In der Vielseitigkeit ist die 54-Jährige aus Münster seit vielen Jahren die erfolgreichste Reiterin der Welt. Bei EM, WM und Olympia sammelte sie insgesamt zehn Goldmedaillen - doch jetzt reitet sie auch noch im Dressur-Nationalteam und darf sogar auf einen Platz im WM-Team hoffen.

Reit-Familie

Die Dressur spielt eine sehr spezielle Rolle bei den Klimkes, daher sei es „besonders emotional für unsere ganze Familie“, sagt sie. „Meine Mutter hat schon gesagt, dass es schade ist, dass Papa das nicht sehen kann“, berichtet die Ausnahmereiterin. Sechs olympische Goldmedaillen gewann ihr Vater Reiner Klimke, drei davon mit dem berühmten Ahlerich.

Was leicht übersehen wird: Reiner Klimke begann seine Karriere in der Vielseitigkeit, dem Wettkampf mit den drei Teildisziplinen Dressur, Geländeritt und Springen. Er siegte unter anderem bei der EM 1959 mit dem deutschen Team. Die Tochter ist in dieser Sportart allerdings deutlich erfolgreicher, gewann alleine bei Europameisterschaften sechs Goldmedaillen.

In Aachen ist Ingrid Klimke schon häufiger neben der Vielseitigkeit in der Dressur geritten, allerdings bisher nur in den Rahmenwettbewerben des CHIO. Aber nach der deutschen Meisterschaft in Balve nominierte Bundestrainerin Monica Theodorescu die vielseitige Reiterin mit Franziskus erstmals für die Dressur-Mannschaft. „Ihren Platz im Team hat sie sich absolut verdient“, sagt Theodorescu. „Sie hat sich das durch ihre Leistungen erritten.“

Enger Zeitplan

Ein kleines Problem gibt es allerdings noch. Das Programm von Turnierchef Kemperman, der nach 29 Jahren beim CHIO in den Ruhestand geht, sieht am Samstag ab 9.35 Uhr den Geländeritt vor und ab 8.30 den Grand Prix Special der Dressur-Mannschaften. Das könnte verdammt eng werden für Ingrid Klimke, je nach den Ergebnissen der Vortage. „Das wird schon passen - oder passend gemacht“, sagt die Dressur-Bundestrainerin salopp.

Klimke sagt: „Von der Geländemontur in den Dressurfrack, das muss flott gehen.“ Unterstützung bekommt sie von Pferdepflegerin Carmen Thiemann und der Familie. „Greta nimmt ihre Reitsachen mit“, sagt sie über ihre Tochter, die im Vorjahr U21-Doppel-Europameisterin geworden ist. Greta Busacker könnte zur Not das Aufwärmprogramm übernehmen, sie „hat Franziskus auch schon ein paar Mal geritten“. Fröhlich und lässig sagt Ingrid Klimke: „Alles eine Sache der Organisation.“

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