7. McDonald's Junior-Cup Fabio Palombi beschert Bayer 04 den Pott

Delmenhorst. Fabio Palombi - ein Name wie eine Melodie, wie ein Versprechen. Er klingt nach Spielwitz, Raffinesse und irgendwie auch nach bella Italia. Beim Fußball-Nachwuchs des Hamburger SV dürfte sich der Name auf jeden Fall tief ins Gehirn eingebrannt haben, als ein Synonym für Gegentreffer.
14.06.2010, 12:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Rainer Jüttner

Delmenhorst. Fabio Palombi - ein Name wie eine Melodie, wie ein Versprechen. Er klingt nach Spielwitz, Raffinesse und irgendwie auch nach bella Italia. Beim Fußball-Nachwuchs des Hamburger SV dürfte sich der Name auf jeden Fall tief ins Gehirn eingebrannt haben, als ein Synonym für Gegentreffer. Gleich dreimal langte die personifizierte Torgefahr im Finale des 7. McDonald's Junior-Cups zu und machte damit sein Team von Bayer 04 Leverkusen beim 3:1-Sieg fast im Alleingang zum neuen Titelträger.

Für Cheforganisator Michael Zoll hatte der Leverkusener Erfolg die angenehme Nebenwirkung, sich doch nicht um einen neuen Wanderpokal kümmern zu müssen. Denn die Borussia aus Dortmund, die sich in den beiden vergangenen Jahren durchgesetzt hatte, belegte am Ende Platz elf.

Bei Leverkusens Trainer Burak Yildirim kamen nach Abpfiff der souverän leitenden Schiedsrichterin Nicole Fink Erinnerungen an das Premierenjahr hoch, denn 2004 hatte sich sein Team zum ersten Mal den Pott geholt. 'Damals hatten wir schon einen außerordentlich starken Jahrgang dabei, diesmal haben wir aber insgesamt eine wirklich klasse Leistung gezeigt. Vielleicht ist dieser Sieg darum auch noch etwas Besonderes', sagte Yildirim.

Wie dem auch sei, riesig gefreut haben sich seine Jungs sowieso. Und als sie eingerahmt von den Organisatoren Michael Zoll und Manfred Imhoff, Bürgermeister Sascha Voigt, Weser-Kurier-Regionalchef Peter Voith und McDonald?s-Sprecherin Regina Klausch das goldene Ungetüm von Pokal in den Delmenhorster Himmel stemmten, bedankten sich die Talente bei den rund 2500 Zuschauern im Stadion mit ihrem Schlachtruf: 'Wir schlafen nicht auf Betten, wir schlafen nicht auf Stroh. Wir schlafen auf Tabletten, das ist bei Bayer so.'

Von Leverkusener Schlaftabletten konnte angesichts des souveränen Auftritts der Gäste aus dem Westen allerdings kaum die Rede sein. Nach einer tadellosen Vorrunden-Vorstellung kam der einzige Patzer - 0:2 gegen Rapid Wien - offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt als Hallo-Wach-Pille. Im Finale war die Entscheidung bereits nach dem Palombi-Doppelschlag gefallen. 'Jetzt geben wir das Ding nicht mehr ab, und wenn wir bis nach Leverkusen laufen müssen', war sich Burak Yildirim sicher. Lediglich der Gegentreffer von Nicolaj Rörström sollte in diesem hochklassigen Endspiel der einzige Schönheitsfleck auf der Bayer-Weste bleiben.

Erstaunlich gut schlug sich mit dem VfB Oldenburg auch eine Mannschaft aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Als einziges Nachwuchsteam eines Nichtbundesligisten unter die letzten Acht zu kommen, war schon aller Ehren wert. Trainer Oliver Höpe und sein Co Holger Oltmanns konnten zurecht stolz auf ihr Team sein, bei dem nach der 0:2-Halbfinalniederlage gegen Leverkusen im Spiel um Platz drei allerdings die Luft raus war. Interessant auch, dass die Oldenburger beispielsweise ohne festen Torwart spielten. 'Bei uns durchläuft nahezu jeder einmal alle Positionen. Auch im kleinen Finale haben wir weiter an unserer Wechsel-Philosophie festgehalten', sagte Oliver Höpe. Holger Oltmanns sah den tollen Auftritt seiner Jungs etwas wehmütig an. 'Das waren drei tolle Jahre, jetzt übernehmen wir in der nächsten Saison wieder die neue U11.'

Erwartungsgemäß blieb den Mannschaften aus der Region in diesem herausragenden Teilnehmerfeld der Weg in die Masterrunde verwehrt. Neben Werder Bremen und VfB Oldenburg konnte lediglich der starke TSV Weyhe-Lahausen in die Gilde der Großen einbrechen. Dennoch durfte zum Beispiel der FC Hude mit Platz 31 unter 48 Mannschaften und einer insgesamt ordentlichen Vorstellung vollauf zufrieden sein. Von den Delmenhorster Teams belegte der DBV mit Rang 33 die beste Position, nachdem der Delmenhorster TB im direkten Duell mit 3:2 bezwungen werden konnte.

Letztlich dürften solche nackten Resultate aber eher Nebensache sein. Was zählte, waren neben den bemerkenswerten Darbietungen der technisch beschlagenen Youngster der Bundesligavereine, doch vor allem auch die vielen emotionalen Szenen, in denen sich die Zehn- und Elfjährigen voll ins Zeug legten, ob nun himmelhoch jubelnd nach Siegen oder todtraurig nach Niederlagen. Denn allein ein Teil eines solchen Nachwuchsturnieres zu sein, das in der Qualität seiner teilnehmenden Mannschaften in Deutschland seinesgleichen sucht, sollte für die E-Junioren bereits genug Motivation bedeuten. Wer kann später schon seinen Enkeln davon erzählen, einmal gegen den FC Genua, Rapid Wien oder Celtic Glasgow gespielt zu haben?

Genau in diesem direkten Aufeinandertreffen der deutschen und europäischen Spitzenklubs dieser U11-Jahrgänge mit den Mannschaften der kleinen Vereine liegt doch gerade dieser ganz besondere Reiz, der auch den 7. McDonald's Junior-Cup wieder einmal zu einem echten Leckerbissen für die Freunde des gepflegten Nachwuchsfußballs gemacht hat.

Michael Zoll, Manfred Imhoff und die zahlreichen Helfer aus allen Delmenhorster Vereinen haben wieder einmal herausragende Arbeit abgeliefert. Gestern war Michael Zoll darauf allerdings nicht mehr anzusprechen: 'Ich bin im Moiment nur froh, dass das Turnier vorbei ist. Jetzt bin ich einfach nur fertig.'

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