Ex-Auricher Leif Brandt feiert beim Handball-Oberligisten SVGO seine Heimpremiere Familien-Zusammenführung

Grambke. „Endlich ist die Familie wieder zusammen.“ Leif und Erik Brandt stehen einträchtig lächelnd und vor allem zufrieden zusammen, als ihre erste gemeinsame Trainingseinheit beim SV Grambke-Oslebshausen beginnt.
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Von Olaf Kowalzik

Endlich ist die Familie wieder zusammen.“ Leif und Erik Brandt stehen einträchtig lächelnd und vor allem zufrieden zusammen, als ihre erste gemeinsame Trainingseinheit beim SV Grambke-Oslebshausen beginnt. In der D-Jugend hatte das Handball-Duo zuletzt beim ATS Bexhövede in einem Team gespielt, jetzt begeben sich die Brüder beim Oberligisten in gelb-blau erstmals wieder vereint auf die Torejagd. Am Sonnabend um 16 Uhr feiern sie ihre Familienzusammenkunft erstmals in der Sperberstraße gegen den TV Bissendorf-Holte.

„Es war schön, nach fünf Monaten wieder auf der Platte zu stehen“, genoss Leif Brandt seinen ersten Einsatz beim SVGO spürbar. So lange hatte der Neuzugang vom Drittligisten OHV Aurich kein Pflichtspiel mehr absolviert. Dass seine Premiere bei der 26:35-Niederlage in Cloppenburg nur teilweise geglückt war, hatten einige im Umfeld sicherlich anders erhofft, eine Überraschung war das gegen die heimstarken Niedersachsen aber beileibe nicht.

„Ein Spieler alleine kann ja auch keine Mannschaft retten“, sagt Leif Brandt. Recht hat er, trotzdem gilt er beim SVGO als Hoffnungsträger. Wen wundert es, bei deren enger Besetzung in der zweiten Reihe. „Mit ihm steigen unsere Chancen in dieser starken Liga auf den Klassenerhalt“, ist sein Trainer Uwe Feldermann überzeugt.

„Und er ist auch ein wichtiges Signal für andere Spieler, ebenfalls bei uns mit einzusteigen.“ Bislang kommen nämlich zehn der 15 Grambker Oberliga-Spieler aus dem eigenen Stall. Das ist zwar einerseits eine beachtliche Quote, was die eigene Nachwuchsarbeit angeht, „aber wir brauchen natürlich auch welche von außerhalb“, betont Uwe Feldermann.

Leif Brandt ist solch eine wichtige Blutauffrischung. Mit 1,92 Meter Körperlänge stattlich gesegnet, ist er der Mann, den die Gelb-Blauen im Rückraum händeringend gesucht hatten. Er ist in der Lage, neben seinem Bruder Erik wechselweise auf der Angriffsmitte und halblinks die gegnerischen Abwehrreihen in Schutt und Asche zu legen. Abgesehen davon kann er auch auf halbrechts auftauchen, wenn es notwendig sein sollte, weil Nils Zittlosen mal ein schlechten Tag haben sollte.

Mehrwöchige Trainingspause

In Cloppenburg merkte man ihm aber noch seine neunwöchige Trainingspause an. Immerhin traf er gleich fünfmal ins Schwarze – bei drei Fehlwürfen. „Ich werde noch so etwa zwei bis drei Wochen brauchen, bis ich in Topform bin“, wirbt der 24-Jährige um Verständnis. Außerdem muss er sich ja erst noch an die neue Umgebung und den Spielstil des Teams gewöhnen. Das gilt auch im Zusammenspiel mit seinem Bruder Erik: „Wir kennen uns natürlich besser, aber auch das braucht seine Zeit“, sagt der Novize im Dress des SVGO.

Freuen dürfen sich die Grambker Zuschauer auf jeden Fall auf einen durchschlagskräftigen Spieler, der in seinen vier Jahren beim OHV Aurich 387 Tore erzielt hat. Das macht im Schnitt fast 97 Tore pro Saison. Daher kann er bei seinem neuen Klub auch getrost als „Königstransfer“ bezeichnet werden, der zusammen mit seinem Bruder und Nils Zittlosen im Rückraum seine Strahlkraft entfalten wird.

Seine handballerische Vita hat es ebenfalls in sich: Schon in der C-Jugend wechselte Leif Brandt zur Kaderschmiede des SC Magdeburg, bei der er bereits mit 15 Jahren einen eigenen WG-Haushalt mit einem Sportkameraden führte. „Das war anfangs schon ganz schön hart“, erinnert er sich an die Zeit, in der er seine Heimat frühzeitig verlassen hatte. Mit den verschiedenen Jugendmannschaften des SCM wurde er Norddeutscher Meister, deutscher Vizemeister und mit der Internatsmannschaft Schüler-Weltmeister in Dänemark.

Auch in Magdeburg gespielt

Nach der A-Jugend spielte er dann ein Jahr in der zweiten Magdeburger Männermannschaft in der zweiten Liga, bevor er sich das Kreuzband riss und danach als ausgeliehener Spieler der HG Köthen in der Drittliga-Relegation knapp dem OHV Aurich unterlag. Dort wechselte er anschließend prompt hin.

Sein Studium verschlägt Leif Brandt mittlerweile nach Bremen und daher zum SV Grambke-Oslebshausen, bei dem sich nicht nur sein zwei Jahre jüngerer Bruder binnen eines Jahres aus der Kreisoberliga zum Rückraum-Shooter aufgeschwungen hat, sondern bei dem auch sein Vater Ralf Co-Trainer ist.

„Die Familie war ein wichtiger Wechselfaktor“, erzählt der Blondschopf, der auch Angebote von Ober- und Drittligisten aus der Region vorliegen hatte. „Ich wollte aber auch nicht mehr Vertragsspieler mit all den dazugehörigen Verpflichtungen sein.“ Jetzt wohnt er wieder in Loxstedt und freut sich auf seine neue Aufgabe beim SVGO.

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