RITTERHUDE BADGERS Fassungslosigkeit am Moormannskamp

Was ist nur mit den Ritterhude Badgers los? Da führt das Team in der Football-Regionalliga gegen die Braunschweig Lions II mit 21:0. Am Ende steht eine niederschmetternde 21:27-Niederlage zu Buche.
03.06.2018, 20:36
Lesedauer: 2 Min
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Von JAN-HENRIK GANTZKOW

Ritterhude. Die Ritterhude Badgers mussten im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft der Braunschweig Lions auf bittere Art und Weise erleben, wie dramatisch American Football sein kann: Bis weit ins letzte Viertel führten die „Dachse“ im Regionalliga-Duell verdient mit zwei Touchdowns Vorsprung, verspielten diesen aber in den letzten Minuten noch und mussten sich nach einer spektakulären Schlussphase letztlich mit 21:27 geschlagen geben.

Dementsprechend herrschte im Moormannskampstadion vor allem eines: unermessliche Fassungslosigkeit. „Es ist unglaublich, dass wir diese Partie verlieren. Das haben wir uns aber selber zuzuschreiben, denn es reicht eben nicht, wenn man dreieinhalb Viertel Football spielt. Wir haben zu früh abgeschaltet und deswegen ist es am Ende sogar eine verdiente Niederlage“, ärgerte sich Ritterhudes Headcoach Robert Schulz vor allem über den unkonzentrierten Auftritt im zweiten Abschnitt.

Da verspielten die Hausherren eine komfortable Ausgangssituation, die sie sich durch eine starke erste Hälfte erarbeitet hatten. Nur wenige Minuten waren gespielt, da fand Quarterback Maximin Lange nach einem langen Drive den stets anspielbaren Tobias Kruschinski in der Endzone und sorgte so für die Führung. Oftmals spielte die Offensive in der ersten Hälfte sehr variabel und hebelte die Braunschweiger Abwehr durch kluge Spielzüge immer wieder aus. Und auch die Ritterhuder Defensive präsentierte sich in der ersten Halbzeit einmal mehr in bestechender Form: So erzwang die gewohnt aggressive Defensive Line einen Fumble in der gegnerischen Endzone und Marius de Freese besorgte den zweiten Touchdown des Tages.

Der starke Lasse Hinders blockte darüber hinaus noch einen Fieldgoal-Versuch der Gäste und Paul Klinge wusste mit zwei Interceptions zu überzeugen. Als Lange dann aus fünf Yards erneut Tobias Kruschinski bediente und die Gastgeber auf 21:0 davonzogen, hofften viele der lautstarken Fans schon auf einen echten Kantersieg. Doch noch vor dem Seitenwechsel kam die GFL-Reserve der Lions mit ihrem ersten wirklich guten Pass zu den ersten Punkten und durfte wieder hoffen. Auch weil ein weiterer Badgers-Touchdown wegen einer fragwürdigen Entscheidung des Schiedsrichterteams zurückgenommen wurde.

Insgesamt verteilten die Referees viele Strafen gegen die Gastgeber, pfiffen einige aussichtsreiche Situationen zurück und zogen sich damit den Unmut des Publikums zu. Robert Schulz blieb trotz einiger ärgerlicher Entscheidungen aber ein fairer Verlierer: „An den Schiedsrichtern lag es nicht, diese Niederlage haben wir nur uns zuzuschreiben“, so Schulz. Und in der Tat waren es die Dachse selber, die den Gegner zurück in die Partie holten: Die Offensive bewegte den Ball kaum noch und kam zu keinen weiteren Punkten.

Auch die Defensive konnte in der dramatischen Endphase nicht mehr dagegenhalten. Selbst ein Ballgewinn von Hinders an der eigenen 1-Yard-Linie gab den Hammestädtern keinen Aufwind mehr und binnen drei Spielzügen kippte die Partie endgültig. Einem langen Touchdown-Pass ließen die Lions einen gelungen Onside-Kick folgen, nur um einen Spielzug später durch einen weiteren tiefen Pass auf 20:21 zu verkürzen. Zwar konnte Daniel Reffelmann den anschließenden Kick sogar noch blocken, das Selbstvertrauen der Gastgeber war aber dahin und in den letzten Sekunden konnten die Gäste nach einem weiteren Pass in die Endzone tatsächlich über den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg jubeln.

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