Fußball-Bezirksliga Faulhaber genießt die Stenumer Ruhe

Ganderkesee-Stenum. Seit fast einem Monat ist Ralf Faulhaber nun Trainer des VfL Stenum, und aus seiner Freude darüber, wieder mit einer Mannschaft arbeiten zu können, macht der 41-Jährige keinen Hehl.
24.07.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Faulhaber genießt die Stenumer Ruhe
Von Christoph Bähr

Ganderkesee-Stenum. Seit fast einem Monat ist Ralf Faulhaber nun Trainer des VfL Stenum, und aus seiner Freude darüber, wieder mit einer Mannschaft arbeiten zu können, macht der 41-Jährige keinen Hehl. Dabei stellt sich die Situation beim Fußball-Bezirksligisten alles andere als sorgenfrei dar: Verletzungen und kurzfristige Abgänge ließen den Kader schrumpfen. Um Ersatz bemühte sich Faulhaber vergeblich.

Eine leichte Aufgabe hat Ralf Faulhaber wahrlich nicht übernommen. Der neue Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Stenum wurde erst recht spät verpflichtet, muss aus dem großen Schatten seines beliebten Vorgängers Jürgen Hahn treten und verfügt derzeit über einen Kader, der auf Kante genäht ist. Faulhaber, den alle nur "Schoko" nennen, ist aber jemand, der sich glücklich fühlt, wenn er auf dem grünen Rasen eines Fußballplatzes steht. Und deshalb spricht der 41-Jährige auch nicht zuerst über Personalsorgen oder sonstige Probleme, wenn man ihn nach seiner neuen Aufgabe in Stenum fragt. Faulhaber sagt im Brustton voller Überzeugung: "Die Arbeit mit der Mannschaft macht mir einen Riesenspaß."

Dabei musste der neue Stenumer Trainer bereits einige Rückschläge verkraften. Trotz intensiver Bemühungen konnte er etwa keine Zugänge an den Kirchweg locken. "Der Verein hat relativ spät bei mir angefragt. Zu dem Zeitpunkt standen viele Spieler schon bei anderen Klubs im Wort", berichtet Faulhaber, der Mitte Mai in Stenum unterschrieb. Auf der anderen Seite haben in Abwehrchef Jörn Poppe (TV Falkenburg), Spielmacher Cüneyt Yildiz (TV Munderloh) und Stürmer Roland Göde (TV Stuhr) drei Leistungsträger den Bezirksligisten verlassen. Roy Rother wechselte aus beruflichen Gründen zum SV Lemwerder. "Der Verlust von Yildiz tut schon weh. Auch dass Göde so kurzfristig gewechselt ist, finde ich schade", räumt Faulhaber ein.

Erschwerend hinzu kommt, dass Stenums Trainer drei am Knie verletzte Spieler auf unbestimmte Zeit entbehren muss. Angreifer Marco Reuschler absolviert zwar schon wieder Lauftraining, soll aber behutsam an die Mannschaft herangeführt werden. Verteidiger Sven Schlundt wurde erst kürzlich am Knie operiert und kann frühestens in der Rückrunde wieder auflaufen. Besonders großes Pech hatte zudem David Kirschberger, der nach einem Kreuzbandriss erst in der Rückrunde der vergangenen Saison auf den Platz zurückgekehrt war: In der letzten Trainingseinheit unter Jürgen Hahn zog sich der Mittelfeldakteur einen Kreuzbandanriss zu und fällt mindestens zwei Monate aus. "Es dürfen sich nicht noch mehr Leute verletzen. Dann wird es eng", meint Faulhaber. 18 einsatzbereite Spieler stehen dem Coach aktuell zur Verfügung. "Der Kader ist immer noch gut besetzt. Wir müssen nun eben ein Stück näher zusammenrücken."

Einstelliger Tabellenplatz ist das Ziel

Trotz der Abgänge und Verletzungen hat Faulhaber einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel ausgegeben. Nachdem Hahn sich mit Rang acht zum Landesligisten VfB Oldenburg II verabschiedete, will der neue Trainer seinem Vorgänger in nichts nachstehen. Taktisch dagegen schlägt Faulhaber einen anderen Weg ein als Hahn: Statt auf ein System mit Libero setzt der 41-Jährige in der Abwehr auf eine Viererkette. Beim Huntemann-Cup in der vergangenen Woche offenbarte die Stenumer Defensive jedoch noch einige Schwächen: Nach einer 0:2-Niederlage gegen den SV Atlas Delmenhorst (1.Kreisklasse) und einem 2:2 gegen den TuS Hasbergen (Kreisliga) schied der Bezirksligist in der Vorrunde aus. Für Faulhaber ist das allerdings kein Grund zur Beunruhigung: "Die Ergebnisse machen mir keine Angst. Ein neues System einzustudieren, braucht Zeit." Wichtig sei, dass die Mannschaft die Einführung der Viererkette voll unterstütze, betont der Trainer.

Überhaupt fühlt sich Faulhaber in Stenum willkommen: "Ich wurde herzlich aufgenommen." Im Vergleich zu seinem ersten Trainerjob beim damaligen Landesligisten TuS Heidkrug, wo er trotz einer guten sportlichen Bilanz im vergangenen September gehen musste, sei in Stenum ein deutlich ruhigeres Arbeiten möglich, findet der frühere Torjäger. Faulhaber hat alles auf den Saisonstart am 5. August beim SV Wilhelmshaven II ausgerichtet. Testspiele wie das heutige gegen GVO Oldenburg (19.30 Uhr) und selbst die Bezirkspokalpartie beim Kreisligisten Harpstedter TB am Sonntag (15 Uhr) sind für ihn eher nebensächlich. "Mit Heidkrug sahen wir vor einem Jahr beim Huntemann-Cup auch nicht gut aus und sind später gegen den Delmenhorster TB aus dem Pokal geflogen", erinnert sich Faulhaber. "Als wir dann aber mit zwei Siegen in die Landesliga gestartet sind, hat das keinen mehr interessiert."

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