Ex-Blumenthalerinnen Saskia Menken, Christina Fortino und Marisa Meyer haben Heimatverein nicht vergessen Faustball-Trio in Moslesfehn im Einsatz

Blumenthal. Fast zehn Jahre ist es her, dass der Blumenthaler TV im Faustball für Furore sorgte und auf dem Feld zum Beispiel deutscher Vizemeister in Seebergen (Ostdeutschland) wurde. Im Jahre 2000 holten die BTV-Damen zuvor sogar den Weltpokaltitel mit dem Erfolg in Windhoek (Namibia) an die Weser, und 1999 sicherten sich die Nordbremerinnen den Europapokal, der damals in Embrach (Schweiz) errungen wurde.
19.03.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Schnell

Blumenthal. Fast zehn Jahre ist es her, dass der Blumenthaler TV im Faustball für Furore sorgte und auf dem Feld zum Beispiel deutscher Vizemeister in Seebergen (Ostdeutschland) wurde. Im Jahre 2000 holten die BTV-Damen zuvor sogar den Weltpokaltitel mit dem Erfolg in Windhoek (Namibia) an die Weser, und 1999 sicherten sich die Nordbremerinnen den Europapokal, der damals in Embrach (Schweiz) errungen wurde.

Hieran hatten auch die damaligen Nationalspielerinnen Bettina Biendara, Saskia Menken und Christina Fortino großen Anteil. Jutta Griesbach (Jugend-Nationalspielerin 1976 bis 1978) sorgte zum Beispiel dafür, dass der Blumenthaler TV im Faustball damals in Deutschland zu einer festen Größe wurde.

Bronzemedaille geholt

Insgeheim hofft man im BTV-Lager natürlich, dass diese Erfolgsgeschichte irgendwann auf dem heimischen Löhsportplatz eine Fortsetzung findet, doch momentan sieht es nicht danach aus, weil Saskia Menken, Christina Fortino und seit rund einem Jahr auch Marisa Meyer für den Erst-Bundesligisten SV Moslesfehn auf Punktejagd gehen. Erst kürzlich sicherte sich das BTV-Ex-Trio die Bronzemedaille bei den deutschen Hallen-Meisterschaften in Neuenbürg.

An diese sehr erfolgreiche Zeit denkt Christina "Bubu" Fortino, die inzwischen auch im BTV-Vorstand als zweite Kassen-wartin tätig ist, noch gerne zurück. "Es ist seit meinem zweiten Lebensjahr mein Heimatverein. So bin ich mit Blumenthal sehr eng verbunden, zumal mein ehemaliger Trainer Uwe Schnibben auch erster Vorsitzender ist". Dennoch zog es die Abwehrspielerin im vergangenen Winter aus personellen und sportlichen Gründen nach Moslesfehn.

Fortino: Keine Reibungspunkte

"Auf jeden Fall macht es natürlich sehr viel Spaß, dort mit Saskia und Marisa zusammen zu spielen, weil es auch keine Reibungspunkte gibt" (Fortino). Zusammen mit Marisa Meyer, "manchmal kommen auch noch Sandra Weigt (Spielerin des Lemwerder TV, Anm. d. Red.) und Daniela Loseke mit, geht es oft Richtung Moslesfehn", so Fortino. Bis vor zwei Jahren trainierte "Bubu" Fortino in Blumenthal auch noch eine weibliche Jugendmannschaft. "Das wurde mir aber auch aus beruflichen Gründen alles etwas zu viel. Wenn meine aktive Laufbahn beendet ist oder nur noch in einer Altersklasse stattfinden sollte, muss ich gucken, wie es zeitlich bei mir aussieht. Ich könnte mir vorstellen, wieder beim BTV etwas aufzubauen - weil ich in Bremen-Nord wohne und auch beruflich in Vegesack arbeite", meinte Fortino.

Mit solchen Abschiedsgedanken beschäftigt sich Marisa Meyer überhaupt noch nicht. Die Ex-Schlagfrau des Blumenthaler TV und Lemwerder TV ist bei ihrem neuen Verein sehr oft auf der rechten, neuen Abwehrseite im Einsatz und fühlt sich dort pudelwohl. "Deshalb habe ich in nächster Zeit auch nicht vor, wieder zu wechseln. Es ist natürlich cool, wie früher mit Saskia und Bubu zusammen zu spielen", äußerte sich Marisa Meyer, die sich nicht vorstellen kann, dass in Blumenthal in Sachen Nachwuchsarbeit etwas entstehen kann. "Wir haben einfach nicht die Voraussetzungen dafür, um noch einmal in höheren Klassen mit zu spielen - da wird zu wenig getan. Wenn dann doch noch etwas passieren sollte, kommt es auf meine Situation an, was in Moslesfehn läuft. Am Ende meiner Laufbahn wäre es natürlich sehr schön, wieder für meinen Heimatverein aufzulaufen" (Meyer).

Saskia Menken wird in der kommenden Feld-Saison ebenfalls noch für Moslesfehn spielen, die aus beruflichen Gründen aber inzwischen in Koblenz wohnt. So kann sich die ehemalige BTV-Leistungsträgerin auch nicht vorstellen, nach Bremen-Nord zurückzukehren. "Ich würde liebend gerne wieder nach Bremen-Nord kommen, aber das habe ich mir einfach abgeschminkt. Die momentane Planung läuft auf das Dreieck Bonn, Köln und Koblenz hin. Es ist utopisch, dass ich jemals wieder in Bremen lebe. Dennoch vergesse ich nicht, wo ich herkomme. Faustball ist und bleibt für mich nur ein Hobby, denn der Beruf geht vor", sagte Saskia Menken.

Der BTV-Abteilungsleiter und Ex-Damen-Coach Claus Drescher hat noch Kontakt zu seinen drei ehemaligen Spielerinnen und hofft natürlich, dass irgendwann faustballmäßig in Blumenthal wieder die Post abgeht. "Beim Freitag-Training sehe ich Marisa regelmäßig, auch kommt Bubu manchmal vorbei. Durch die Vorstandsarbeit gibt es ja auch noch Kontakte", so Drescher. Zur Zeit sind die Blumenthaler mit einer Damen- und Herren-Mannschaft in der Landesliga, in der Mixedklasse sowie einer männliche Jugend vertreten. Kommt der BTV aus dem Hobbybereich wieder heraus? "Im Moment passiert nichts. Aber, wer weiß? Das sollte man nicht ausschließen. Ich würde mich natürlich über eine Unterstützung von Ex-Spielerinnen freuen. Wenn man möchte, kann man schnell etwas Neues beginnen. Zur Not gibt es ja auch ein Telefon", meinte Drescher.

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