Integratives Turnier des Boxring 46 Kirchweyhe / Arzt bremst zwei Lokalmatadore aus Faustrecht gibt es nur zwischen den Seilen

Weyhe-Leeste. Jana Ring kletterte zufrieden aus dem Ring. Kurz pustete die Zwölfjährige Akteurin des Boxring 46 Kirchweyhe durch, dann ließ sie sich zu ihrem Sieg beim Boxturnier 'Integration durch Sport' in Leeste gratulieren. Drei Runden, in denen sie ihre Kontrahentin Alena Rüffer vom TSV Benstorf/Oldendorf dominiert hatte, lagen hinter der Lokalmatadorin - im Gesicht waren fast keine Spuren einer körperlichen und vor allem körperbetonten Anstrengung zu erkennen.
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Faustrecht gibt es nur zwischen den Seilen
Von Malte Bürger

Weyhe-Leeste. Jana Ring kletterte zufrieden aus dem Ring. Kurz pustete die Zwölfjährige Akteurin des Boxring 46 Kirchweyhe durch, dann ließ sie sich zu ihrem Sieg beim Boxturnier 'Integration durch Sport' in Leeste gratulieren. Drei Runden, in denen sie ihre Kontrahentin Alena Rüffer vom TSV Benstorf/Oldendorf dominiert hatte, lagen hinter der Lokalmatadorin - im Gesicht waren fast keine Spuren einer körperlichen und vor allem körperbetonten Anstrengung zu erkennen.

Das junge Talent gehört zu den großen Nachwuchshoffnungen der Kirchweyher, die bisherige Erfolgsbilanz unterstreicht die Ausnahmestellung der Schülerin. 'Ihre große Stärke ist vor allem der Ehrgeiz', lobt Trainer Klaus-Dieter Feldmann, der sich gemeinsam mit Enrico Klebe um die jungen Schützlinge des Vereins kümmert. 'Sie will lernen und sie will gewinnen. Das sind gute Voraussetzungen.' Einziger Knackpunkt: 'In ihrer Klasse ist bei den Mädchen die Auswahl an Gegnerinnen nicht so groß. Daher fahren wir auch schon mal richtig weit, damit sie kämpfen kann', erläutert Feldmann. Wenn es beispielsweise Worms sein muss, dann geht es eben nach Worms.'

Boxverbot für zwei Finalisten

Doch nicht nur für Jana Ring bot sich bei diesem integrativen Boxturnier, das vom niedersächsischen Landessportbund (LSB) initiiert wurde, die Gelegenheit, sich auszuprobieren. Mit Samira Kovacevic und Nadi Karamürsel stellten zwei weitere Eigengewächse ihr Können unter Beweis - und hatten letztlich Grund zum Trauern. Beide Boxer setzten sich zwar in ihren Kämpfen durch, zogen sich jedoch leichte Verletzungen zu, die dem geschulten Auge des Ringarztes Klaus Töpfer nicht entgingen. Kovacevic bekam einen Schlag auf ihre Zahnspange, Karamürsel zog sich eine leichte Rippenprellung zu - letztlich erhielten beide Akteure als Vorsichtsmaßnahme ein Boxverbot fürs Finale. Besonders für Nadi Karamürsel war der Verzicht bitter, hatte er im Halbweltergewicht doch Artjom Sarkisjan bezwungen. Nun rutschte der Göttinger ins Finale und gewann dort überraschend gegen den deutlich erfahreneren Dimitras Cam aus Salzgitter.

Trotz dieser kleinen Rückschläge war Cheforganisator und Vereinschef Rüdiger Förster mehr als zufrieden mit den beiden Turniertagen. 'Ich habe solch eine Veranstaltung hier nicht für möglich gehalten. Einfach toll', erzählt er. Aber einige Probleme gab es dennoch. ' Noch am Freitag habe ich richtig gezittert. Einige Kämpfer haben kurzfristig abgesagt, immer wieder mussten wir umplanen. Es war wirklich wie verhext, aber vermutlich sollte es so sein, denn zuvor war es einfach zu glatt gelaufen.' Auch Axel Knörig, stellvertretender Vorsitzender des Kreissportbundes Diepholz, der sich die Veranstaltung als Zuschauer nicht entgehen ließ, hatte viele warme Worte übrig. 'In dieser Zeit wird viel über Integration gesprochen, aber hier vor Ort wird sie gelebt', erklärte er mit Blick auf die vielen Boxer, Trainer, Betreuer und Fans, die sich in der Halle befanden und über den oft zitierten sogenannten Migrationshintergrund verfügten. Für Jennifer Osthus vom LSB Niedersachsen machte aber gerade

das den besonderen Reiz aus. 'Bei solchen Veranstaltungen, wo viele Unbeteiligte in erster Linie denken, dass das Gewaltpotenzial besonders hoch ist, wird wirklich nur im Ring gekämpft, außerhalb gibt es dagegen überhaupt keine Auseinandersetzungen. Das ist in den meisten Vereinen aber auch eine Grundregel.'

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