B-Junioren in der Niedersachsenliga erfolgreich wie nie / Künftig im Kreis der engeren Titelfavoriten / 13 Abgänge FC Verden 04 nahe am Optimum

Mit einem 5:1 (0:0)-Heimsieg gegen den MTV Treubund Lüneburg, 55 Punkten und Tabellenplatz drei haben die Fußball-B-Junioren des FC Verden 04 am Sonnabend die Niedersachsenliga-Saison 2011/12 abgeschlossen. Seit ihrem Aufstieg im Juni 2009 sind sie in der höchsten niedersächsischen Punktspielklasse noch nie so erfolgreich gewesen. Trainer Boris Jeromin wird nun 13 seiner Schützlinge überwiegend an die A-Junioren des FC Verden abgeben, seit Donnerstag verfügt er jedoch schon wieder über einen 21-köpfigen Kader für die Serie 2012/13, in der er "noch einmal oben mitspielen" will.
25.06.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ehrhard Müller

Mit einem 5:1 (0:0)-Heimsieg gegen den MTV Treubund Lüneburg, 55 Punkten und Tabellenplatz drei haben die Fußball-B-Junioren des FC Verden 04 am Sonnabend die Niedersachsenliga-Saison 2011/12 abgeschlossen. Seit ihrem Aufstieg im Juni 2009 sind sie in der höchsten niedersächsischen Punktspielklasse noch nie so erfolgreich gewesen. Trainer Boris Jeromin wird nun 13 seiner Schützlinge überwiegend an die A-Junioren des FC Verden abgeben, seit Donnerstag verfügt er jedoch schon wieder über einen 21-köpfigen Kader für die Serie 2012/13, in der er "noch einmal oben mitspielen" will.

Verden. Daniel Butzke ist am vergangenen Sonnabend letztmalig für die B-Junioren-Fußballmannschaft des Niedersachsenligisten FC Verden 04 aufgelaufen, er wird in der nächsten Saison altersbedingt für die vereinseigenen A-Junioren wirken. Im Heimspiel gegen den MTV Treubund Lüneburg bot der Stürmer des Jahrgangs 1995 eine beeindruckende Abschiedsvorstellung – zwischen der 52. und 69. Minute schoss er sämtliche Tore zu einer Verdener 3:0-Führung. Zugleich konnte Butzke in den letzten drei Meisterschaftsspielen gegen den Braunschweiger SC Acosta (4:2), VfB Peine (4:1) und jetzt Treubund Lüneburg neun Tore erzielen. Ihm gelangen drei Dreierpacks und zweimal schaffte er sogar einen Hattrick.

Butzke ist exemplarisch für die Personalpolitik des Ausbildungsvereins Verden 04. Von großer Skepsis begleitet, war er im Juli 2009 vom Kreisligisten Borsteler FC gekommen, verzeichnete aber rasch einen Stammplatz in der Jeromin-Elf sowie Nominierungen für die Niedersachsenauswahl – und zählt inzwischen zu den gefährlichsten Stürmern der B-Junioren-Niedersachsenliga. Mit 17 Saisontoren sicherte sich der kürzlich auch in den Fokus von Werder Bremen geratene Angreifer (dort absolvierte er mehrmalige Probetrainingseinheiten) den vierten Platz in der Torschützenliste.

Kader bereits wieder komplett

Aus Altersgründen verlassen in diesen Tagen zwölf weitere Spieler den B-Junioren-Kader des FC Verden 04. Jeromin verbleiben mit Jan-Ole Post, Lennart Grose, Lennart Uphoff, Kevin Fefer sowie den früheren Niedersachsenauswahl-Spielern Jan-Christoph Thom und Bastian Rode nur sechs Youngster, mit denen er auch schon in dieser Saison zusammengearbeitet hat. Während es Innenverteidiger Patrick Strahl (und möglicherweise auch Mittelfeldspieler Philipp Eggersglüß) zu Werder Bremen zieht, rücken die anderen Talente zu den FC-A-Junioren (ebenfalls Niedersachsenliga) hoch. Am Donnerstag vergangener Woche konnte Jeromin die letzten Lücken schon wieder schließen. Zuvor hatte er seine Fühler wie gewohnt in die Verdener Nachbarkreise ausgestreckt und sich nicht gescheut, einmal mehr Spieler aus Kreisliga-Klubs nach Verden zu lotsen. Diese Anforderungsprofile erfüllen beispielsweise Torwart Sebastian Sanders (TSV Neuenkirchen/Kreisliga), Mathis Tietje (TSV Brunsbrock/Kreisliga), Melwin Wöltjen (FC Oberneuland/Verbandsliga), der auch von Werder Bremen beobachtete Waldemar Wart (SVN Düshorn/Bezirksliga), Richard Asbuchanow (Rotenburger SV/Landesliga) oder Konstantin Bostelmann (SC Langenhagen).

Vor allem mit den Verpflichtungen von Innenverteidiger Bostelmann und Mittelfeldspieler Wart verknüpft Jeromin hohe Erwartungen. Die bereits am Sonnabend abgegebene Prognose des Trainers für das neue Spieljahr: "Der Kader verfügt über eine ähnlich hohe Qualität wie in dieser Saison. Wir können wieder oben mitspielen." Im seinem Niedersachsenliga-Aufstiegsjahr hatte der FC Verden 41 Punkte und Platz sechs erreicht, dem er 50 Zähler und Rang vier folgen ließ – und in den vergangenen Monaten gelang es der Jeromin-Mannschaft phasenweise, ihrer Rolle als Geheimfavorit gerecht zu werden. "Diese Saison haben wir nahe am Optimum gespielt", stellt der Trainer fest." Zukünftig wird Verden 04 wohl von vornherein zum Kreis der engeren Titelfavoriten gerechnet.

Bereits in dieser Saison hatte sich für Verden 04 die Tür zur Regionalliga einen Spalt breit geöffnet, sie schlug erst vergangene Woche wieder zu. Der länger überlegende Niedersachsenliga-Meister HSC Hannover entschied sich am Dienstag, von seinem Aufstiegsrecht Gebrauch zu machen, und Vizemeister TSV Havelse drohte vorübergehend der Abzug von zwölf Punkten. Aus diesen Gründen lieferten sich Verden und der SV Meppen bis zuletzt ein ausdauerndes Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz drei in der Abschlusstabelle. Jeromins Elf konnte es letztendlich mit einem Punkt Vorsprung zu ihren Gunsten entscheiden. "Sportlich hätten wir in der Regionalliga wohl keine Chance gehabt", räumt Jeromin ein, "doch ich hätte trotzdem alles versucht, unseren Vorstand vom Aufstieg zu überzeugen." Der Hintergrund: Auch als direkter Regionalliga-Wiederabsteiger hätte Verden die Niedersachsenliga-Zugehörigkeit bis mindestens Juni 2014 gesichert.

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