Hausbesuch bei Blumenthals Bremen-Ligakicker Timo Bors Feiern nur mit 0,0 Promille

St. Magnus. Fußball, Angeln und schnelle Autos - zumindest zwei dieser für viele Männer typischen Träume lebt Timo Bors bereits. Dabei wird der populäre Ballsport in seiner Freizeit ganz groß geschrieben. Dass der neue Innenverteidiger des Blumenthaler SV mit seinem Hobby auch recht erfolgreich ist, beweisen die glänzenden Pokale über seinem Schreibtisch.
16.09.2010, 00:02
Lesedauer: 4 Min
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Von Christopher Flato

St. Magnus. Fußball, Angeln und schnelle Autos - zumindest zwei dieser für viele Männer typischen Träume lebt Timo Bors bereits. Dabei wird der populäre Ballsport in seiner Freizeit ganz groß geschrieben. Dass der neue Innenverteidiger des Blumenthaler SV mit seinem Hobby auch recht erfolgreich ist, beweisen die glänzenden Pokale über seinem Schreibtisch.

Beim Betreten des Zimmers fällt einem sofort die beleuchtete Glasvitrine ins Auge. Neben den zahlreichen Pokalen und seinem Schreibtisch steht sie, reicht bis unter die Decke und ist voller Modellautos. Wer jetzt eine Sammlung vielfältiger Exemplare erwartet, der wird an dieser Stelle enttäuscht. Timo Bors hat exakt 43 kleine Nachbildungen dort aufgestellt, allerdings haben alle die selbe Marke: Audi - und dabei nicht irgendeiner. 'Der Audi TT hat mich schon immer fasziniert', schwärmt Bors und wirft einen Blick auf die Miniaturen und die Poster an der Wand.

Gute Wahl getroffen

'Irgendwann werde ich mir auf jeden Fall diesen Wagen gönnen.' Momentan fährt der 19-Jährige noch einen 17 Jahre alten Peugeot 306, ist aber auch damit vorerst glücklich. 'Um zur Schule zu kommen, ist der natürlich praktisch und solange er läuft, bin ich auch zufrieden', erklärt der Schüler. Denn um morgens pünktlich in der Klasse zu sitzen, müsste er ansonsten einen ziemlich weiten Busweg in Kauf nehmen, besucht er doch momentan die 13. Klasse des Schulzentrums Blumenthal an der Eggestedterstraße. Dort macht er, was er gut kann - der Leistungskurs neben Englisch ist selbstverständlich Sport. 'Aus diesem Grund hat es mich in die 'Egge' gezogen, der Sport-LK war für mich eine der besten Entscheidungen', resümiert Timo Bors. Dabei musste er allerdings am eigenen Leib dessen Schattenseite erfahren. Vor rund zwei Jahren hatte der Innenverteidiger einen rund neun Monate andauernden sportbedingten Ausfall, weil er Probleme an der Leiste hatte. 'In dieser Zeit konnte ich natürlich nicht am Sportunterricht teilnehmen und habe deswegen freiwillig das Jahr wiederholt', erinnert sich Bors.

Doch obwohl er nach eigenen Worten mit den beiden Leistungskursen die 'beste Wahl' getroffen hatte, will der Abiturient beruflich einen anderen Weg einschlagen. 'Natürlich könnte ich Sport oder was ähnliches studieren, aber das ist nicht mein Fall', betont Timo Bors. 'Ich orientiere mich eher in die kaufmännische Richtung, Immobilien- oder Versicherungskaufmann haben es mir schon eher angetan.' Hier fällt der sprichwörtliche Apfel wirklich nicht weit vom Stamm - Vater Holger Bors (49), ist seines Zeichen natürlich Versicherungskaufmann. 'Wir machen viel zusammen', beschreibt Timo Bors das Verhältnis, 'gehen oft ins Stadion um Werderspiele anzugucken. Mit sieben Jahren hat er mich übrigens auch für den Fußball begeistert, er war damals selbst Trainer beim SV Grohn.' Neben Vater Holger, Mutter Beate (44) und seinen Freunden ist Timo Bors seit Anfang des Jahres auch mit Freundin Sabrina (18 Jahre) glücklich, welche die selbe Schule besucht. 'Wir sehen uns

fast jeden Tag und unternehmen viel miteinander' (Timo Bors). Sollte mal wider Erwarten niemand Zeit für ihn haben, ist der Schüler auch gerne zu Hause. An Rankes Feld heißt der kleine Weg inmitten eines verwinkelten Neubaugebietes in St. Magnus, wo er zusammen mit seinen Eltern ein Eigenheim bewohnt. Sein Zimmer liegt im Obergeschoss und dort beschäftigt er sich unter anderem mit seiner Playstation auf seinem großen Flachbildfernseher, 'um online zu zocken' und hört viel Musik, 'vorwiegend R&B, House oder auch ausländischen Hip Hop.' Zum gemütlichen Spielen und Gucken lädt ein Sofa gegenüber des Fernsehers ein, sein Bett ist direkt dahinter aufgestellt. Feiern geht Timo Bors zwischendurch auch, aber nur mit 0,0 Promille: 'Ich brauche keinen Alkohol um Spaß zu haben und traue mich auch so auf die Tanzfläche. So hat man später auch einen besseren Überblick über den vergangenen Abend.'

Wer sich die bisherige, sportliche Laufbahn des 19-Jährigen ansieht, der kann durchaus leicht den Überblick verlieren. Angefangen unter Papa Holger beim SV Grohn, spielte er dort vier Jahre lang, bevor er dann zum TSV Lesum-Burgdamm wechselte. Dort verbrachte er rund vier Jahre, als er vom Trainer der LTS Bremerhaven das Angebot bekam, in deren Jugend-Mannschaft auf Regionalebene zu spielen. Besagtes Team schrammte nur knapp an dem Bundesligaaufstieg vorbei und für Bors, dem der Wechsel in die A-Junioren-Verbandsliga bevorstand, war es abermals Zeit einen anderen Fußballclub zu suchen.

Es ging weiter über den FC Bremerhaven, dort passierte die besagte Verletzung in der Leiste, weiter zum FC Oberneuland und seit Anfang August ist er wieder in Bremen-Nord gelandet. 'Ich fühle mich echt wohl beim BSV', erklärt der junge Sportler. Neben dem relativ kurzen Weg und den gemeinsamen Unternehmungen der Mannschaft, gefällt ihm in Blumenthal besonders die Beziehung zwischen Coach und Spielern: 'Die Trainer der Regionalvereine, in denen ich zeitweise gespielt habe, waren immer auf Abstand bedacht. Mit Peter Moussalli ist die Lage deutlich entspannter und man ist so automatisch mit mehr Vergnügen bei der Sache.'Für die kommende Zeit will Bors dem Burgwallstadion treu bleiben. 'Natürlich will jeder Fußballer so hoch wie möglich spielen, aber zunächst möchte ich mich beim BSV etablieren. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Aus meiner Zeit in der Regionalliga habe ich mitgenommen, dass Spaß beim Sport wichtiger ist als so manche höhere Liga', weiß der Audi-Fan. Doch Spaß machen

dem Abiturienten nicht nur Fußball und Autos , auch der Angelsport hat es ihm angetan. 'Ich fahre mit meinen Eltern jedes Jahr mindestens zwei Mal nach Schleswig-Holstein, dort haben wir ein kleines Haus, direkt neben einem See voller Forellen', erklärt Timo Bors. Doch nicht nur auf das Ziel, sondern auch auf den langen Weg dort hin freut sich der Sportler - immerhin ist Familie Bors mit einem Audi unterwegs.

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