Ironman

Finish trotz Handicap

Die Verdenerin Monika Reker bewältigte zum zweiten Mal den Ironman 70.3 auf Rügen ungeachtet einer Bewegungseinschränkung.
14.09.2018, 18:34
Lesedauer: 2 Min
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Finish trotz Handicap
Von Patrick Hilmes

Rügen. Alles ist möglich – das ist das Motto des Ironman. Und das passt auch bestens zu Monika Reker aus Verden. Die Ausdauersportlerin beweist schon länger, dass alles möglich ist. Denn sie bewältigt trotz einer Bewegungseinschränkung auch solche Distanzen wie kürzlich beim Ironman 70.3 auf Rügen. Sie finishte dort bereits zum zweiten Mal.

1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen – dieser Herausforderung auf deutschlands größter Insel stellten sich rund 2000 Sportler aus aller Welt. Darunter auch die Crème de la Crème wie Patrick Lange, Weltmeister über die Langdistanz. Monika Reker beschrieb ihre Zeit von 5:54:28 Stunden als respektabel. „Eigentlich wollte ich meine Zeit von 2017 übertreffen, aber das war allein durch eine 300 Meter längere Schwimmstrecke und eine längere Wechselzone nicht möglich. Trotzdem war ich in allen drei Disziplinen deutlich besser. Wenn mir jemand vor drei Jahren gesagt hätte, ich würde mich bei so hochkarätigen internationalen Veranstaltung mit meinem Handicap grundsätzlich im vorderen Drittel der Gesamtwertung und der Altersklasse platzieren, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Mein ursprüngliches Ziel war lediglich ankommen.“ Vorderes Drittel bedeutete beim Ironman Rügen in ihrer Altersklasse W40 - 44 den zwölften Rang.

Probleme ausgemerzt

Für Reker war es ihr fünfter Auftritt über die Mitteldistanz, seitdem sie mit Triathlon begonnen hat. „Ursprünglich habe ich 20 Jahre erfolgreich Radsport gemacht, bevor ich 2013 einen schweren Sturz hatte, der in einem chronischen Knocheninfekt des Schlüsselbeins endete. Mein Arzt sagte mir damals, ich würde keine 500 Meter mehr schwimmen können. Ich sagte ihm, dass ich jetzt da rausgehen würde, um einen 70.3 zu finishen. Und genau das habe ich dann nach vier Jahren harter Reha und hartem Training im vergangenen Jahr auch geschafft“, erzählt Reker. Ihr Handica bezieht sich unter anderem auf das Schwimmen, das sie nur mit eingeschränkter Technik bewältigen kann. Die Kraft im linken Arm fehle, sodass die Wasserlage nicht optimal ist und man schon fast von einarmigem Schwimmen sprechen könne, erzählt Reker.

Speziell eingestelltes Rad

Auch ihr Triathlon-Rad musste speziell eingestellt werden. Der Tritt erfolgt fast ohne Unterstützung des Oberkörpers direkt aus den Beinen. Als schwierigste Disziplin stellte sich aber das Laufen heraus. „Seit zwei Jahren versuche ich, meinen Laufstil zu verbessern. In meinem Fall schwang der linke Arm zu weit über die Körpermitte, wodurch mich Hüftprobleme immer wieder aus dem Training warfen. Erst als ich versuchte, einarmig zu laufen, kam ich zu einer sinnvollen Lösung.“

Und da sie erst jetzt die Lösungen für ihre Probleme in den verschiedenen Disziplinen gefunden hat, hofft Monika Reker, sich in Zukunft weiter steigern zu können und noch weiter oben auf den Ergebnislisten aufzutauchen.

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