Trotz drei Punkten aus sechs Spielen Fischtown Pinguins können Geschichte schreiben

Vier Partien hat Trainer Thomas Popiesch mit den Fischtown Pinguins noch zu absolvieren. Vier Partien, in denen das zuletzt schwächelnde Team Platz sechs behaupten und direkt ins Viertelfinale einziehen will.
25.02.2020, 19:19
Lesedauer: 4 Min
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Fischtown Pinguins können Geschichte schreiben
Von Frank Büter

Der Februar läuft bisher so gar nicht nach dem Geschmack der Fischtown Pinguins. Auf Tabellenplatz vier war das Eishockeyteam aus Bremerhaven in diesen Monat gestartet und lag damit zu dem Zeitpunkt im Kampf um die Meisterschaft noch voll auf Viertelfinale-Kurs. Nach einem 3:1-Erfolg in Nürnberg hatten die Pinguins bereits 72 Punkte auf dem Konto, seither aber sind lediglich drei weitere Zähler hinzugekommen. Von den letzten sechs Partien hat Bremerhaven fünf verloren und ist auf Rang sechs abgerutscht, dem Team droht nun sogar noch der Absturz aus den Top sechs und damit der Gang in die Pre-Playoffs.

„Wir befinden uns in einer Phase, in der man als Trainer gerne den Score kontrollieren möchte“, sagt Pinguins-Coach Thomas Popiesch. „Aber man kann es nicht.“ Und das tut weh. Den Verantwortlichen. Den Spielern. Den treuen Fans. Denn es ist die Saisonphase, in der sich Misserfolge und Negativserien kaum noch korrigieren lassen. „Es ist schade, dass uns so etwas am Ende der Hauptrunde passiert, wo die Zahl der Spiele weniger wird“, sagt Popiesch.

Seit vier Jahren auf der Trainerbank

Seit Januar 2016 arbeitet Thomas Popiesch als Trainer in Bremerhaven, im Sommer 2016 stieg er mit dem Klub in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) auf und schrieb dort mit den Pinguins bisher eine beeindruckende Erfolgsstory. Zehn, neun, sieben: Das sind die Platzierungen der vergangenen drei Jahre. 64, 75, 81: Das sind die Punkte, die das Team jeweils zum Abschluss der Hauptrunde auf dem Konto hatte. Zahlen, die zeigen, dass es stetig bergauf ging. Dass sich der Klub trotz vergleichsweise geringer finanzieller Möglichkeiten und des kleinsten Etats der Liga sportlich enorm entwickelt hat.

Dreimal in Folge hat Bremerhaven als noch junger Erstliga-Standort die Pre-Playoffs erreicht. Zweimal gelang sogar der Einzug ins Viertelfinale, wo man jeweils am späteren deutschen Meister EHC München scheiterte. Nur in der Vorsaison, die von den Zahlen her eigentlich die bisherige Rekordsaison war, kam für die Pinguins nach einer dramatischen Dreierserie gegen Nürnberg bereits in diesen Pre-Playoffs das Aus.

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Die laufende Saison, sie schien dafür gemacht, neue Rekordzahlen zu schreiben. Und sie ist es auch noch – trotz der zuletzt ausbleibenden Erfolge. „Die Stimmung“, sagt Trainer Popiesch, „ist nach den letzten Spielen nicht gerade top.“ In der Analyse eben dieser Spiele ist der 54-Jährige aber zu dem Schluss gekommen, dass längst nicht alles so schlecht war, wie es die Resultate vermuten lassen. In München etwa, bei diesem 1:2 beim Tabellenführer, sei man sogar die bessere Mannschaft gewesen, sagt Popiesch. Er spricht von Tagesform. Von fehlendem Scheibenglück. Von Kleinigkeiten und Schiedsrichterleistungen. Von Dingen also, die den Ausgang einer Partie beeinflussen können. Mit Ausnahme des Spiels gegen Augsburg und des jüngsten 3:4 beim Vorletzten in Iserlohn, habe die Leistung gestimmt, sagt der Trainer. Klar sei aber auch: Die letzte Konsequenz hat gefehlt, und wir haben Fehler gemacht, die wir dann nicht mehr korrigieren konnten, resümiert Popiesch.

Eine positive Nachricht hat dieser vermaledeite Februar indes auch geliefert: Die Fischtown Pinguins haben die Teilnahme an den Pre-Playoffs sicher. Mindestens. Und nun gilt es, mehr aus dieser Ausgangslage zu machen. „Im November, Dezember, Januar hat die Mannschaft viel dafür investiert, dass wir jetzt um die Playoff-Plätze mitspielen. Die Mannschaft“, sagt Thomas Popiesch, „will mehr. Sie will diesen Schritt machen. Und sie wird alles dafür tun.“

Vier Herausforderungen meistern

Vier Spiele stehen noch aus. Vier Spiele, die es in sich haben. Spiele, in denen die Bremerhavener Akteure um Kapitän Mike Moore mit dem direkten Einzug ins Viertelfinale ein weiteres Erfolgskapitel in der Pinguins-Ära schreiben können. An diesem Freitag geht es zum Tabellenzweiten nach Straubing, am Sonntag gastiert mit Düsseldorf der Fünfte in der Eisarena Bremerhaven. Richtig kribbelig wird es dann, wenn Fischtown am Freitag nächster Woche den aktuell punktgleichen Siebten aus Ingolstadt erwartet und schließlich zum Abschluss am Sonntag, 8. März noch beim Vierten Eisbären Berlin antreten muss. „Das sind echte Herausforderungen für uns“, sagt Popiesch. Aber er sagt auch: „Wir können in dieser Saison alle Mannschaften schlagen.“

Es sind also nicht einmal mehr zwei Wochen bis zum Ende der Hauptrunde. Die Pinguins haben bis dahin noch schwere Aufgaben zu bewältigen, gehen diese Aufgaben aber selbstbewusst an, erklärt Popiesch. Fokussiert bleiben. Top vorbereiten. Man werde diese Partien angehen wie Playoff-Spiele. „Jetzt“, sagt der Trainer, „geht es um Kleinigkeiten, darum, mehr richtige Entscheidungen zu treffen als der Gegner.“ Und natürlich geht es auch darum, dem Druck standzuhalten. „Wie wir mit dem Druck umgehen?“, fragt Thomas Popiesch, „das kann ich nicht beantworten.“ Aber der Coach vertraut auf sein Team, auf die Einstellung und den Willen seiner Spieler: „Die Mannschaft hat immer wieder gezeigt, dass sie aus so einer Phase rauskommen und eine Serie starten kann.“

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So läuft es in den Playoffs

Die ersten sechs Teams der Hauptrunde qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale. Die Mannschaften, die auf den Plätzen sieben bis zehn landen, bestreiten vorab die Pre-Playoffs und kämpfen im Modus „Best of Three“ um den Einzug in die Runde der besten acht. Dabei spielt der Siebte gegen den Zehnten sowie der Achte gegen den Neunten. Ab dem Viertelfinale wird dann im Modus „Best of Seven“ gespielt. Die Pre-Playoffs werden am 11., 13. und gegebenenfalls am 15. März ausgetragen, die Viertelfinals beginnen am 17./18. März. Spätestens am 30. April 2020 wird der neue DEL-Meister feststehen.

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