Deutsche Eishockey Liga

Fischtown Pinguins unterliegen Eisbären aus Berlin

Nach dreimaliger Führung unterliegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven den Eisbären aus Berlin noch mit 4:5. Pinguins-Trainer Thomas Popiesch haderte mit dem Ergebnis.
27.01.2019, 22:08
Lesedauer: 3 Min
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Fischtown Pinguins unterliegen Eisbären aus Berlin
Von Frank Büter
Fischtown Pinguins unterliegen Eisbären aus Berlin

Die Fischtown Pinguins, hier mit Mark Zengerle (rechts), boten den Eisbären einen großen Kampf.

Hartmut Adelmann

Rückschlag für die Fischtown Pinguins im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation: Vor 4647 Zuschauern in der ausverkauften Eisarena musste das Eishockeyteam aus Bremerhaven gegen die zuvor siebenmal in Folge sieglosen Eisbären aus Berlin eine knappe, eine bittere 4:5 (1:0, 2:2, 1:3)-Niederlage hinnehmen. „Das war unnötig“, haderte Pinguins-Trainer Thomas Popiesch vor allem mit Blick auf die vielen vergebenen Möglichkeiten im Powerplay. Man habe zwar bis zum Schluss gefightet und alles versucht, im Abschluss vor dem Tor aber eine Blockade gehabt.

„Es ist die Zeit, wo die Spiele Play-off-Charakter haben, wo Kleinigkeiten immer bedeutender werden“, hatte Popiesch im Vorfeld gesagt. Und zu diesen bedeutsamen Dingen zählt natürlich auch das Personal. Die Pinguins konnten in diesem wichtigen Heimspiel wieder auf Goalie Tomas Pöpperle zurückgreifen, der am Donnerstag in der Auswärtspartie bei den Kölner Haien (4:5 nach Verlängerung) wegen eines grippalen Infekts noch gefehlt hatte.

Für die angeschlagenen Kevin Lavallee und Dominik Uher kam diese Partie indes noch zu früh, sie standen ebenso wie die langzeitverletzten Curtis Gedig und Ross Mauermann nicht zur Verfügung. Wieder mit dabei war derweil Alex Friesen, der nach seiner dritten Disziplinarstrafe eine Sperre absitzen musste und in Köln gefehlt hatte.

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Pinguins gegen Eisbären, das war das Duell Seestadt gegen Hauptstadt. Hier der Underdog aus Bremerhaven, der nach seinem DEL-Aufstieg im Sommer 2016 bereits zweimal das Play-off-Viertelfinale erreicht hat und sich trotz des kleinsten Etats auch aktuell wieder anschickt, die Saison über den letzten Hauptrundenspieltag hinaus zu verlängern.

Handfeste Krise bei den Berlinern

Dort die Berliner, immerhin amtierender Vizemeister und mit sieben Titelgewinnen der deutsche Rekordchampion, aber inmitten einer handfesten Krise nach Bremerhaven gereist. Siebenmal in Folge hatte das Team zuvor verloren und war bis auf Platz zehn abgerutscht. Auch Sportdirektor Stephane Richer, der kurz vor Weihnachten den glücklosen Trainer Clement Jodoin abgelöst hatte, hatte die Talfahrt bis zu dieser Partie in Bremerhaven nicht stoppen können.

Nach dem Eröffnungsbully durch Werder-Kapitän Max Kruse ging es dann rund in Fischtown. Die Gastgeber waren vom ersten Moment an hellwach. Sie stellten zunächst das agilere, das druckvollere Team und zeigten Zug zum Tor. In der fünften Minute machte es dann erstmals „Ding-Dong“ in der restlos ausverkauften Eisarena. Nach Vorarbeit von Miha Verlic stand Mark Zengerle völlig blank, konnte sich in Ruhe die Ecke aussuchen und sorgte mit seinem zehnten Saisontreffer für die verdiente Führung.

Nachdem die Pinguins in der Folge eine Zeitstrafe gegen William Weber schadlos überstanden hatten, setzte das Heimteam nach. Zengerle, Cory Quirk und Chad Nehring vergaben indes gute Möglichkeiten, zudem fehlten in aussichtsreichen Situationen im Zuspiel mehrere Male nur die berühmten Zentimeter. Von Berlin, das die ersten drei Vergleiche in dieser Saison allesamt gewonnen hatte, war dabei nur wenig zu sehen. Goalie Pöpperle wurde in diesem ersten Drittel nicht einmal ernsthaft geprüft – auch ein Verdienst der sehr aufmerksam agierenden Defensivreihen auf Bremerhavener Seite.

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Das aber sollte sich nach der ersten Pause ändern. Berlin legte zu. Läuferisch und auch in puncto Zweikampfführung. Zweimal verhinderte Pöpperle den Ausgleich, in der 27. Minute aber war er geschlagen, als Michael DuPont in Überzahl zum 1:1 traf. Jetzt ging es rauf und runter. Justin Feser sorgte nach einem Sololauf für die erneute Bremerhavener Führung (30.), in der nun härter geführten Partie glich Florian Busch wieder aus (37.).

Kapitän brachte die Pinguins wieder auf Kurs

Die Schlussphase dieses Durchgangs gehörte dann wieder den Pinguins – und es war der Kapitän, der Fischtown wieder auf Kurs brachte: Michael Moore sorgte aus Nahdistanz für das umjubelte 3:2 (39.).

Und es blieb spannend. Kurz nach Wiederbeginn entschieden die Referees nach Videobeweis auf Penalty für Berlin, den der zuvor im Abschluss gefoulte Colin Smith nervenstark zum 3:3 nutzte (42.). Doch es kam noch heftiger für die Pinguins: Als Martin Buchwieser aus der Drehung zum 4:3 traf, lag der Gastgeber erstmals in Rückstand (47.). Nun wurde es hektisch auf dem Eis, die Emotionen kochten hoch. Es hagelte Strafzeiten. Und Bremerhaven drängte. Verlic und Urbas verzogen in Überzahl nur knapp, der Ausgleich lag in der Luft. Doch die Berliner kämpften, warfen alles in die Waagschale, um endlich ihre Negativserie zu beenden.

Und es sollte reichen für die Eisbären, die nach einem Konter durch Brendan Ranford das vorentscheidende 5:3 erzielten (57.). Der Anschlusstreffer der Pinguins durch Verlic weckte zwar noch einmal Hoffnung bei der lautstarken Kulisse (58.), der Ausgleich fiel aber nicht mehr.

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