Trainer Popiesch trotz Niederlage zufrieden Fischtown Pinguins verlieren gegen den Titelverteidiger nach Penaltyschießen

Fischtown Pinguins verlieren gegen Meister Adler Mannheim erst nach Penaltyschießen mit 3:4. Jetzt zwei Wochen Länderspielpause
02.02.2020, 20:54
Lesedauer: 3 Min
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Fischtown Pinguins verlieren gegen den Titelverteidiger nach Penaltyschießen
Von Mathias Sonnenberg

Thomas Popiesch weiß, dass es für viele Fans ein fast optimaler Sonntagnachmittag war. „Viele Zuschauer werden sagen: Mann, das hat wieder mal so richtig Spaß gemacht, wir haben ein geiles Eishockey-Spiel gesehen.“ Würde Popiesch ja wahrscheinlich auch sagen, wenn er eben nicht ausgerechnet der Trainer der Fischtown Pinguins wäre. Und als solcher hat er zwar einen tollen Nachmittag in der Eisarena in Bremerhaven verbracht. Nur das Ende, also das Ergebnis des Spiels, hat ihn dann doch ein bisschen frustriert. Im Penaltyschießen mussten die Gastgeber den Gästen von Adler Mannheim den Vortritt lassen, so dass die Bremerhavener am Ende 3:4 (0:1, 2:0, 1:2) verloren.

Ob er frustriert sei, wurde Popiesch nach dem Spiel in der Pressekonferenz gefragt. Seine Antwort glich dem Auf und Ab auf der Eisfläche die Minuten zuvor. „Nein“, sagte er, dann folgte „ein bisschen doch“, denn eigentlich wollte er das Spiel gegen den amtierenden Meister ja auch gewinnen. „Aber wir haben dann doch zu viele Fehler gemacht.“ Es gebe noch einige Dinge, die seine Mannschaft eigentlich besser machen könne.

Nach 32 Stunden wieder auf dem Eis

Aber wer will es einem Team verdenken, das jetzt schon 43 (!) Spiele in den Beinen hat und erst am Freitagabend zuvor in Nürnberg ein Spiel absolvieren musste. „Das haben wir nicht so gut weggesteckt zu Beginn“, fand Popiesch. Um dann aber doch seine Spieler ein bisschen in Schutz zu nehmen. „Wir sind nach dem Spiel in Nürnberg mit dem Bus zurück gefahren, acht Stunden lang, waren erst morgens um 7 Uhr wieder in Bremerhaven.“ Keine 32 Stunden später stand die Mannschaft schon wieder auf dem Eis. Vielleicht sollte man solch ein Wochenendprogramm doch tatsächlich mal den Fußballern an die Hand geben, wenn dort wieder mal über die hohe Belastung geklagt wird.

Aber weil es ja allen Teams der DEL so geht, herrscht in puncto Belastung schon so etwas wie eine Waffengleichheit. Nur dass die Mannheimer (verloren am Freitag 2:4 in Wolfsburg) am Sonntag in Bremerhaven etwas schneller in die Schlittschuhe kamen. Vier Minuten waren gespielt, da lag der Meister aus Mannheim mit 1:0 in Führung. Denis Reul hatte nach Vorlage von Sinan Akdag getroffen. Und an diesem Tor war Fischtown-Keeper Kristers Gudlevskis machtlos, der erneut den weiter verletzten Stammtorwart Tomas Pöpperle vertrat. Pöpperle fehlt den Pinguins jetzt bereits einige Wochen.

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Aber es besteht Hoffnung, dass Trainer Popiesch nach der Länderspielpause seinen Torwart wieder am 14. Februar zwischen die Pfosten schieben kann. Doch Ersatzmann Gudlevskis, der schon am Freitag beim 3:1 in Nürnberg eine starke Leistung zeigte, war auch gegen Mannheim voll auf der Höhe. Den lettischen Nationaltorhüter hatte Manager Alfred Prey Anfang Dezember von Dinamo Riga an die Küste geholt, der Vertrag läuft nur bis Saisonende.

Gegen Mannheim kam Fischtown im zweiten Drittel in die Spur. Erst traf Justin Feser nach Vorlage von Mark Zengerle zum 1:1-Ausgleich (33.), dann gelang Ross Mauermann sogar das 2:1 (39.), dieses Mal hatte Stanislav Dietz aufgelegt. Und Adler-Mannheim-Trainer Pavel Gross fühlte sich in seiner Vorahnung bestätigt. „In Bremerhaven ist die Zuschauer-Kulisse immer grandios“, meinte Gross. „Wenn die Fans anfangen zu brüllen, laufen wir Gefahr, den Fokus zu verlieren.“ Und genauso sei es gewesen, nachdem die Pinguins das Spiel zumindest zeitweise drehten.

Matchwinner Borna Rendulic

Doch Mannheim ist ja nicht zufällig der Titelverteidiger, und so kippte die Mannschaft von Pavel Gross die Partie im abschließenden Drittel. David Wolf erzielte erst den Ausgleich (50.), dann gelang Phil Hungerecker nach Vorlage von Jan-Mikael Jarvinen sogar die 3:2-Führung (56.). Aber die frostige Stimmung in der Eisarena währte nur vier Minuten, dann sorgte Miha Verlic nach Pass von Jan Urbas für das 3:3, einen Freudenschrei des Publikums und die Overtime. Nach einer torlosen Extraspielzeit war Borna Rendulic im Penaltyschießen mit drei erfolgreichen Versuchen der Matchwinner für die Gäste.

Mit 73 Punkten haben die Pinguins nach wie vor eine glänzende Ausgangsposition, um im Kampf um die direkten Play-Off-Plätze zu bestehen. Auch deshalb überwog bei Trainer Popiesch nach Spielende die Freude dem Frust, nach dem guten zweiten Drittel den Faden verloren zu haben. „Die Mannschaft lebt von Leidenschaft und Emotion“, sagte der Coach. „Wenn wir die haben, sind wir drin im Spiel und es geht ab.“ Die Fischtown-Fans können sich auf packende Spiele im Kampf um den DEL-Titel freuen. Das erste Viertelfinale beginnt am 17. März.

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