Stephan Stindt trägt als Trainer die Philosophie des TSV Bassum sehr gut mit Fließende Grenzen

Bassum. Die Nachricht hat niemanden mehr wirklich überrascht. Dass Stephan Stindt auch in der kommenden Saison den Fußball-Bezirksligisten TSV Bassum betreuen wird, ist die einzig logische Konsequenz aus einer bis dato sehr erfreulichen Saison. Platz vier nach 16 Partien ist eindeutig mehr, als zu Saisonstart zu erwarten war. Der junge Trainer, der im kommenden Monat seinen 35. Geburtstag feiert, passt mit seiner sportlichen Vita prima ins Gesamtkonzept seines Klubs. Als ehemaliger A-Junioren-Coach schaffte er nahtlos den Sprung in die TSV-Erste - etliche seiner Spieler taten es ihm gleich.
11.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Fließende Grenzen
Von Jens Hoffmann

Bassum. Die Nachricht hat niemanden mehr wirklich überrascht. Dass Stephan Stindt auch in der kommenden Saison den Fußball-Bezirksligisten TSV Bassum betreuen wird, ist die einzig logische Konsequenz aus einer bis dato sehr erfreulichen Saison. Platz vier nach 16 Partien ist eindeutig mehr, als zu Saisonstart zu erwarten war. Der junge Trainer, der im kommenden Monat seinen 35. Geburtstag feiert, passt mit seiner sportlichen Vita prima ins Gesamtkonzept seines Klubs. Als ehemaliger A-Junioren-Coach schaffte er nahtlos den Sprung in die TSV-Erste - etliche seiner Spieler taten es ihm gleich.

Die Liste derer, die alleine vor der laufenden Serie in den Herren-Kader aufgenommen wurden und sich dort binnen kürzester Zeit nicht nur als Ergänzung, sondern als Verstärkung entpuppten, ist lang - sehr lang. Exemplarisch seien an dieser Stelle ein Jens Nubbemeyer, Michel Müller, Roman Seidel, Jannik Hahnel oder Armin Kurbadovic erwähnt. Alle um die 20, alle fußballerisch mit der Bassumer Philosophie groß geworden.

Bei manchen ist die positive Entwicklung vorhersehbar gewesen, bei anderen folgte nach einer soliden bis guten Jugendzeit eine echte Leistungsexplosion. Stephan Stindt fällt in diesem Zusammenhang Kurbadovic ein, den er als "absoluten Stammspieler" bezeichnet und dieses Gütesiegel sogleich mit dem Zusatz "durchaus überraschend" versieht. Weil er aber keinen gesteigerten Wert darauf legt, einzelne Akteure heraus- beziehungsweise hervorzuheben, betont er sogleich: "Wirklich überraschend ist das gesamte Konstrukt, die Tatsache, dass es so gut funktioniert." Dass der TSV in der Liga mithalten könne, davon sei er schon ausgegangen, erklärt Stindt. Aber derart weit oben in der Tabelle? "Das war so nicht zu erwarten." Stephan Stindt kann die individuellen Steigerungen seiner Akteure sehr genau beurteilen - immerhin kennt er die meisten schon seit Jugendzeiten. "Das ist natürlich ein Vorteil", sagt Stindt. "Die Jungs mussten sich nicht großartig umgewöhnen und ich auch nicht."

Stindt trägt den Jugendstil seines Vereins voll mit, ohne von Haus aus ausschließlich auf junge Fußballer fixiert zu sein. Er hält es lieber mit dem ehemaligen Werder-Trainer Otto Rehhagel. Der sagte einst: "Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte." Ähnlich urteilt Stindt. Klar: Er hätte nichts dagegen, einen Routinier wie Alexander Güber, der sich vor dieser Spielzeit zu den Alten Herren des TSV Süstedt verabschiedete, weiterhin in seinen Reihen zu haben. "Aber da geht es mir um die grundsätzlichen Qualitäten. Es wäre mir egal, ob ein Güber Mitte 30 oder erst 20 ist." Wie gesagt: Das Alter spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Im halben Dutzend

Zwar unterliegen die TSV-Spieler noch gewissen Schwankungen, die auch mal ins negative Extrem ausschlagen können wie bei der 0:5-Heimklatsche gegen den TSV Wetschen (Stindt: "Das war das Schlimmste, was es bislang von uns zu sehen gab, da waren wir total chancenlos, das war einfach schlecht"), aber viel öfter gibt es die andere Seite zu beobachten. Die der forschen, offensivstarken Bassumer, die in Rehden (6:1), Landesbergen (6:2) und Hoya (6:4) jeweils im halben Dutzend trafen.

So stützt die erfolgreiche Nachwuchsarbeit die Ansicht des Trainers, dass "wir für die kommenden fünf, sechs Jahre sehr gut aufgestellt sind". Der Austausch zwischen Herren-Mannschaft und Talentschuppen sei rege und ergiebig. Stephan Stindt steht in regelmäßigem Kontakt zu seinen Amtskollegen Eckhard Kotrade (A-Junioren), Oliver Ahrens (B) und Thomas Dinter (C). Die Grenzen zwischen den einzelnen Teams sind fließend, um die Talente langfristig an den TSV zu binden.

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