SVGO-Handballer ärgern sich bei 25:31 über wenig souveräne Schiedsrichter und die punktende Konkurrenz Frust auf allen Ebenen

Das Frustpotenzial war bei den Oberliga-Handballern des SV Grambke-Oslebshausen riesengroß. Erst fühlten sich die Gelb-Blauen bei ihrer 25:31-Heimniederlage gegen den Tabellendritten SG Achim/Baden von den Schiedsrichtern verschaukelt. Dann zog auch noch ihr direkter Abstiegskampfrivale HSG Bützfleth/Drochtersen in der Tabelle an ihnen vorbei.
10.04.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Das Frustpotenzial war bei den Oberliga-Handballern des SV Grambke-Oslebshausen riesengroß. Erst fühlten sich die Gelb-Blauen bei ihrer 25:31-Heimniederlage gegen den Tabellendritten SG Achim/Baden von den Schiedsrichtern verschaukelt. Dann zog auch noch ihr direkter Abstiegskampfrivale HSG Bützfleth/Drochtersen in der Tabelle an ihnen vorbei.

Der Abstiegskampf in der Handball-Oberliga Nordsee der Männer spitzt sich zu. Vor einer Woche schien es noch so, als ob der SV Grambke-Oslebshausen im Kampf um den Ligaverbleib die besseren Karten haben würde – jetzt hat sich der Wind wieder einmal gedreht. Die Gelb-Blauen scheiterten zuhause knapper, als das Ergebnis es aussagt, mit 25:31 (13:13) am Aufstiegsaspiranten SG Achim/Baden. Die Bützflether zogen dagegen mit einem 29:28-Überraschungssieg über den TSV Bremervörde mit zwei Punkten Vorsprung am SVGO vorbei.

Sollten die Niedersachsen nach der Osterpause auch noch beim Schlusslicht VfL Fredenbeck II punkten, wird es für den SV Grambke-Oslebshausen im Überlebenskampf vor allem ob des schlechteren Torverhältnisses enorm schwer. Hoffnung gäbe dann möglicherweise nur noch der Klassenerhalt des Drittligisten VfL Fredenbeck, der ebenfalls ums Überleben kämpft. Die Fredenbecker müssen gegenüber der Bundesliga-Reserve aus Burgdorf noch drei Punkte gutmachen und hatten zuletzt den Tabellendritten, die Bundesliga-Reserve der Reinickendorfer Füchse Berlin, geschlagen.

Minutenlange Diskussionen

„Wenn wir so weiter spielen, dann haben wir noch die Chance, diese Punkte zu holen“, rechnet Grambkes Kreisläufer Bengt Kohrt nach wie vor damit, den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen zu können. Vielleicht rutscht ja auch noch der Tabellenzehnte SG Friedrichsfehn/Petersfehn tiefer in den Abstiegsschlamassel mit hinein. Das routinierte Team steht zurzeit nur zwei Zähler und 85 Tore besser als der SVGO da.

„Das ist gemein, das ist so gemein“, wiederholte nicht nur Grambkes Trainer Gerd Anton nach der verpassten Überraschungschance gegen den Meisterschaftskandidaten SG Achim/Baden frustriert. „Solange die Schiedsrichter einigermaßen ausgeglichen gepfiffen haben, war auch das Spiel ausgeglichen“, verwies er auf den Spielverlauf. Die SG Achim/Baden präsentierte sich unter den drei Aufstiegskandidaten als das mit Abstand schwächste Team, das sich in der Sperberstraße vorgestellt hatte. Vermutlich hatten die Gäste aber wohl auch nicht mit der starken Gegenwehr der Gelb-Blauen gerechnet, die auch ohne ihren brandgefährlichen linken Rückraumschützen Sebastian Rabe um jeden Zentimeter Hallenboden kämpften. „Die hatten wohl gedacht, dass sie bei uns ein Schaulaufen veranstalten können“, sagte Grambkes Kapitän André Franke.

Das Gegenteil war jedoch der Fall: Der Viertletzte setzte den Niedersachsen vor allem mit seinem Leitwolf Nils Zittlosen im rechten Rückraum und einer knackigen Deckung gehörig zu. Fast 62 Prozent der Grambker Tore vor der Pause gingen auf das Konto des starken Linkshänders – nahezu ohne Fehlwurf eine ausgezeichnete Quote. Die Entscheidung fiel in der auf beiden Seiten sehr emotional geführten Partie, nach dem 17:18-Unterzahltreffer von Thies Kohrt.

Der SVGO fiel zum Teil in Unterzahl spielend weiter auf 17:23 zurück (46.) und konnte sich von diesem Rückstand nicht mehr richtig erholen. „Nicht nur in der Phase fehlte den Unparteiischen jegliches Fingerspitzengefühl“, beklagte sich Franke. Den größten Lapsus leisteten sich die Schiedsrichter aus Bremervörde, als sie André Franke nach einem unnötigen Schubser gegen den Achimer Angreifer Florian Block-Osmers eine vierminütige Zeitstrafe aufbrummten und anschließend darauf bestanden, dass für ihn noch ein zweiter Akteur vom Feld musste.

Erst nach minutenlangen Diskussionen mit der Grambker Bank und der Intervention der Zeitnehmerin Ute Kukemüller sahen sie das ein, was selbst ein vier Klassen tieferer Bremenliga-Schiedsrichter weiß: Franke musste die Zeitstrafe vier Minuten am Stück absitzen und für ihn kein weitere Akteur auf die Sünderbank gehen.

Hätten sich die Gelb-Blauen jedoch in dieser Situation etwas cleverer angestellt, der Anordnung der Referees Folge geleistet und anschließend sofort Protest eingelegt, wäre ihnen ein Wiederholungsspiel gewiss gewesen. Dann sogar mit stärkerer Besetzung. Aber da waren die Emotionen längst zu hochgeschwappt, um solch eine abgeklärte Entscheidung zu treffen.

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