22. Amateurturnier in der Bremen Arena Frust bei Vegesack und Blumenthal

Bremen. Es hätte alles so schön werden können: 5100 Fans in der Bremen Arena, drei Nordbremer Fußball-Teams, die den Großteil dieser Anhängerschaft stellten. Und bis auf den Regionalligisten FC Oberneuland keine Truppe, die im Vorfeld als unschlagbar galt. Doch am Ende gab es lange Gesichter. Und das besonders beim Blumenthaler SV und der SG Aumund-Vegesack, die durchaus mit einigen Ambitionen in die Halle gekommen waren, am Ende aber ebenso wie der 1. FC Burg nach der Vorrunde die Segel streichen mussten.
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Frust bei Vegesack und Blumenthal
Von Tobias Dohr

Bremen. Es hätte alles so schön werden können: 5100 Fans in der Bremen Arena, drei Nordbremer Fußball-Teams, die den Großteil dieser Anhängerschaft stellten. Und bis auf den Regionalligisten FC Oberneuland keine Truppe, die im Vorfeld als unschlagbar galt. Doch am Ende gab es lange Gesichter. Und das besonders beim Blumenthaler SV und der SG Aumund-Vegesack, die durchaus mit einigen Ambitionen in die Halle gekommen waren, am Ende aber ebenso wie der 1. FC Burg nach der Vorrunde die Segel streichen mussten.

Und das völlig zu Recht. Zu wenig hatten sowohl die SAV als auch der BSV investiert. Entsprechend grantig waren die beiden Trainer hinterher: "Ich bin richtig enttäuscht. Für den Aufwand, den wir alle immer hinter den Kulissen betreiben, war das auf dem Feld einfach zu wenig", ärgerte sich Blumenthals Trainer Peter Moussalli. Auch SAV-Coach Kristian Arambasic hielt nicht mit seiner Enttäuschung hinterm Berg: "Ich werde ja eigentlich nie laut, aber nach dem zweiten Spiel bin ich echt ausgerastet."

Gleich im ersten Spiel der Gruppe I wurde die SG Aumund-Vegesack gegen den Bremer SV kalt erwischt (2:6). Zwar glich der torgefährliche Ibrahim Aslan (3.) die frühe BSV-Führung durch Dennis Spitzer (1.) schnell wieder aus, doch innerhalb von nur vier Minuten sorgten die Schützlinge von Coach Klaus Gelsdorf für die Vorentscheidung. Jan Friehe (6.), Ontje Abendroth (7.) und Mirko-Alexander Jankowski (9.) überlisteten jeweils den machtlosen Vegesacker Schlussmann Maik Meyer-Wersinger. Letztlich trafen noch beim Sieger Mirko-Alexander Jankowski (12.) und Georg Schreider (14.) ins Schwarze. Für das SAV-Team war Johannes Metschuck zum 2:4-Zwischenstand erfolgreich.

Gegen den Brinkumer SV wollten die Mannen um Kristian Arambasic sich wieder ins Gespräch bringen, doch erneut kamen die Vegesacker nicht richtig in Tritt. Nach nur 22 Sekunden lagen sie bereits nach einem Treffer von Ziwar Sun mit 0:1 hinten. In Minute sieben war das Halbfinale in ganz weiter Ferne gerückt. Kerem Ilkilic (5.) und Andreas Liebhard (7.) markierten das Brinkumer 3:0. Ibrahim Aslan (7.) und Muhamed Hodzic (13.) sorgten noch für etwas Ergebniskosmetik. Im dritten Gruppenspiel rettete die SAV immerhin ihre Ehre, als sie gegen Werder (2:3) noch einmal alles aus sich herausholte.

In Gruppe II startete der Blumenthaler SV ganz cool. Den Nachbarn 1. FC Burg hielten die Moussalli-Mannen zu Beginn mit 3:1 in Schach. Zwar ging der Turnierneuling durch Mirco Boltjes in der zweiten Minute in Führung, doch zeigte sich das Burgwall-Team keineswegs geschockt und glich direkt nach Wiederanpfiff durch Sergej Nefjodow aus. Nach einem Eigentor des Burgers Manfred Klein (10.) machte Paul Barton in der elften Minute alles klar.

Ebenfalls chancenlos war das FCB-Team anschließend gegen den Regionalligisten FC Oberneuland (0:4). Mehmet Ali Fidan erzielte gleich drei Tore, zudem traf noch André Hahn in das Burger Gehäuse. Und auch im letzten Spiel zahlte der Turnierneuling Lehrgeld. Mit 0:3 setzte sich OSC Bremerhaven durch. "Insgesamt bin ich aber durchaus zufrieden mit den Jungs. Gegen Oberneuland war nichts drin, aber wenn wir in den anderen Spielen etwas cleverer sind, können wir hier auch durchaus was gewinnen", sagte Burgs Trainer Björn Reschke.

"Wir haben es selbst verspielt"

Durchaus zufrieden - diese Worte waren für BSV-Coach Peter Moussalli an diesem Nachmittag gänzlich unbekannte Vokabeln. Nach dem Sieg gegen Burg hatten die Blumenthaler auch gegen OSC nach einem Blitztreffer von Manuel Broekmann nach wenigen Sekunden bereits 1:0 geführt. "Alles lief eigentlich nach Plan", ärgerte sich Moussalli maßlos über das, was dann kam. Zwei späte Gegentreffer bei eigenen guten Chancen: "Wir haben es selbst verspielt. Und das ärgert mich, denn ich habe hier heute kein überragendes Hallenteam gesehen. Da wäre was möglich gewesen, zumindest das Halbfinale", sagte Moussalli. Zu allem Überfluss gab es im abschließenden Spiel gegen Oberneuland noch einmal eine richtige 1:5-Abreibung.

Ein wenig Trost fand Peter Moussalli lediglich in der Tatsache, dass Nachbar Vegesack mit null Punkten und 6:14-Toren noch schlimmer unter die Räder gekommen war. "Es fehlte die Geilheit", sagte Kristian Arambasic kopfschüttelnd. Sein Blumenthaler Trainerkollege hatte seinen (schwarzen) Humor hingegen dann doch noch wiedergefunden: "Lieber fünf Jahre in der Vorrunde rausfliegen und dann das Ding hier einmal gewinnen." Der erste und einzige Nordbremer Triumph (Blumenthal siegte 2006) liegt jetzt vier Jahre zurück - es wird mal wieder Zeit.

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