Fisha Werede läuft lange hinterher, siegt mit dieser Taktik aber erstmals in Wilstedt Führungsarbeit abgelehnt

Wilstedt. Die Doppelrolle von Oliver Sebrantke vom LC Hansa Stuhr bei der 34. Auflage des Wilstedter Abendvolkslaufes „Wilstedt bei Nacht“ hat gut funktioniert.
30.05.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann

Die Doppelrolle von Oliver Sebrantke vom LC Hansa Stuhr bei der 34. Auflage des Wilstedter Abendvolkslaufes „Wilstedt bei Nacht“ hat gut funktioniert. Der 40-Jährige baute sich zusammen mit dem Spartenleiter des Lauftreffs des MTV Wilstedt, Stephan Kück-Lüers, zehn Meter vor dem Starterfeld für den 10 000-Meter-Hauptlauf auf und übergab die Starterpistole direkt nach dem Abfeuern an Kück-Lüers. „Ich bin dann schnell an die Seite gesprintet, um die Massen an mir vorbeizulassen. Der Pulk hörte gar nicht mehr auf“, sagte der Abteilungsleiter.

Mit insgesamt 4685 Teilnehmern in allen Läufen begrüßten die Wilstedter noch einmal zehn Läufer mehr auf dem Sportplatz in Wilstedt und verzeichneten somit schon wieder ein neues Rekordergebnis. In seinem letzten Jahr in der Kategorie der jüngeren Jahrgänge hätte Oliver Sebrantke nur allzu gerne den Sieg über die 10 000 Meter davongetragen. In 34:21 Minuten musste sich der Bankkaufmann jedoch dem in Wilstedt zuvor noch nicht in Erscheinung getretenen vereinslosen Fisha Werede um 21 Sekunden geschlagen geben. „Fisha war an diesem Tage einfach stärker“, erkannte Sebrantke den Sieg neidlos an.

Sebrantke hatte sich allerdings nichts vorzuwerfen, war er doch sogar noch sieben Sekunden schneller unterwegs als vor zwei Jahren. Im Jahre 2015 hatte der Stuhrer in Wilstedt pausiert. „This is Wilstedt“, lobte Sebrantke die Veranstaltung in Anlehnung an Werders „This is Osterdeich“. Die Wilstedter hätten alles dafür getan, dass es eine perfekte Veranstaltung wird, fügte der 40-Jährige an.

Sogar noch elf Sekunden weniger als Sebrantke benötigte Andreas Oberschilp von der LG Bremen-Nord für die Distanz als Gewinner der älteren Jahrgänge. Oberschilp bezwang Carsten Glinsmann vom SV Eintracht Hepstedt/Breddorf um mehr als eine Minute. Der 48-Jährige hätte aber auch gerne noch Fisha Werede hinter sich gelassen. Doch der Eritreer, der in der Bürgerpark-Laufserie für die LG Kreis Verden antritt, lief ein sehr taktisches Rennen.

Oberschilp verliert erst im Endspurt

„Ich hätte mir gewünscht, dass Fisha auch mal die Führungsarbeit übernimmt“, sagte Oberschilp. Bei Kilometer acht habe der Diplom-Lauftherapeut ihn dann locken wollen. Doch auch wenn Oberschilp nur noch joggte, ging Werede nicht vorbei. Erst 500 Meter vor dem Ziel überholte der Afrikaner seinen Konkurrenten. „Fisha hatte einen sehr guten Endspurt. Da konnte ich nicht mehr mitgehen“, verriet Oberschilp.

Im vergangenen Jahr hatte Triathlet Carsten Glinsmann den Wettbewerb noch zu seinen Gunsten entschieden, wenngleich er um fast eine Minute langsamer war. Da war Andreas Oberschilp aber auch nur als „Jogger“ im Fünf-Kilometer-Lauf dabei. „In den vergangenen beiden Jahren ordnete ich mich im Fünf-Kilometer-Lauf jeweils im Mittelfeld ein. Da habe ich die tolle Atmosphäre in Wilstedt aber noch um so intensiver erlebt. Das ging nun im hohen Tempo über die zehn Kilometer nicht mehr“, teilte Andreas Oberschilp ergänzend mit.

Der Routinier wollte in diesem Jahr eigentlich gar nicht starten. „Ich habe mich intensiv auf einen Bahn-Wettbewerb in Zeven vorbereitet und wollte Wilstedt deshalb auslassen“, informierte der 48-Jährige. Erst kurzfristig habe er sich dann doch noch einmal umentschieden. „Das spezielle Training hat jedoch Körner gekostet. Deshalb musste ich mich jetzt ganz schön anstrengen“, versicherte Oberschilp.

Bei den Frauen der jüngeren Jahrgänge gab es ein unerwartetes Resultat. Die Siegerin der vergangenen drei Jahre, Janina Heyn vom ATS Buntentor Bremen, musste sich der für den dänischen Verein Strindberg IL startenden Katharina Kahrs um 1:15 Minuten geschlagen geben. Aber auch wenn Heyn nicht ganz die Form des Vorjahres aufwies, wäre es ohnehin schwer geworden, ihre Siegesserie fortzusetzen.

Nur um Haaresbreite schrammte Melanie Noak von der LG Kreis Verden bei den Frauen der älteren Jahrgänge an der Unterbietung der magischen 40-Minuten-Grenze vorbei. Sie lief das Feld dennoch in Grund und Boden. Erst fünf Minuten nach Noak überquerte die zweitplatzierte Maren Huckschlag von der LG Bremen-Nord die Ziellinie. Die meisten Aktiven hatten sich aber wieder einmal für den 5000-Meter-Jogging-Lauf entschieden. Mario Lawendel gelang hier bei den Männern, was seinem Klubkollegen Oliver Sebrantke noch verwehrt geblieben war: In einer hervorragenden Zeit von 16:30 Minuten setzte er sich die Krone auf.

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