Fußball-Bezirksliga

VfL Stenum und FC Hude vor dem Saisonstart

Noch eineinhalb Wochen, dann rollt in der Bezirksliga wieder der Ball. Im ersten Teil unserer Vorschau geht es um die beiden Teams aus dem Landkreis.
25.08.2020, 19:48
Lesedauer: 6 Min
Zur Merkliste
VfL Stenum und FC Hude vor dem Saisonstart
Von Justus Seebade
VfL Stenum und FC Hude vor dem Saisonstart

Der VfL Stenum setzt auch in der kommenden Saison auf eine gesunde Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern.

INGO MÖLLERS

Noch eineinhalb Wochen, dann beginnt in der Fußball-Bezirksliga Weser-Ems die neue Saison. Die Mannschaften absolvieren nun ihre letzten Testspiele. Die Saison steht unter besonderen Vorzeichen, schließlich wurde die Liga in zwei Staffeln gesplittet. Im ersten Teil unserer Saisonvorschau geht es um die Landkreis-Teams VfL Stenum und FC Hude.

VfL Stenum

Thomas Baake hat aktuell nichts zu meckern. „Stand jetzt bin ich zufrieden. Im Moment spielen wir guten Fußball. Das war vor zwei Wochen noch nicht zu erkennen“, berichtet der Trainer des VfL Stenum. Seine Mannschaft hat nun schon länger in voller Stärke trainiert, alle Akteure haben genügend Einheiten absolviert. Die neue Bezirksliga-Saison kann also kommen.

Sieben Partien haben die Kicker vom Kirchweg in der Vorbereitung bis dato bestritten – und davon lediglich zwei verloren. Zum Auftakt zog der VfL gegen den Kreisligisten TV Munderloh mit 2:3 den Kürzeren. Zu diesem Zeitpunkt „mussten wir uns noch finden“, erklärt Baake. Viele Spieler waren noch im Urlaub oder hatten noch nicht viel trainiert. Gegen den Bremen-Ligisten Habenhauser FV unterlag Stenum zwar mit 0:1, hätte laut Baake aber auch gewinnen können: „Wir haben wenig zugelassen und waren die stärkere Mannschaft.“

In den folgenden Begegnungen stimmten dann auch die Ergebnisse. Die SVG Berne aus der Kreisliga Jade-Weser-Hunte bezwang der VfL deutlich mit 6:1. Danach blieb das Team dreimal in Serie ohne Gegentor – 3:0 gegen den Kreisligisten VfL Wildeshausen II, 12:0 gegen den FC Oberneuland II (Kreisliga A Bremen) und 7:0 beim SV Lemwerder (Landesliga Bremen) lauteten die Resultate. Zuletzt trennten sich die Stenumer vom TuS Frisia Goldenstedt aus der Bezirksliga Weser-Ems 4 mit einem 3:3. Am kommenden Wochenende testen sie gegen den Bremer Landesligisten FC Huchting und abschließend gegen den VfL Wildeshausen, ehe in der nächsten Woche mit dem Bezirkspokal-Heimspiel gegen den SV Atlas Delmenhorst II die erste Pflichtaufgabe ansteht.

Der VfL geht mit einer enormen Quantität im Kader in die neue Saison. Thomas Baake und seinem Trainerteam standen satte 30 Akteure zur Verfügung, die am Ende natürlich nicht alle einen Platz im Bezirksliga-Kader haben werden. Vier Spieler gehören nun bereits zur 2. Herren. Zwei weitere werden noch folgen, sodass die Stenumer am Ende ein 24-köpfiges Aufgebot beisammenhaben. „Mir ist bewusst, dass nicht alle spielen können. Aber wir wollen die Intensität hochhalten und alles doppelt besetzt haben“, erläutert Baake. Der eine oder andere denke vielleicht, dass der Kader zu groß sei, doch er wolle das genau so haben. „Es werden intensive zwei Monate“, meint der Coach mit Blick auf die Hinrunde.

Der Kader sei in der Breite so stark wie noch nie. Daher müssen sich die VfL-Akteure jede Woche aufs Neue beweisen. „Jeder hat das Zeug zu spielen. Es kommt immer darauf an, wie die Trainingswoche gelaufen ist und wie man die Derbys annimmt. Wenn jemand ein super Spiel gemacht hat und dann aber nicht trainiert, muss man sagen, dass dieser Spieler erst mal zuguckt“, verlangt Baake vollen Einsatz. Derbys gegen den FC Hude oder die Mannschaften aus Delmenhorst stehen aufgrund der kleinen Liga sehr regelmäßig, teilweise sogar mehrmals am Stück auf dem Programm. Für die Zuschauer sei das attraktiv, weiß Baake, doch er selbst findet die vielen Lokalduelle nicht optimal: „Da geht das Besondere ein bisschen verloren. Wir müssen versuchen, das aufrechtzuerhalten.“ Die Hinrunde in der Neuner-Staffel endet bekanntlich bereits Anfang November. Im Hinblick auf die Corona-Pandemie findet Baake das absolut vernünftig. „Wir wissen nicht, ob eine zweite Welle kommt. Wenn nicht, ist alles gut, dann werden wir den November nutzen, egal in welcher Form“, kündigt der VfL-Coach an. Eine Möglichkeit zum Spielen und Trainieren haben die Stenumer mit ihrem Kunstrasenplatz ja mittlerweile.

Mit den Brüdern Simon und Lukas Matta, die vom SV Tur Abdin Delmenhorst an den Kirchweg gewechselt sind, hat sich der VfL die Dienste zweier erfahrener und dennoch relativ junger Akteure gesichert. Als weiterer externer Neuzugang ist Jakob Korfmann, der zuvor für den TuS Hasbergen auflief, an Bord. Zudem stehen mit Felix Oetjen, Nils Meinken, Tim Weiand, Marcel Rüdebusch und Jan-Luca Rustler fünf Jungspunde zur Verfügung. „Die jungen Wilden machen das sehr gut und geben Vollgas. Aber du brauchst gestandene Spieler, die die Jungs bei Leistungsschwankungen auch auffangen. Die Mischung stimmt in der Truppe“, ist Baake überzeugt. Nun muss sich das Team auch im Pflichtspielbetrieb beweisen. „Wir wünschen uns schon Spitzenspiele“, sagt der Coach, für den die ersten Wochen gleich von großer Bedeutung sind: „Nach drei Spieltagen kann man sehen, wo die Reise hingeht.“

FC Hude

Am kommenden Wochenende geht es noch einmal in die Vollen. Zwei Tage, zwei Testspiele – dann hat der FC Hude seine Saisonvorbereitung abgeschlossen. Der Fußball-Bezirksligist trifft am Sonnabend und Sonntag dabei auf zwei Gegner, die ganz bewusst ausgewählt wurden. Mit dem MTV Riede aus der Bezirksliga Lüneburg 3 und dem FC Rastede aus der eigenen Weser-Ems-Parallelstaffel warten zwei Kontrahenten auf den FCH, die in etwa auf Augenhöhe agieren dürften und sich daher prima zur letzten Formüberprüfung vor dem Pflichtspielstart eignen. Diese Woche noch – „ich denke, dann sind wir gut vorbereitet“, sagt Lars Möhlenbrock.

Der Huder Coach blickt insgesamt zufrieden auf die vergangenen Wochen zurück. „Bis dato läuft es eigentlich sehr ordentlich“, ordnet Möhlenbrock ein. Sechs Tests hat er mit seiner Mannschaft schon absolviert. An Spielpraxis mangelt es dem Team also nicht. Der Trainer bescheinigt seinen Schützlingen denn auch bereits eine gewisse Routine. Auf dem Platz sei zu erkennen, „dass die Jungs in der Defensivordnung gut stehen und eine gute Wettkampfhärte haben“, lobt Möhlenbrock.

Die reinen Ergebnisse sind, wie es in einer Vorbereitung nicht unüblich ist, sehr unterschiedlicher Natur. Zum Auftakt unterlag Hude beim TSV Etelsen aus der Landesliga Lüneburg mit 2:5. Am folgenden Wochenende bestritt das Team zwei Partien, rang dem Bremen-Ligisten Bremer SV ein torloses Remis ab und gewann gegen den Ligakonkurrenten SV Atlas Delmenhorst II mit 4:2. Bei der SV Hemelingen, ebenfalls aus der Bremen-Liga, wurde es dann ziemlich wild. Am Ende zog der FCH mit 4:7 den Kürzeren. Zuletzt gab es gegen den Bremer Landesligisten TS Woltmershausen einen 3:2-Sieg und gegen die Drittvertretung des SV Werder Bremen (Bremen-Liga) eine ebenso knappe 2:3-Niederlage.

Vor allem das 0:0 gegen den BSV und das 4:7-Spektakel gegen Hemelingen stechen ein wenig heraus. „Gegen den Bremer SV haben wir uns stark auf die Defensive konzentriert. Das haben wir bewusst so gemacht, weil wir wussten, dass ein Gegner kommt, der wirklich ambitioniert ist. Da willst du nicht ins offene Messer laufen“, erklärt Möhlenbrock. Beim Elf-Tore-Festival hatten die Huder derweil einen kleinen Hänger. „Das ist in einer Testphase ein Stück weit normal“, relativiert der Coach, der außerdem einiges neu ausprobierte. „Das erklärt so was ein bisschen.“ Positive Eindrücke hat er bislang von seinen Neuzugängen gesammelt. „Sie sind alle gut reingekommen und gut von der Mannschaft aufgenommen worden“, freut sich Möhlenbrock. Zum Team gestoßen sind Torwart Maximilian Gundelach, Verteidiger Milan Heyl sowie die Mittelfeldakteure Kenneth Eze und Bamory Dembele. Ein weiterer Neuzugang ist ein Altbekannter. Mohamed Alawie geht wieder für den FCH auf Torejagd. „Bislang machen alle Neuzugänge und die Jungs, die vorher schon da waren, einen sehr guten Job“, lobt Möhlenbrock. Die Mannschaft sei weiter als vor Jahresfrist. Der Trainer lobt das Kollektiv. „Der Teamspirit ist schon da“, hat er beobachtet.

Da die Saison in der Neuner-Staffel dieses Mal ziemlich kurz sein wird, ist der Saisonstart für Möhlenbrock umso wichtiger. „Man hat weniger Kulanz, um Fehler zu machen. Darauf muss man sich einstellen und von Anfang an auf den Punkt da sein“, blickt er voraus. Über die Ziele hat sich der Coach mit seiner Mannschaft intern unterhalten, nach außen will er sie jedoch nicht kommunizieren. „Das ist dieses Jahr wirklich schwer. Die Voraussetzungen sind ganz anders“, erklärt Möhlenbrock und nennt als Beispiele eben die kurze Spielzeit und die Frage, wie die anderen Teams die lange Pause verkraftet haben. Er will sich mit seinen Mannen zunächst auf die ersten fünf Spiele konzentrieren – und diese allesamt gewinnen. „Einfach um ein gutes Gefühl zu haben“, sagt Möhlenbrock.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+