Fußball

Brinkumer SV erwartet starken Aufsteiger Arsten

Jung, schnell, diszipliniert: So hat sich der TuS Komet Arsten den Respekt von Brinkums Trainer Mike Gabel erspielt. Drei Punkte sind dennoch das Ziel der Elf vom Brunnenweg.
08.10.2020, 20:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Thorin Mentrup
Brinkumer SV erwartet starken Aufsteiger Arsten

Innenverteidiger Eugen Uschpol könnte einen neuen Partner für das Arsten-Spiel bekommen.

Thorin Mentrup

Brinkum. Es gehört schon einiges dazu, um Mike Gabel zu beeindrucken. Der TuS Komet Arsten aber hat es geschafft. „Die Truppe hat was“, findet der Trainer des Brinkumer SV. Der Aufsteiger in die Fußball-Bremen-Liga hat beim BSV-Coach bereits einen kleinen Stein im Brett. Umso mehr bereitet der 38-Jährige seine Mannschaft auf ein intensives und schwieriges Heimspiel am Sonntag ab 14.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Brinkum vor.

Aber was ist es denn nun, das Arsten so spannend macht? Was ist Brinkums Trainer während seiner Spielbeobachtungen aufgefallen? „Sie sind eine junge Truppe, sehr diszipliniert, sie laufen extrem viel. Ihr Fitnesszustand ist richtig gut. Sie schließen die Räume und agieren sehr kompakt.“ Kurzum: Arsten macht sehr viel sehr gut. „Und das als Aufsteiger“, ergänzt Gabel.

Arsten lässt aufhorchen

Der Vorjahresdritte der Landesliga ist deshalb aufgestiegen, weil der FC Oberneuland den Sprung in die Regionalliga Nord schaffte. Doch wie ein Nachzügler, der vom sportlichen Erfolg eines anderen Klubs profitiert hat, präsentiert sich Arsten bislang wahrlich nicht. Wer Blumenthal schlägt und Schwachhausen einen Punkt abknüpft, der muss Qualität haben.

Dass diese Qualität von jungen Spielern kommt, ist nicht verwunderlich, denn mit Talenten kennt sich Arstens Coach bestens aus. Kevin Köhler sitzt seit Saisonbeginn auf der Bank des TuS. Er trainierte zuvor die U17 des Klubs und trat dann die Nachfolge von Steffen Dieckermann an. Alles andere als eine einfache Aufgabe, war der heutige Blumenthaler Trainer doch ein entscheidender Faktor auf dem Weg in die Bremen-Liga, fast schon eine Institution in Arsten. Doch Köhler und seine Truppe haben sich nicht beirren lassen. Deshalb gibt es für Gabel nur eine logische Schlussfolgerung: „Ein normaler Aufsteiger ist Arsten nicht.“

Wieder ein Schritt nach vorn

Aber die Brinkumer wollen auch kein normaler Bremen-Ligist sein. Dafür sind die Ansprüche mittlerweile zu hoch, dafür erwartet auch Gabel selbst zu viel von sich und seiner Elf. Dem, was er sehen will, kommen seine Spieler immer näher. Einen weiteren Schritt haben sie beim hart erkämpften 1:0-Sieg bei der Leher TS gemacht. Es war nicht nur ein Erfolg der spielerischen Klasse, sondern auch ein Sieg des Willens und des Kampfgeistes. Brinkum hat bei seinen Erfolgen zahlreiche Facetten gezeigt. Auch das ist ein Grund für die bislang so starke Saison.

Die macht der Coach auch daran fest, dass es innerhalb der Mannschaft stimmt. „Die Stimmung ist richtig gut, weil es nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich passt“, betont er. Das sorgt dafür, dass die Mannschaft auch nach fünf Siegen in Serie noch nicht satt ist. Unter der Woche schickte Gabel seinen Spielern eine Powerpoint-Präsentation. Der Inhalt: Neues zum Pressingverhalten. „Wir können uns immer verbessern“, verdeutlicht der Trainer, dass der Weg seiner Elf noch nicht zu Ende ist, auch wenn vieles richtig gut läuft. Luft nach oben gibt es etwa weiterhin vor dem Tor: „Wenn es bei uns wie in der Bundesliga eine Statistik gäbe, die erfasst, wer sich die meisten Großchancen herausspielt, dann wären wir mit Sicherheit die Nummer eins. Beim Nutzen der Großchancen aber wären wir weit hinten“, stehen Aufwand und Ertrag laut Gabel nicht immer im Einklang. Oft lege sich seine Elf den Gegner gut zurecht, belohne sich dann aber nicht dafür.

Eine neue Innenverteidigung?

Immer besser wird derweil das Defensivverhalten. Nur ein Gegentreffer in der Englischen Woche ist der beste Beleg dafür. „Da haben wir die Hebel angesetzt und das hat super funktioniert. So wollen wir jetzt weitermachen“, fordert Gabel auch gegen Arsten volle Konzentration in der Rückwärtsbewegung. Möglicherweise muss der Coach allerdings sein Innenverteidigerduo sprengen: Hinter dem Einsatz von Esin Demirkapi, der bei der LTS früh raus musste, steht ein Fragezeichen. Hasan Dalkiran und Maximilian Degenhardt stünden Gewehr bei Fuß. Das ist ein Beleg dafür, dass der Kader auch in der Breite gut besetzt ist. Sicher nicht dabei sind Hyoung-bin Park, Darko Krajina, Richard MC Mensah Quarshie und der gesperrte Hamudi Taha. Offen ist, ob es bei Kevin Artmann und Yassin Bekjar für den Kader reicht.

Der Brinkumer SV bittet alle Zuschauer darum, sich eine Sitzgelegenheit mitzubringen, um das Spiel zu verfolgen. Denn nur so ist es corona-konform.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+