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Tim Müller übernimmt die U17 beim FC Oberneuland

Tim Müller verantwortete zuletzt die A-Junioren des VfL Stenum. Dort hätte man ihn gerne weiterbeschäftigt. Doch der 29-Jährige entschied sich für ein anderes Angebot: Er übernimmt die U17 des FC Oberneuland.
22.03.2021, 16:52
Lesedauer: 4 Min
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Tim Müller übernimmt die U17 beim FC Oberneuland
Von Michael Kerzel
Tim Müller übernimmt die U17 beim FC Oberneuland

Tim Müller trainierte zuletzt die A-Junioren des VfL Stenum. Er wechselt nun zum FC Oberneuland. Die Bremer bauen ein Mini-Nachwuchsleistungszentrum auf.

INGO MÖLLERS

Tim Müller ist ein begehrter Fußballtrainer im Nachwuchsbereich. Der 29-jährige Delmenhorster verantwortete zuletzt die A-Junioren des VfL Stenum in der Landesliga. Dort war man mit seiner Arbeit sehr zufrieden und hätte ihn gerne weiterbeschäftigt und sein Kompetenzfeld eventuell erweitert. Doch Müller entschied sich für ein anderes Angebot: Er übernimmt die U17 des Regionalligisten FC Oberneuland. Dort entsteht ein Mini-Nachwuchsleistungszentrum. „Das ist dort alles sehr professionell aufgestellt. Das Konzept hat mich überzeugt und ich bin dort auch von Beginn an dabei“, sagt Müller. Der 29-Jährige betonte, dass auch der VfL Stenum gut aufgestellt und es ihm sehr schwer gefallen sei, zwischen den beiden Angeboten zu entscheiden (wie berichteten).

In Oberneuland ist jedoch alles eine Nummer größer – und der Weg zur Regionalliga kürzer. Die U17 spielt in der Bremer Verbandsliga, die U19 ebenso wie die Herren in der Regionalliga. „Bremen ist der Verband der kurzen Wege“, sagt Müller. Das gilt sowohl für die Arbeit im Verband als auch in der Ligenstruktur. In Niedersachsen folgen auf Bezirksliga noch Landes- und Niedersachsenliga, bevor es in die Regionalliga geht. „Es ist aber nicht so, dass ich hier sofort aufsteigen muss. Es geht um die Entwicklung. In zwei, drei Jahren sollen mindestens zwei der drei Teams U15, U17 und U19 in der Regionalliga spielen“, erklärt Müller. Er hält das für realistisch. „Ankündigen kann man ja immer viel, aber hier stimmt das Konzept“, sagt er.

Regionalliga ist das Ziel

Nachwuchsleiter im Leistungsbereich der U 15 bis U 19 wird Kristian Arambasic, der auch Trainer der Herrenmannschaft ist. Er kümmert sich um die interne Trainerausbildung und ist damit der Vorgesetzte von Müller. Bei der Entwicklung des Jugendkonzeptes waren Edgar Kary (Abteilungsleiter) und Daniel Prause (Nachwuchskoordinator) mitverantwortlich. Kary spielte unter anderem für den SV Atlas Delmenhorst und war Trainer beim SV Tur Abdin Delmenhorst.

Die Bedingungen, die Tim Müller vorfinden wird, sobald die Corona-Regelungen das zulassen, sind sehr gut. Unter anderem entstehen zwei Bauten auf dem Gelände, die der Nachwuchs nutzen soll. „Ein Raum ist für die Jungs zum Chillen da. Da werden dann Couch und Kicker etc. drin stehen. Hinzu kommt ein Fitnessraum, in dem die Spieler selbstständig arbeiten können“, berichtet Müller. Ziel ist, dass die Talente nach der Schule auf das Gelände des FCO kommen können, dort Essen bekommen und ihre Hausaufgaben machen können. Damit sollen die Spieler an den Verein gebunden werden, sich ihm zugehörig fühlen und so möglichst viele Jugendabteilungen durchlaufen, bevor der Übergang zu den Herren ansteht. „Das ist ein sehr nachhaltiges Konzept“, lobt Müller. Finanziert wird es von einem Förderverein, den Marko Mock gegründet hat, der Inhaber einer Consulting-Agentur in Grasberg ist. Zwölf Gründungsmitglieder, überwiegend Unternehmer aus Oberneuland, bringen die nötigen Summen auf.

Mehrere Assistenztrainer

Tim Müller bekommt noch einen Co-Trainer zu Seite gestellt, wer genau das ist, steht noch nicht fest. Zudem bekommt er Hilfe von Spezialtrainern: Der U17 sind ein Torwarttrainer, ein ausgebildeter Athletiktrainer und ein Physiotherapeut zugeordnet. „Die Aufgaben sind auf viele Schultern verteilt. Der Verein ist hier sehr gut aufgestellt“, sagt Müller. Der Delmenhorster wird Stationstrainer, bleibt also Jahr für Jahr bei der U17 und geht nicht mit einem Jahrgang hoch. Zum Konzept gehört, dass die älteren Spieler einer Mannschaft mit den jüngeren der höheren Mannschaft regelmäßig zusammentrainieren.

Kristian Arambasic (rechts) ist Trainer des Regionalligisten FC Oberneuland und dort künftig auch Nachwuchsleiter. Talente sollen mehrere Jugenden durchlaufen und dann in die Herren des FCO wechseln, um dort in der Regionalliga mit Kerem Sahan (links) und Co. zu spielen.

Kristian Arambasic (rechts) ist Trainer des Regionalligisten FC Oberneuland und dort künftig auch Nachwuchsleiter. Talente sollen mehrere Jugenden durchlaufen und dann in die Herren des FCO wechseln, um dort in der Regionalliga mit Kerem Sahan (links) und Co. zu spielen.

Foto: Christina Kuhaupt

Wann er seine Aufgaben vor Ort angehen kann, steht noch nicht fest. „Durch die aktuelle Coronasituation ist es alles natürlich noch mit Fragezeichen verbunden, da wir nicht auf den Platz können“, berichtet Müller. Aktuell führt er viele Gespräche, um die Strukturen und die handelnden Personen im Verein besser kennenzulernen, beispielsweise mit dem aktuellen U17-Coach, der künftig die U18 trainiert. „Ich habe eine Liste der Spieler, aber da muss man noch qualifizieren, wer welche Positionen spielen kann beispielsweise. Dann kann man schauen, wer schon da ist, und wo man noch neue Spieler braucht, um die Ziele zu erreichen. Es gibt schon einige proaktive Anfragen von Spielern, die von dem Konzept überzeugt sind und ein Probetraining machen wollen“, berichtet Müller. Momentan ist das nicht möglich, Training und Spiele sind nicht erlaubt, Müller kann sich also kein Bild von der Stärke der Spieler machen.

Besonders überzeugt ihn, dass die Talente künftig in einem Verein bleiben können während der fußballerischen Ausbildung. „In Delmenhorst war es vor dem JFV ja auch so, dass die Spieler oft wechselten. In Bremen war das auch so, wenn beispielsweise Arsten mal in der C-Jugend in der Regionalliga war, Borgfeld in der B-Jugend und Oberneuland in der A-Jugend. Dann wechseln die Spieler teilweise in Scharen von einem Verein zum nächsten“, erzählt Müller.

Trainiert werden soll künftig viermal pro Woche, am Wochenende folgt ein Spiel. „Wir haben hochgesteckte Ziele und dafür muss man arbeiten. Ich gehe volle Kanne ran und dann schauen wir mal. Grundsätzlich ist mein Engagement langfristig angelegt, aber im Fußball passiert immer viel“, sagt Müller.

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