Fußball

Rassiges Remis zwischen TuS Sudweyhe und SV Heiligenfelde

Mit viel Leidenschaft führen der TuS Sudweyhe und der SV Heiligenfelde ihr Duell. Die Tore fallen nach Standards.
13.10.2020, 22:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Rassiges Remis zwischen TuS Sudweyhe und SV Heiligenfelde

Heiligenfeldes tragische Figur war Keeper Jörn Wachtendorf.

Thorin Mentrup

Sudweyhe. Die spielerisch feine Klinge packten weder der TuS Sudweyhe noch der SV Heiligenfelde aus. Dennoch war das Bezirksliga-Nachholspiel alles andere als ein öder Kick unter Flutlicht. Viel Taktik, viel Einsatz und und noch mehr Leidenschaft warfen beide Mannschaften in die Waagschale – und teilten am Ende mit 1:1 (0:1) die Punkte.

Nach dem dritten 1:1 aus den vergangenen vier Spielen stellte sich vor allem bei den Sudweyhern die Frage, was dieser Zähler wert ist. „Wer weiß? Das werden wir noch sehen“, konnte Sven Helms, der die Gastgeber gemeinsam mit Benjamin Jacobeit trainiert, nur konstatieren. Sicher ist: Der Zähler hält den TuS im Rennen um die Plätze für die Aufstiegsrunde. Klar ist aber auch: Die Chance, bis auf einen Punkt an den SC Twistringen und den SV Bruchhausen-Vilsen auf den Rängen zwei und drei heranzukommen, haben die Gastgeber nicht genutzt. „Trotzdem müssen wir positiv bleiben. Wir waren von Beginn an gut im Spiel und waren besonders in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft. Uns fehlen im Moment nur Kleinigkeiten“, blickte Helms optimistisch nach vorn.

Positiv sah sein Gegenüber Torben Budelmann das Spiel: „Ich bin nicht unzufrieden mit dem Auftritt. Meine Mannschaft hat Charakter. Sie hat kämpferisch eine super Leistung gezeigt“, gefiel ihm vor allem die Einstellung der von ihm und Mustafa Cali betreuten Gäste-Elf. Unter dem Strich hatte er ein rassiges Spiel gesehen „mit den leicht besseren Chancen auf unserer Seite“.

Brandhoff trifft zur Führung

Möglichkeiten gab es in der Tat wenige. Das Spiel war dennoch alles andere als tempo- oder temperamentlos. Es war deutlich zu erkennen, wie groß der Respekt beider Teams voreinander war, aber auch wie gut beide aufeinander vorbereitet waren. Sie wussten, wann sie pressen, wann sie sich fallen lassen mussten und wann es an der Zeit war, schnell umzuschalten. Allerdings verteidigten auch beide Mannschaften stark. „Sudweyhe hat die Lücken sehr schnell zugelaufen“, sagte Budelmann anerkennend. Dasselbe galt aber auch für seinen SVH. Der spielte keinen Hurra-Fußball, „aber das war auch klar“, fand der Gästecoach. Von dem ballbesitzorientierten Stil waren die Heiligenfelder zuletzt bereits abgewichen. Sudweyhe hielt dagegen daran fest. „Wir wollen Fußball spielen“, bekräftigte Helms.

Wie das aussehen kann, wenn es gut funktioniert, das zeigten die Gastgeber nach einer Viertelstunde, als sich Justin Pakleppa nach einem Ballgewinn zwischen die Linien fallen ließ, das Spielgerät erhielt und auf Robin Engelhardt weiterleitete, der aus halbrechter Position zu hoch abschloss. Es war keine richtig große Chance, aber ein Zeichen, wie schnell es gehen kann beim TuS. Auf der Gegenseite nutzte Heiligenfelde einen Freistoß zur Führung. Die Hereingabe von Tobias Dickmann aus dem Halbfeld war lange unterwegs, Joshua Brandhoff setzte sich entschlossen durch und köpfte ein (18.). „So ein Gegentor dürfen wir natürlich nicht kassieren“, ärgerte sich Helms. Nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit fingen sich die Gastgeber einen vermeidbaren Treffer.

Janek Piontek hätte nachlegen können, verzog nach einem schnellen Angriff allerdings (32.). Auch die Gäste verstanden sich aufs Umschaltspiel. Diese Qualität auf beiden Seiten sorgte dafür, dass das Match spannend blieb. Besonders die Sudweyher, die mehr Ballbesitz hatten, mussten stets wachsam sein. Die Gastgeber ließen vor der Pause ihre beste Chance durch Calvin Helms aus, der sich gegen Maximilian Wirth durchsetzte, mit seinem rechten Fuß dann aber nicht genügend Druck hinter die Kugel bekam (34.). Der TuS betrieb viel Aufwand, hatte es allerdings schwer, ein Durchkommen zu finden.

Kurioser Ausgleich

Kurios fiel der Ausgleichstreffer: Maik Behrens' Freistoß etwa von Höhe der Mittellinie wurde lang und länger, schien aber sichere Beute von Keeper Jörn Wachtendorf zu sein. Der Schlussmann fing den Ball auch und wollte das Spiel bereits fortsetzen, als ein Pfiff ertönte. Doch der Linienrichter hatte ein Tor angezeigt. Er hatte das Spielgerät hinter der Linie gesehen (64.). „Ich konnte es nicht erkennen, aber es ist schon bitter“, sagte Budelmann. Zumal Brandhoff kurz nach Wiederanpfiff per Drehschuss an Janik Theiß gescheitert war (47.). Doch nun war die Führung auf einmal weg. Helms freute sich derweil darüber, „dass wir auch einmal von einem Geschenk profitieren“.

Beide Mannschaften kämpften danach umso verbissener, wollten ihr Glück erzwingen. Darüber verloren sie allerdings die spielerische Linie. „Da war Tabula rasa“, sah Budelmann, wie beide Kontrahenten in der Schlussphase jegliche taktischen Fesseln lösten. „Wir haben uns von der Unruhe anstecken lassen“, fand Helms, der seine Sudweyher immer wieder aufforderte, cool zu bleiben, Ballkontakte zu sammeln und wieder Kontrolle zu gewinnen. Es half nichts. Es mangelte wahrlich nicht am Willen, dafür aber an der Konzentration. „Es war irgendwann nur noch sehr kompliziert“, hätte sich Budelmann einfacheren Fußball gewünscht. Und da ging es Helms und Jacobeit nicht anders.

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