Knapper Sieg

FC Oberneuland besiegt Atlas Delmenhorst im Regionalliga-Derby

Der FC Oberneuland hat mit dem dritten 1:0-Sieg der Saison drei weitere Punkte eingefahren. Im Derby gegen den SV Atlas Delmenhorst setzte sich das Team von Coach Kristian Arambasic knapp durch.
11.10.2020, 20:00
Lesedauer: 3 Min
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FC Oberneuland besiegt Atlas Delmenhorst im Regionalliga-Derby
Von Michael Kerzel
FC Oberneuland besiegt Atlas Delmenhorst im Regionalliga-Derby

Es ging zeitweise hoch her im Regionalliga-Derby: In dieser Szene holt Oldenburgs Julian Harings Oberneulands Tim Kreutzträger recht unsanft von den Beinen. Später gerieten Oldenburgs Jan-Niklas Wiese und FCO-Trainer Kristian Arambasic aneinander.

Frank Thomas Koch

Während der FC Oberneuland bereits seinen dritten Sieg in der Fußball-Regionalliga feierte, steht der SV Atlas Delmenhorst weiterhin bei nur zwei Unentschieden. Vor der Saison wurden die Delmenhorster höher als die Bremer gehandelt, doch nach rund zwei Dritteln der Hinrunde stehen sie auf dem letzten Tabellenplatz sieben Zähler hinter dem FCO. Dieser gewann das eminent wichtige Derby daheim mit 1:0 (0:0). „Es war sehr viel Hektik drin, was auch daran lag, dass der Schiedsrichter ohne klare Linie war.

Man hat gemerkt, dass es für beide Mannschaften um sehr viel ging. Wir haben gut verteidigt und hatten auch ein bisschen Glück. Wir haben Herz und Leidenschaft gezeigt“, fasste FCO-Coach Kristian Arambasic das Geschehen zusammen. Es mache ihn stolz, dass sein Team die Umstellung aus der Bremen-Liga geschafft habe. Dort erzielten die Bremer rund fünf Tore pro Partie und spielten entsprechend offensiv, eine Etage höher steht die Elf für eine starke Defensive und Fünferkette.

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Die Partie gegen Atlas wurde aufgrund der steigenden Corona-Fälle in Bremen ohne Zuschauer ausgetragen. „Das war natürlich sehr schade. Ich hatte mich auf viele Fans gefreut. Wir hatten hier bei den letzten Heimspielen vor nur 270 Fans schon eine tolle Atmosphäre. Die Mannschaft hat heute toll gefightet trotz leerer Ränge“, sagte Arambasic.

Die Begegnung begann durchaus schwungvoll. Die erste Torchance verzeichnete die Heimelf: Ebrima Jobe setzte sich gegen Jan-Niklas Wiese durch und scheiterte aus spitzem Winkel im Eins-gegen-eins an einer Fußabwehr von Atlas-Schlussmann Florian Urbainski (5.). Es folgten jedoch 40 Minuten, in denen sich die beiden Teams mehr oder weniger neutralisierten. Beide scheuten das Risiko. Atlas versuchte, sich durch das Mittelfeld zu kombinieren, kam jedoch gegen die von Clemens Schoppenhauer dirigierte Defensive nicht durch.

Halbwegs gute Chancen

Oberneuland versuchte es seinerseits vor allem mit langen Bällen aus der Abwehr, die jedoch nur selten ihr Ziel fanden. Halbwegs gute Chancen verzeichneten für den SV Atlas Marco Stefandl mit einem Flachschuss (13.) und Kostandin Velkov mit einem Kopfball, der sich auf die Latte senkte (45.), sowie Onur Uzun auf der Gegenseite mit einem zur Ecke abgefälschten Schuss (16.). Bei einem Treffer für die Bremer stand Tim Kreuzträger im Abseits (42.).

Nach dem Seitenwechsel sorgte Jobe in der 53. Minute für das Tor des Tages. Karam Han setzte sich im Luftkampf gegen Nick Köster und Marco Stefandl durch, Tim Kreuzträger steckte im Anschluss auf Jobe durch, der den Ball zur 1:0-Führung ins Netz schob. Abgezeichnet hatte sich ein Treffer in dieser Partie nicht. Es folgten hektische Minuten: Atlas machte nun mehr Druck, Oberneuland staffelte sich tiefer. Zunächst verzog Köster knapp (58.), dann ergab sich eine riesige Atlas-Chance eher zufällig.

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Eigentlich. Denn Schiedsrichter Adrian Höhns pfiff zum allgemeinen Unverständnis ab. Was war passiert? Nach einem langen Ball lieferten sich Oliver Rauh und Lars Tyca ein Laufduell in den Strafraum, Jonas Horsch eilte aus seinem Kasten und kollidierte mit seinem eigenen Mitspieler. Der Ball lag frei, doch Höhns entschied auf Foul von Rauh und zeigte dem Atlas-Akteur auch noch die Gelbe Karte (60.). Auch Arambasic sagte im Anschluss, dass kein Vergehen vorlag und seine Spieler zusammengeprallt seien.

Glück hatte Atlas in der Folge zweimal: Zunächst verlor Julian Harings den Ball auf der linken Abwehrseite, Onur Uzun legte quer auf Jobe, der frei vor Urbainski am Torwart scheiterte (64.). Nur eine Minute später war Jan-­Niklas Wiese mit einer Gelben Karte gelinde gesagt sehr gut bedient: Ohne Chance auf den Ball, grätschte er Jobe an der Außenlinie direkt vor der FCO-Bank rüde um, es folgte eine ­Rudelbildung mit Arambasic auf dem Feld (65.).

Zum Unvermögen kam noch Pech hinzu

Sportlich übernahm Atlas immer mehr die Kontrolle und kam zu guten Chancen. Samuel Adeniran drosch den Ball freistehend aus zehn Metern fast ebenso viele Meter über das Tor (68.), Stefandl traf den Ball aus kurzer Distanz nicht voll (70.), Marek Janssen köpfte aus fünf Metern vorbei (80.), Tom Schmidt an den Pfosten (81.). Zum Atlas-Unvermögen kam noch Pech hinzu, da Höhns Ferfelis nach einem Foul einen Elfmeter verweigerte (73.).

Ein Tor fiel nicht mehr, die technischen Fehler auf beiden Seiten häuften sich. Immer wieder versprangen Bälle bei der Annahme, einfache Pässe kamen nicht an. Harings flog wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz (90.). „Man hat gemerkt, wie verunsichert die Mannschaft ist. Die Spieler haben sich nicht viel zugetraut. Das Selbstvertrauen ist unten, da ist alles einen Tick schwieriger“, meinte Atlas-Trainer Key Riebau.

Weitere Informationen

FC Oberneuland: Horsch – Bauer, Schoppenhauer, Nukic, Sahan, Han, Trebin, Tyca, Kreutzträger (75. Köhler), Jobe, Uzun (82. Ifeadigo)

Atlas Delmenhorst: Urbainski – Rauh (63. Adeniran), Wiese (68. Stütz), Velkov, Harings, Eggersglüß, Köster, Janssen, Stefandl (75. Liske), Schmidt, Ferfelis

Tor: 1:0 Ebrima Jobe (54.)

Schiedsrichter: Adrian Höhns (TuS Dassendorf)

Gelbe Karten: Tyca, Han - Köster, Rauh, Wiese, Stütz, Urbainski

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte gegen Delmenhorsts Julian Harings (90.)

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