Fußball

Burg und Eintracht Aumund steigen auf

Der beim virtuellen Verbandstag des Bremer Fußball-Verbandes beschlossene Saisonabbruch bringt Gewissheit für den Punktspielbetrieb der Serie 2019/20.
05.06.2020, 15:37
Lesedauer: 4 Min
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Von Jens Pillnick
Burg und Eintracht Aumund steigen auf

Julian Kubicek war von den gegnerischen Abwehrreihen oft nur schwer zu halten. Er erzielte für den 1. FC Burg in 18 Partien 21 Treffer und trug damit maßgeblich zum direkten Durchmarsch der Mannschaft von Trainer Sascha Steinbusch in die Fußball-Landesliga bei.

Christian Kosak

Bremen-Nord. Nun ist es also amtlich: Ein außerordentlicher Verbandstag des Bremer Fußball-Verbandes (BFV), der erstmals in der Geschichte des Verbandes in digitaler Form stattfand, hat am Donnerstagabend aufgrund der Corona-Pandemie den Abbruch der Saison 2019/2020 und deren Wertung beschlossen. So wird die Saison in sämtlichen BFV-Spielklassen mit Ausnahme der Landespokalwettbewerbe der Herren, Frauen und A-Junioren abgebrochen. „Nun ist es unsere Aufgabe, den Spielbetrieb für den Neustart zu planen, von dem wir heute noch nicht wissen, wann er sein wird. Klar ist aber: Die Vorfreude auf diesen Zeitpunkt ist bei allen Aktiven und Ehrenamtlichen hoch“, sagte BFV-Präsident Björn Fecker nach der virtuellen Mitgliederversammlung.

Während der Termin des Neustarts also weiterhin ungewiss ist, herrscht damit hingegen in Sachen Auf- und Abstieg Gewissheit. Die Regelung heißt im Wortlaut des BFV: Im Herren- und Frauenbereich, sowie bei den noch nicht beendeten Futsal-Ligen der Junioren wird der Tabellenstand nach den zuletzt ausgetragenen Spielen gewertet. Ein auf zwei Nachkommastellen genau errechneter Quotient aus Punkten pro Spiel bestimmt den Tabellenstand. Ergibt sich hierbei ein gleicher Quotient für zwei oder mehr Mannschaften, entscheidet gemäß der BFV-Spielordnung zunächst die Tordifferenz, dann die Anzahl der mehr erzielten Tore über den Tabellenstand. Es gibt unabhängig von den Abschlusstabellen in der Saison 2019/2020 keine sportlichen Absteiger. Bei den Spielen der Junioren und Juniorinnen wird die Abschlusstabelle der Winterrunde 2019 als Abschlusstabelle der Saison 2019/2020 gewertet. Die Staffeleinteilungen der Sommerrunde 2020 sollen den für den Spielbetrieb der jeweiligen Spielklassen zuständigen BFV-Gremien als Grundlage für die Staffeleinteilungen der kommenden Saison dienen.

Aufsteiger ja, Absteiger nein – diese Entscheidung sorgt bei einigen Vereinen aus dem Kreis Bremen-Nord für Freude und Erleichterung. So kann sich Landesliga-Schlusslicht SV Lemwerder über den Klassenerhalt freuen. „Eigentlich hatten wir für die Bezirksliga geplant, aber wir freuen uns schon, weiter in der Landesliga spielen zu können. Wir haben ein Jahr gewonnen und können die Aufgabe befreit angehen“, sagt Norman Stamer, der Sportliche Leiter des SV Lemwerder. Mit Rückkehrer Tim Weinmann aus Pennigbütttel, der Rückkehr von Langzeitverletzten und der Rückkehr von Trainer Fabian Wilshusen aufs Spielfeld beschreibt Stamer einen Qualitätsgewinn, der zu einem erfolgreicheren Abschneiden führen solle. Zur Erinnerung: In der jetzt gerade abgebrochenen Serie holte der SVL aus 19 Begegnungen nur zwei Punkte. Aber nicht nur auf, sondern auch neben dem Spielfeld will Lemwerder besser aufgestellt sein. Deshalb wird Trainer Fabian Wilshusen künftig von Waldemar Gilmut unterstützt, der zuletzt bei Eintracht Cuxhaben als Co-Trainer tätig war.

Eine Klasse tiefer können der TSV Lesum-Burgdamm und die TSV Farge-Rekum mit einer weiteren Saison in der Bezirksliga planen, obwohl ihre Chancen auf den Klassenerhalt tabellarisch betrachtet alles andere als rosig gewesen waren. Während der SV Lemwerder, der TSV Lesum-Burgdamm und die TSV Farge-Rekum also gerettet sind, läuten für den 1. FC Burg die Aufstiegsglocken. Die gerade erst in die Bezirksliga aufgestiegene Mannschaft von Trainer Sascha Steinbusch hat den Durchmarsch in die Landesliga geschafft.

Und darüber, dass der Aufstieg verdient ist, gibt es wohl auch keine zwei Meinungen. Der 1. FC Burg ist mit 16 Siegen, einem Remis und einer Niederlage souveräner Tabellenführer und erhielt jetzt den Lohn für die gezeigte Leistung. „Wenn es wieder möglich ist, werden wir den Aufstieg gebührend feiern. Aber es ist schon ein anderes Gefühl, als wenn man die drei noch für den Aufstieg benötigten Punkte auf dem Platz geholt hat“, sagt Sascha Steinbusch, der der BFV-Mitgliederversammlung als Vertreter des 1. FC Burg beiwohnte. Der Erfolgstrainer ist davon überzeugt, dass sein Team den Aufstieg auch unter normalen Umständen realisiert hätte: „Die Mannschaft hat die Qualität dazu und hat es verdient aufzusteigen.“

Über den Sprung in die höhere Klasse kann sich ebenfalls der SV Eintracht Aumund freuen, denn der hat sich in einem Kopf-an-Kopf-Rennen in der Kreisliga A rechtzeitig oben platziert. Die Wätjen-Truppe hatte nach acht Spieltagen noch Rang zehn belegt und beendete die Saison nun nach 16 ausgetragenen Partien als Erster. „Wir haben einen starken Endspurt hingelegt und natürlich auch davon profitiert, dass der Neurönnebecker TV zurückgezogen hat“, erklärte Eintracht-Trainer Marcel Wätjen. Und was die nächste Saison angeht, gibt er sich auch zuversichtlich: „Wir sind definitiv Bezirksliga-tauglich. Auf einem einstelligen Tabellenplatz sehe ich uns schon. Wir haben viele erfahrene Spieler, die auch schon höher gespielt haben.“

Während die Wertung des Punktspielbetriebes damit geregelt ist, darf über den weiteren Verlauf im Lotto-Pokal weiter spekuliert werden. Dabei steht aus Nordbremer Sicht natürlich der Wettbewerb der Herren im Fokus. Denn dort hat sich Bremen-Ligist Blumenthaler SV gemeinsam mit den Klassengefährten FC Oberneuland und SC Borgfeld sowie dem Landesligisten FC Huchting fürs Halbfinale qualifiziert. „Hinsichtlich des Lotto-Pokals der Herren trifft der BFV-Beirat in Absprache mit den Behörden und den betroffenen Vereinen eine Regelung zur Durchführung der ausstehenden Spiele. Sollte eine Durchführung aus Infektionsschutzgründen unmöglich sein, beschließt der BFV-Beirat über die Beendigung des Wettbewerbs und über die Teilnahme am DFB-Pokal“, heißt es diesbezüglich in der Pressenotiz des BFV. Der Lotto-Pokal der Frauen und der Landespokal der A-Junioren werden zunächst ausgesetzt. Weiter heißt es darin: Die Wettbewerbe sollen nach Möglichkeit in der Saison 2020/2021 mit den dann spielberechtigten Kadern wieder aufgenommen werden. Sollte auch hier eine vollständige Austragung vor den Meldeterminen für die DFB-Pokalwettbewerbe 2020/2021 nicht möglich sein, wird auf eine physische Austragung verzichtet und der entsprechende spielleitende Ausschuss des BFV entscheidet über die Teilnehmer an den DFB-Pokalwettbewerben 2020/2021.

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