Fußball

SC Twistringen bricht den Bassum-Fluch

Die Blaumeisen sind vor allem im ersten Durchgang das dominantere Team. Nach dem Seitenwechsel steigert sich Bassum, schafft die Wende aber nicht mehr.
09.09.2020, 12:44
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sven Hermann
SC Twistringen bricht den Bassum-Fluch

Lennart Bors brachte den SCT mit seinem Treffer auf die Siegerstraße.

Thorin Mentrup

Bassum. Seit Mai 2015 hatte der Fußball-Bezirksligist SC Twistringen auf einen Ligaerfolg gegen den Nachbarn TSV Bassum gewartet. Nach dem damaligen 4:0-Triumph blieben die Blaumeisen gegen den Rivalen neunmal in Folge sieglos, verlor sogar achtmal. Mit dem verdienten 3:1 (2:0)-Auswärtserfolg brachen die Delmestädter jetzt nach langen fünf Jahren den Fluch.

Es war ein munteres und gutes Derby, das die Zuschauer zu sehen bekamen. Und es waren die Gäste aus Twistringen, die in der Anfangsphase dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Die ersten Szenen gehörten dem SCT-Routinier Saimir Dikollari. Direkt in der zweiten Minute suchte er an der Strafraumgrenze den Abschluss, sein Schuss ging jedoch über das Tor. Dann verlängerte er per Kopf einen Flankenball des Teamkollegen Tom Thiede. Dieser Ball ging knapp vorbei (10.). Hellwach präsentierte sich der Ex-Brinkumer in der 18. Minute, als er einen fatalen Rückpass des Bassumers Marco Baier erlief, dann quer auf Lennart Bors legte, der zur Führung vollendete. Kleine Randnotiz: Bors war es übrigens auch, der den bis dato Derbysieg mit einem Doppelpack eintütete. Den errangen die Twistringer beim damaligen 2:0-Sieg im Juli 2018 an gleicher Stätte, allerdings im Bezirkspokal-Wettbewerb.

Vier Minuten nach der Führung von Bors, der in der 14. Minute mit seiner ersten Chance bereits am prächtig reagierenden TSV-Torhüter Leonard Schäfer gescheitert war, forderte die Bassumer Seite vehement einen Strafstoß. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Kevin-Noah Traemann blieb stumm. Die Gäste zeigten sich weiter von ihrer Schokoladenseite und agierten wesentlich bissiger als die Platzherren. Der starke Tom Thiede spielte mit einem Traumpass aus dem Mittelfeld heraus Bors frei, der daraufhin wunderschön zum Torschützen Hannes Fortkamp weiterleitete (29.).

Es war eine gute Antwort auf den Schock kurz zuvor, als Dikollari verletzt raus musste (28.). „Er ist auf dem Platz in ein Loch getreten, hat sich vermutlich eine Zerrung zugezogen“, verriet Twistringens Coach Uwe Küpker. Einen weiteren SCT-Treffer verhinderte erneut Schäfer, der dieses Mal einen Abschluss von Fortkamp zur Ecke lenkte (34.). Vorausgegangen war dieser Möglichkeit erneut eine tolle Kombination, dieses Mal zwischen Christoph Harms, Bors und Fortkamp.

Trotz der deutlichen Überlegenheit der Gäste hätten die Bassumer vor der Pause durchaus noch zum Anschluss kommen können. Aus kurzer Distanz scheiterte Manka Madun, der bereits in der Anfangsphase der Begegnung eine Torchance ungenutzt gelassen hatte (13.), an Blome (41.), eine Minute später verzog Patrik Remmert aus aussichtsreicher Position knapp.

Mit wesentlich mehr Schwung kamen die Platzherren aus der Kabine. „Es war klar, dass die Bassumer in den ersten 15 Minuten nach Wiederbeginn Druck machen würden“, sagte Küpker. So prüfte Alexander Pestkowski mit einer Direktabnahme aus der Distanz Keeper Blome (54.). Eine Minute später gelang Janik Hahnel ein Treffer, der allerdings wegen einer angeblichen Abseitsposition nicht anerkannt wurde. „Hier habe ich kein Abseits gesehen“, ärgerte sich Bassums Co-Trainer Andreas Merdon.

Jetzt kam noch mehr Feuer in die Partie. Zunächst scheiterte Bors aus spitzem Winkel an Schäfer (60.), dann folgte auf der anderen Seite der Anschlusstreffer: Wilke Kluge legte von der rechten Seite die Kugel maßgerecht für Madun auf, der nur noch einzuschieben brauchte (65.). Auf der Gegenseite wurde ein Abschlussversuch von Bors von einem Bassumer Akteur gerade noch vor der Linie geklärt (66.). Einen anschließenden Freistoß setzte Pestkowski an die Latte des Twistringer Tores (67.). „Wir standen hinten recht sicher und hatten viele Konterchancen. Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen und wurden heute belohnt“, registrierte Küpker. Einen dieser Konter nutzte der kurz zuvor eingewechselte Janik Dieckmann in der Nachspielzeit zur Entscheidung (90.+1).

„Aufgrund der ersten Halbzeit war das ein verdienter Sieg für die Twistringer. In der zweiten Hälfte waren wir dann dran“, bilanzierte Bassums Trainer Torsten Klein. „Wir haben das Spiel ganz klar in der ersten Halbzeit versemmelt. Da haben wir uns zu viele Fehler im Spielaufbau geleistet. Im zweiten Abschnitt haben wir das Match auf unserer Seite gehabt“, analysierte auch Merdon ähnlich.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+