Fußball

So lief der erste Corona-Spieltag

Klappstühle für die Zuschauer, Desinfektionsmittel und Abstandsregeln: Beobachungen von den Sportplätzen der Region.
07.09.2020, 16:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Jannis Klimburg und Thorin Mentrup
So lief der erste Corona-Spieltag

Nur mit eigenem Stuhl durften die Okeler Fans ihre Mannschaft in Sudweyhe unterstützen.

Vasil Dinev

Landkreis Diepholz. Die Corona-Pandemie hat nicht nur den Alltag verändert, sondern natürlich auch das Geschehen auf den Sportplätzen. Den ersten richtigen Härtetest der neuen Saison unter den zahlreichen Auflagen mussten die Vereine am Wochenende bewältigen. Beobachtungen von den Sportplätzen der Region.

Beim Jugendfußball war die Situation recht entspannt, doch auch beim Spiel der B-Junioren des JFV Weyhe-Stuhr gegen TuSpo Surheide galt: Eintragen, bitte. Ohne die Kontaktdaten zu hinterlassen, kam kein Zuschauer auf den Brinkumer Kunstrasenplatz. Einige Plastikstühle hatte der JFV zudem direkt an beiden Eingängen bereitgestellt. Die Zuschauer konnten sich also bedienen.

Ohnehin war beim Jugend-Kick das Drumherum überschaubarer als im Herrenbereich. Dort war es Pflicht für die Zuschauer, sich selbst Stühle mitzubringen. Das war bereits beim Kreisliga-Auftaktspiel zwischen dem TSV Weyhe-Lahausen und dem TSV Bramstedt am Freitagabend bitter nötig. „Wir hatten 110 Zuschauer“, berichtete Lahausens Erste-Herren-Koordinator Jens Lohmann. Eine gute Resonanz, die zeigt, dass auch die Fans wieder Lust auf Amateurfußball haben. Dennoch ist für die Klubs Vorsicht geboten: Mindestabstand, Desinfektionsmittel. Das alles gehört dazu. „In Lahausen hat es der Verein sehr gut umgesetzt“, zeigte sich Andreas Henze, der beiden Kapitänen vor Spielbeginn einen Ball überreichte und betonte, dass er erleichtert sei, dass der Fußball wieder loslege, tags darauf erfreut.

Da besuchte der Vorsitzende des Fußballkreises Diepholz das Bezirksliga-Duell zwischen dem TSV Bassum und dem TV Stuhr. Dort lernten die Zuschauer vor allem eins: Es lohnt sich, frühzeitig anzureisen. Denn mit dem Ausfüllen der Kontaktdaten nimmt der Einlass deutlich mehr Zeit in Anspruch. Nicht alle Fans hatten beim Anpfiff bereits ihren Platz eingenommen. Auffällig in Bassum: Die Zuschauer mussten den Platz mit Mund-Nasen-Schutz betreten und durften diesen erst an ihrem Sitzplatz abnehmen. Auf der Tribüne konnten die Zuschauer die Partie mit Abstand verfolgen, darüber hinaus hatte der Verein weitere Sitzgelegenheiten aufgebaut. Beim Einlass sprühten Helfer jedem Besucher Desinfektionsmittel auf die Hände, danach erst ging es zum Ausfüllen der Kontaktbögen. Für Henze ein Beweis dafür, „dass sich alle beim TSV Gedanken gemacht haben.“

Die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst hat das Erfassen der Kontaktdaten bereits digitalisiert. An jedem ihrer Sportplätze hat sie entsprechende QR-Codes angebracht. Wer die mit seinem Smartphone scannt, wird auf eine Seite weitergeleitet, auf der sich die Kontaktdaten mobil eintragen lassen. Den Ordnern mussten die Zuschauer ihr Smartphone freilich noch zeigen. Sonst hätten sie keinen Zutritt zum Gelände gehabt. Diese Lösung war angesichts der 220 Zuschauer durchaus clever und zeitsparend. Natürlich kam aber auch das gute, alte Papier zum Einsatz. Durchgreifen war dennoch angesagt: „Wir haben etwa 20 Leuten den Eintritt verwehrt“, berichtete Fußballabteilungsleiter Hauke Janssen. „Sie hatten keinen Stuhl dabei. Das haben wir aber vorher über alle Kanäle publiziert. Wir können da auch keine Ausnahmen machen.“

Ähnlich ging es auch beim Bezirksliga-Derby zwischen dem TuS Sudweyhe und TSV Okel zu. Auch hier hatten einige Zuschauer keine Sitzgelegenheit dabei. Doch die Verantwortlichen der Grün-Weißen stellten noch ein paar mehr Bierbänke als üblich auf, sodass noch einige Zuschauer mehr ihren Platz fanden. Dennoch wurde nicht immer der Abstand von 1,50 Metern eingehalten. Was aber auf einigen Sportplätzen in der Region auch nicht ganz einfach ist, da nicht immer genügend Platz vorhanden ist. „Das ist dann eben sehr schwierig, weil zum Beispiel bei uns hinter dem einen Tor keine Zuschauer Platz nehmen können. Und meistens sitzt man ja dann auch neben jemandem aus seinem näheren Umfeld“, erklärte Sudweyhes Coach Benjamin Jacobeit. Für ihn sei der Ablauf vor der Begegnung schon anders gewesen als sonst. „Wir haben uns nicht lange in der Kabine aufgehalten und haben drinnen auch versucht, auf den Abstand zu gucken. Viel mehr ist es für mich eine Umstellung, wie ich jetzt mit den Jungs umgehen soll. Durch die Pandemie gehst du mit deinen Spielern dann eben nicht mehr ganz so herzlich um, was den Körperkontakt betrifft, wie es vorher der Fall war.“

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