Fußball

Gefährliche Seckenhauser Standards

Die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst gewinnt das Spitzenduell der beiden Aufsteiger in Bruchhausen-Vilsen mit 2:0 und behauptet Platz eins.
04.10.2020, 19:48
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sven Hermann
Gefährliche Seckenhauser Standards

Seckenhausens Marcel Dörgeloh (am Ball) strahlte immer wieder viel Torgefahr aus.

Vasil Dinev

Bruchhausen-Vilsen. Iman Bi-Ria vom Fußball-Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst hatte in der Ansprache an sein Team nach dem 2:0 (2:0)-Auswärtserfolg beim Mitaufsteiger SV Bruchhausen-Vilsen nur lobende Worte parat. „Wir haben das Ding hier gerockt und sind wieder Tabellenführer“, sagte der TSG-Coach. In Vilsen waren es die brandgefährlichen Standards von Mittelfeldakteur Philipp Eggers, die den Unterschied ausmachten. Mit einem Sieg im kommenden Heimspiel und Gipfeltreffen gegen den Zweitplatzierten SC Twistringen können sich die Seckenhauser jetzt sogar die Hinrunden-Meisterschaft sichern.

„Wir haben jetzt Blut geleckt und wollen auch Hinrunden-Meister werden“, lautet Bi-Rias Zielsetzung im Spitzenspiel. Mit einer veränderten taktischen Ausrichtung schickte er seine Elf ins Spiel bei den Vilsern. Anstatt des bewährten 4-4-2-Systems wählte Bi-Ria die offensivere 4-3-3-Variante. „Taktisch waren wir perfekt eingestellt. Wir wollten die Vilser zermürben. Das hat gut funktioniert. Die Mannschaft hat das gut umgesetzt. Wir haben halt viel Erfahrung und zudem gute Charaktere auf dem Platz“, kommentierte Bi-Ria. Und da waren dann noch die Standards, die sich als Waffe erwiesen und mit denen die Gäste entscheidend punkten konnten. Nach einem Foul an Sercan Durmaz zirkelte Philipp Eggers einen Freistoß in den Vilser Strafraum, doch Innenverteidiger Mathis Mann rettete vor dem einschussbereiten Yannick Leushuis zur Ecke. Diese brachte Eggers ebenfalls gefährlich vors Tor und jetzt war Leushuis dann auch per Kopfball aus zwei Metern erfolgreich (19.).

Den nächsten Freistoß verwandelte Eggers direkt (27.). Bei beiden Treffern sah Vilsens Schlussmann Maximilian Kues nicht sonderlich gut aus. Beim ersten Gegentor kam Leushuis im Fünfmeterraum ungehindert zum Kopfball. Der Freistoß von Eggers schlug im rechten Torwarteck ein. "Er sah bei beiden Toren nicht gut aus. Im Fünfer muss er dazwischen gehen und der Freistoß landete in der Ecke des Torhüters", erkannte auch Vilsens Coach Patrick Tolle hier die Fehler seines Schlussmannes. Die nächste gefährliche Situation vor dem Vilser Tor entstand wiederum nach einem Freistoß von Eggers, der dieses Mal den Kopf des aufgerückten Mannschaftskapitäns Philip Kleingärtner fand. Doch dessen Kopfballverlängerung landete über dem Querbalken (28.). "Wir trainieren die Standards immer wieder", verriet Bi-Ria über das Erfolgsrezept. Die Gastgeber erarbeiteten sich ihre erste Torchance in der 35. Minute. TSG-Keeper Maurice Lutterklas verlor den Ball zunächst an Dennis Böschen. Am anschließenden Flankenball von Erik Helms segelte Marten Köhler nur knapp vorbei. "Trotz des Rückstandes waren die Seckenhauser nicht das spielerisch komplett überlegene Team, wie ich es eigentlich erwartet hatte", schilderte Tolle. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel dann aus der Hand gegeben", sah Bi-Ria noch Verbesserungsbedarf. Böschens Kopfball landete nach einer Rechtsflanke von Florian Wacker über dem Tor (56.). Dann parierte auf der Gegenseite Kues dreimal großartig. Zunächst war er nach einem Hackentrick von Marcel Dörgeloh zur Stelle, parierte dann den anschließenden Distanzschuss von Eggers und hielt auch den Nachschuss von Dörgeloh (68.). Zehn Minuten später trickste sich Dörgeloh durch den Strafraum und lupfte die Kugel an den Pfosten. Dazwischen zeichnete sich Lutterklas bei einem Schuss des Vilsers Hauke Wortmann aus (71.).

Vielleicht wäre von Seiten der Gastgeber noch etwas gegangen, wenn sie in der 82. Minute bei einer Doppelchance zum Anschluss gekommen wären. Zunächst beförderte Niklas Schröder den Ball freistehend über das Tor. Dann stocherte Wacker nach Ecke von Helms und anschließender Kopfballverlängerung von Böschen nur knapp am Pfosten vorbei. Es waren die letzten Tormöglichkeiten für die Gastgeber. „Unsere Viererkette und auch unser Mittelfeld agierte ganz stark. Wir haben 2:0 gewonnen und sind sehr zufrieden und glücklich. Die hier erlittene Niederlage aus der Vorsaison lag uns noch im Magen. Mit dem Sieg konnten wir Vilsen auf Distanz halten und können den Fokus jetzt auf die Spitzenpartie gegen Twistringen legen“, bilanzierte Bi-Ria. „Uns fehlten heute vier Leistungsträger. Dann wird es bei uns schon dünner. Wir sind einfach zu oft hängen geblieben. Mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein, mit dem bisherigen Saisonverlauf allerdings schon. Wir haben heute erneut bewiesen, dass wir wahrlich kein Fallobst sind“, analysierte Patrick Tolle.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+