Fußball

Erkennbare Entwicklung

Die Schlusslichter TSV Barrien und TVE Nordwohlde ziehen trotz magerer Punkteausbeute in der Fußball-Kreisliga eine positive Bilanz und freuen sich auf die neue Spielzeit.
28.04.2021, 13:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Florian Kastens
Erkennbare Entwicklung

Said Hassan (blaues Trikot) und sein TSV Barrien landeten auf den letzten Platz.

Michael Braunshädel

Große Einigkeit herrscht bei den Trainern des TSV Barrien und des TVE Nordwohlde in Bezug auf die getroffene Verbandsentscheidung, die aktuelle Saison komplett zu annullieren und nach dem Sommer neu zu starten: „Eigentlich konnte es zu keiner anderen Entscheidung kommen, ich stehe da komplett dahinter. Eine komplette Saison anhand von wenig absolvierten Wochen zu bewerten, wäre aus meiner Sicht etwas unfair gewesen. Auch wenn es natürlich Teams gibt, die sicher nicht glücklich mit dieser Entscheidung sind. Auch dafür habe ich volles Verständnis“, sagt etwa Michael Wichmann, Übungsleiter des TVE Nordwohlde und wird von Daniele Guerra unterstützt: „Das Vorgehen ist aus meiner Sicht total nachvollziehbar und meine Denkweise hat auch nichts mit unserem aktuellen Tabellenstand zu tun.“

Sein TSV Barrien „profitiert“ als Tabellenletzter von der Entscheidung, dass es keine Absteiger geben wird, „aber man muss doch insgesamt eingestehen, dass es unter den derzeitigen Umständen auch keinen Spaß macht. Natürlich würden wir gerne mal wieder trainieren, die Jungs sind heiß drauf, aber Punktspiele wollen doch vernünftig geplant und vorbereitet werden“, verdeutlicht Guerra. Während der vergangenen Monate war an eben solches Training nicht zu denken. „Der Verein war da sehr stringent und hat keine Ausnahmen zugelassen, was ich auch absolut nachvollziehen kann. Ein Einzel- beziehungsweise Zweiertraining haben wir alle für nicht sinnvoll gehalten. Daher haben wir uns nun schon lange nicht mehr gesehen“, erklärt der TSV-Trainer, der über die letzten Monate lediglich digital den Kontakt zu seinen Spielern hielt.

Barrien will eine bessere Rolle spielen

In vielen Einzelgesprächen holte er sich Stimmungen ein und versuchte, seine Schützlinge per App zu kleineren Fitnesseinheiten zu motivieren. Auch wenn es lange her ist und das letzte Spiel bereits im Oktober 2020 stattfand, fällt es Daniele Guerra nicht schwer, die Leistungen seines Teams einzuordnen: „Es war von vornherein klar, dass der Sprung von der ersten Kreisklasse in die Kreisliga schwer wird, auch weil wir einige wichtige Abgänge kaum kompensieren konnten. Trotzdem haben wir in den wenigen Spielen bereits Erfahrungen sammeln können und eine Entwicklung war erkennbar.“ Auch wenn es letztlich nur zu einem Sieg aus neun Spielen reichte, ist Daniele Guerra überzeugt, „dass wir uns auch auf sportlichem Wege noch gerettet hätten. Genauso sicher bin ich mir, dass wir in der neuen Saison eine bessere Rolle spielen werden.“ Für die wann auch immer beginnende neue Spielzeit liegen ihm die Zusagen seines kompletten Kaders vor. Zudem befindet er sich in Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen. „Da wird sich noch etwas tun und ich bin optimistisch, dass wir verstärkt auch einige junge Spieler einbauen werden, die für frischen Wind sorgen.“

Beim Tabellennachbarn aus Nordwohlde ist die Gemütslage ähnlich. Mit zwei Siegen aus acht Spielen ist das Punktekonto nur unwesentlich besser gefüllt. Mit den Leistungen seiner Jungs ist Trainer Michael Wichmann aber einverstanden: „Wir hatten nach einer tollen Vorbereitung einen guten Start und nach einer total unglücklichen Niederlage in Mörsen überraschend aber nicht unverdient schon am zweiten Spieltag den Favoriten aus Weyhe-Lahausen geschlagen. Nach zwei guten Spielen ist bei meiner Mannschaft aber zu schnell der Eindruck entstanden, dass es ja fast von alleine läuft. Dafür haben sie dann etwas Lehrgeld gezahlt.“ Doch nach Rückschlägen rappelte sich sein Team immer wieder auf und kam beim hohen 5:0 über den TSV Barrien immerhin noch zu einem weiteren Erfolg. „Bis auf wenige Ausnahmen kann ich daher auch von ordentlichen Leistungen sprechen. Wir sind mit der Entwicklung zufrieden“, verfolgte Wichmann mit seinem Team einen klaren Plan.

„Wir sind ganz entspannt in die Qualifikationsrunde unserer Staffel gestartet und hatten nie die Hoffnung, dass wir die Meisterrunde erreichen können. Für uns wäre es in der Abstiegsrunde Ernst geworden. Darauf lag unser Hauptaugenmerk. Bis dahin wollten wir dem Team die nötige Zeit zur Entwicklung geben.“ Für die trainingsfreie Zeit des Lockdowns setzte Wichmann auf den Faktor „Eigenverantwortung“: „Die Jungs kennen sich teilweise schon seit Jugendzeiten und halten untereinander den Kontakt. Wir haben kurz über die Trainingsaufnahme in Kleingruppen diskutiert, als es erlaubt gewesen wäre, diesen Gedanken aber schnell wieder verworfen. Die Jungs wissen, dass ich bei einem möglichen Start ein gewisses Fitnesslevel erwartet hätte und ich bin mir auch sicher, dass sie mich nicht enttäuscht hätten.“

Vorfreude auf die neue Spielzeit

Genau wie bei Trainerkollege Daniele Guerra herrscht bei Michael Wichmann schon jetzt Vorfreude auf die neue Spielzeit: „Ganz ehrlich, wir müssen nun schon so lange auf den Fußball verzichten, da sind doch alle heiß. Die Jungs sind hochmotiviert und freuen sich, wenn sie endlich wieder zurück auf den Platz dürfen.“ Auch der TVE Nordwohlde erwartet keine großen Veränderungen in seinem Kader. „Zu über 90 % bleibt die Mannschaft zusammen. Leider hängt Dennis Wagner seine Schuhe nach seiner schweren Verletzung aus dem Mörsen-Spiel endgültig an den Nagel. Dafür besteht Kontakt zu potenziellen Neuzugängen. Schauen wir mal, was sich da noch tut. Etwas Zeit bis zu einem Start haben wir ja noch“, sagt Wichmann.

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