Fußball

Ausgerechnet gegen den Spitzenreiter: Stuhrs Knoten platzt

Das Schlusslicht schlägt den Tabellenführer! Stuhr zeigt ein starkes Spiel, während Seckenhausen ungewohnte Fehler macht.
18.10.2020, 20:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Sven Hermann
Ausgerechnet gegen den Spitzenreiter: Stuhrs Knoten platzt

Abgeschüttelt: Stuhrs Torschütze Timo Wetjen (l.) lässt Philip Kleingärtner stehen.

Michael Braunschädel

Stuhr. Gleich zwei Serien endeten am achten Spieltag der Fußball-Bezirksliga Hannover: Während der Tabellenletzte TV Stuhr ausgerechnet im Derby gegen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst mit dem 2:0 (0:0) den heiß ersehnten ersten Saisonsieg einfuhr und die Rote Laterne wieder an den TSV Okel abgab, endete die Erfolgsserie des Spitzenreiters. Mit viel Leidenschaft und Zweikampfstärke sicherte sich der Außenseiter überraschend die drei Zähler.

„So fühlt sich gewinnen an. Da fühlt man sich heute Abend wesentlich besser als in den Wochen zuvor nach den Spielen“, brüllte Stuhrs Trainer Christian Meyer, der das Team gemeinsam mit Stephan Stindt coacht, nach dem Abpfiff in den Kreis seiner Spieler. „Seckenhausen hatte mehr Ballbesitz. Es war ein enges Spiel, in dem wir die Tore gemacht haben und endlich mal das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten“, analysierte er kurze Zeit später.

Bereits in den ersten 45 Minuten boten sich dem bisherigen Ligaschlusslicht einige Chancen, um in Führung zu gehen. Die erste erspielte sich jedoch der Favorit aus Seckenhausen. Sercan Durmaz' Freistoß, der noch abgefälscht wurde, konnte Stuhrs Torhüter Niklas-Jonah Lührs mit Mühe per Fuß klären (4.). Einen schönen Angriff starteten die Platzherren in der neunten Minute. Über Tim Langreder und Jesco Wehrhahn landete das Leder bei Timo Wetjen, der jedoch verstolperte. Nach zwei Fouls an Jan Dahlheuser (15.) und eine Minute später an Howard Barbosa sah Stuhrs Linksverteidiger Constantin Godt die gelbe Karte. Das hatte Folgen: Als er nach einem weiterem hart geführten Zweikampf von Schiedsrichter Nico Harzmeier (Kirchdorf) erneut ermahnt wurde, nahmen ihn Stindt und Meyer vorsichtshalber aus der Partie (26.), um keine vorzeitige Unterzahlsituation zu riskieren. Für Godt kam Jan Kondritz ins Spiel.

Vor dem Wechsel hätten die Platzherren allerdings schon in Führung gehen müssen. TSG-Kapitän Philip Kleingärtner verfehlte einen Ball im Mittelfeld, woraufhin Stuhrs Torben Drawert freie Bahn hatte. Doch der Angreifer scheiterte an Keeper Maurice Lutterklas (22.). Dann erkannte Wetjen, dass sich Maurice Lutterklas zu weit vor seinem Tor befand. Sein Heber landete auf dem Querbalken (27.). Auszeichnen konnte sich dann wiederum Lührs, als er einen Schuss von Marcel Dörgeloh zur Ecke lenkte (33.). Doch die größeren Möglichkeiten verzeichneten weiterhin die Gastgeber. Adrian Herrmann passte in die Tiefe auf den schnellen Wehrhahn, der allein auf Lutterklas zusteuerte. Der blieb erneut Sieger (36.). Drei Minuten später grätschte Wetjen knapp an einem Freistoß von Langreder vorbei. „Wir haben vorne viel zu kompliziert gespielt und uns im hinteren Bereich ungewöhnlich viele individuelle Fehler geleistet“, analysierte TSG-Coach Iman Bi-Ria.

Auch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Wehrhahn verkrafteten die Stuhrer, die nach einer Stunde in Führung gingen. Herrmann passte auf Drawert, der sich gegen Dahlheuser durchsetzte und mit Tempo an Lutterklas vorbeizog. Dieser wusste sich nur durch ein Foul zu helfen. Den Strafstoß verwandelte Wetjen sicher ins Eck. „Der Sieg war ein Befreiungsschlag. Das Gefühl, auf dem letzten Platz zu stehen, kannten wir zwar noch aus der Landesliga, dennoch ist das eine Situation, mit der man umgehen muss. Wir hatten uns den Plan zurechtgelegt, die Seckenhauser beim Spielaufbau zu ärgern. Das haben wir über weite Strecken gut hinbekommen“, sagte Torschütze Wetjen. Er und auch Christian Meyer hoben vor allem die Leistung des Innenverteidiger-Duos Jan-Hendrik Schwirz und Jannis Böttcher hervor, die auf Stuhrer Seite zu überzeugen wussten. Zwar drängte die TSG auf den Ausgleich, doch in der Nachspielzeit gelang den Hausherren der entscheidende Schlag durch Andre Kück, der sich nach Zuspiel von Schwirz durchwuselte und traf (90.+3). „Respekt an Stuhr. Meine Spieler waren mental nicht da, wie ich sie ansonsten kenne“, kommentierte Bi-Ria.

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