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Weyhe erkämpft Punkt gegen Woltmershausen

Zweimal scheinen die Gäste sicher auf der Siegerstraße zu sein, doch die Gastgeber lassen sich nicht unterkriegen und melden sich immer wieder zurück.
11.10.2020, 14:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Weyhe erkämpft Punkt gegen Woltmershausen

Antreiber und Vorbereiter: Jesse Wieczorek (r.) und seine Weyher erkämpften sich ein Remis.

Vasil Dinev

Weyhe. Am Ende hätte der SC Weyhe das Spiel beinahe noch komplett gedreht: Dennis Lampe wurschtelte sich um Stefan Milkanovic, den Torhüter des TS Woltmershausen, herum, scheiterte dann aber an einem Abwehrbein auf der Linie. Da lief bereits die zweite Minute der Nachspielzeit. Doch das war es noch nicht mit Weyher Chancen auf das 4:3. Die folgende Ecke köpfte Georg Tylla aufs Tor, Milkanovic konnte den Aufsetzer nicht festhalten, Dennis Rohmeyer stocherte nach, kam aber nicht am TS-Schlussmann vorbei. So blieb es beim 3:3 (1:2) im Topspiel der Bremer Fußball-Landesliga.

Ein 4:3 wäre des Guten wohl auch zu viel gewesen für die Weyher. Die Mehrzahl der Chancen hatten nämlich die Gäste, die ihrerseits durch Björn Fender wenige Minuten vor dem Ende die Riesenchance auf den Siegtreffer vergeben hatten: Der Kapitän scheiterte per Kopf am Pfosten (89.). Langeweile kam bei dem Aufeinandertreffen der beiden Teams wahrlich nicht auf.

Dass seine Elf das eine oder andere Problem mit Woltmershausen bekommen würde, das war Simon Peters, der die Weyher gemeinsam mit Harald Meyer und Dennis Lingnau trainiert, durchaus bewusst gewesen. „Woltmershausen hat eine starke Mannschaft. Nicht nur im Sturm. Sie sind auch in der Abwehr und im Mittelfeld richtig gut besetzt“, zog er den Hut vor der Mannschaft von Carlos Pereira, die aus ihrer Überlegenheit allerdings zu wenig machte. Nicht umsonst waren die Gastgeber nach dem Schlusspfiff sichtlich besser gelaunt als die Gäste.

Einen deutlichen Qualitätsunterschied hatte Peters derweil nicht ausgemacht. „Das war schon ein Duell auf Augenhöhe“, fand er. „Wir haben es nicht schlecht gemacht gegen einen starken Gegner.“ Den einen oder anderen individuellen Fehler zu viel habe sein Team dennoch gemacht. Diese bestrafte Woltmershausen im ersten Durchgang zwei Mal durch die beiden Tore von Dominic Pereira (26., 42.). Es war eine verdiente Führung der Gäste, die bereits in der Anfangsphase durch Fender und Kim Malgeunsaem gute Möglichkeiten vergeben hatten. Sobald Weyhe im Aufbau nicht klar genug agierte, war Woltmershausen brandgefährlich.

Völlig chancenlos war aber auch Weyhe nicht. Jesse Wieczorek setzte nach rund 20 Minuten das erste Ausrufezeichen, als er mit viel Schnitt und Windunterstützung an der Latte scheiterte. Dennoch fiel der Anschlusstreffer eher aus dem Nichts. Rohmeyer überraschte Milkanovic im kurzen Eck (44.). Da waren die Gäste unaufmerksam, denn nicht zum ersten Mal hatten die Gastgeber eine Ecke nicht hoch in den Strafraum geschlagen, sondern es mit einer flachen Variante versucht. Dieses Mal an die Sechzehnergrenze.

Als Fender wenige Minuten nach Wiederbeginn auf 3:1 für die Gäste stellte und damit den schwachen Spielaufbau des SCW bestrafte, schien die Begegnung wieder klar in Richtung Woltmershausens zu laufen (51.). „Aber wir sind eine Truppe, die man nie abschreiben darf. Man muss immer weitermachen. Das haben wir schon im Pokal gegen Neustadt gesehen, als wir uns auch nach einem Rückstand zurückgekämpft haben und weitergekommen sind. Das war auch dieses Mal ganz wichtig“, lobte Peters seine Unbeugbaren, die durch Marco Lampe wieder herankamen (63.). Bei dessen Flachschuss machte Milankovic nicht die beste Figur. Ein Großteil des Tores gehörte aber Wieczorek, der den Ball durchs Mittelfeld nach vorn getrieben hatte, dann eigentlich gefoult wurde, aber das Spielgerät noch zum Torschützen bugsierte.

Diese Energie brauchten die Weyher für ihre Aufholjagd. Die war freilich noch nicht vorbei. Die Gastgeber glaubten weiter an sich und belohnten sich dafür in der Schlussphase: Tylla kam nach einem Eckball sträflich frei zum Kopfball – das 3:3 (79.). Danach klappten beide Teams das Visier endgültig hoch und drängten auf den Siegtreffer. „Am Ende hätte das Spiel in beide Richtungen ausfallen können. Wir hätten gewinnen können, wir hätten aber auch verlieren können“, sagte Peters. Da passte das Unentschieden als Mittelweg durchaus – vor allem aus Weyher Sicht.

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