Hannover 96-Fans nach 6:1-Gala euphorisch - Trainer warnt

Hannover. Völlig euphorisiert durch die 6:1-Gala feierten die Fans den Klassenverbleib - doch Spieler und Trainer von Hannover 96 warnten trotz des zweithöchsten Sieges der Vereinsgeschichte vor verfrühter Freude.
02.05.2010, 10:52
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Hannover. Völlig euphorisiert durch die 6:1-Gala feierten die Fans den Klassenverbleib - doch Spieler und Trainer von Hannover 96 warnten trotz des zweithöchsten Sieges der Vereinsgeschichte vor verfrühter Freude.

«Das war ein geiles Spiel», kommentierte Kapitän Arnold Bruggink das unglaubliche Schützenfest gegen Borussia Mönchengladbach, mahnte aber zugleich: «Das darf man einen Tag genießen. Aber wir haben es noch nicht geschafft. Nächste Woche steht ein anderer Gegner auf dem Platz.» Tatsächlich benötigt Hannover im «Abstiegs-Endspiel» beim VfL Bochum einen weiteren Sieg, um ganz sicher zu sein. Und wird dabei nicht noch einmal auf einen Gegner treffen, der am Rande der Wettbewerbsverzerrung spielt.

Der Gladbachbacher Auftritt war nahe an einer kompletten Leistungsverweigerung, doch den 96-Fans war das völlig egal. Sie feierten den höchsten Saisonsieg ihrer Lieblinge und den Sprung auf Platz 15 der Fußball-Bundesliga ausgiebig und ausgelassen mit dem obligatorischen «So ein Tag, so wunderschön wie heute». Die Spieler mussten nach minutenlangem Jubel eine halbe Ehrenrunde absolvieren.

«Das war ein sehr, sehr gutes Spiel», lobte 96-Trainer Mirko Slomka und hatte sichtlich Mühe, seine Freude zu zügeln. «Unsere Ausgangsposition ist besser, aber wir müssen uns sofort wieder auf den Punkt konzentrieren», forderte der Coach. Immerhin hat es Hannover dank der Niederlagen von Bochum und Nürnberg nun wieder selbst in der Hand, den erneuten Abstieg nach acht Jahren in der ersten Liga zu verhindern.

Mit einem Sieg ist der Klassenverbleib geschafft, ein Unentschieden in Bochum reicht sogar, wenn zugleich Nürnberg patzt. «Solche Rechenspiele sollten wir nicht anstellen», mahnte Manager Jörg Schmadtke: «Wir werden in Bochum gewinnen müssen. Das ist eine große Last, aber auch eine schöne Herausforderung.»

Angesichts der begeisternden Leistung gegen Gladbach sagte Schmadtke: «Wir müssen das Spiel in Bochum so wie heute angehen.» Karim Haggui (16.), Sergio Pinto (23.), Didier Ya Konan (27.), Mike Hanke (39.), Sofian Chahed (53.) und Arnold Bruggink (74.) sorgten für die ausgelassene Stimmung auf den Rängen.

Die Gladbacher hatten mit ihrem passiven Auftreten ihren Anteil. «Mit sechs Toren gehen wir noch geschmeichelt vom Platz», kritisierte Sportdirektor Max Eberl. «Das war eine desolate Vorstellung.» Tobias Levels kommentierte drastisch: «Als Mannschaft sind wir beschissen aufgetreten.» Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung wollte Trainer Michael Frontzeck trotz des peinlichen Auftritts aber nicht gelten lassen: «Das wäre ein Witz.» Der Gladbacher Coach, früher als Co-Trainer in Hannover beschäftigt, sagte: «Das einzig Positive ist, dass nun alle gesehen haben, dass wir noch nicht so weit sind, wie einige (dpa)

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