Afrika-Cup

Afrika-Cup ohne WM-Gastgeber: Fluch oder Segen ?

Frankfurt/Main. Wenn die Besten der Besten des schwarzen Kontinents ab dem 10. Januar in Angola ihren Fußball-Champion küren, fehlt ausgerechnet jenes Land, das im Sommer erstmals eine Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden ausrichten wird.
07.01.2010, 14:54
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Afrika-Cup ohne WM-Gastgeber: Fluch oder Segen ?

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dpa

Frankfurt/Main. Wenn die Besten der Besten des schwarzen Kontinents ab dem 10. Januar in Angola ihren Fußball-Champion küren, fehlt ausgerechnet jenes Land, das im Sommer erstmals eine Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden ausrichten wird.

WM- Gastgeber Südafrika ist nicht für den Afrika-Cup qualifiziert, als einziges der sechs afrikanischen Teams, die bei der WM-Endrunde im Sommer dabei sind. «Das ist etwas schade, weil es gut für uns gewesen wäre, uns mit starken Mannschaften zu messen», sagte Torhüter Rowen Fernandez vom Zweitligisten Arminia Bielefeld der Deutschen Presse- Agentur dpa.

Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira sieht die Abstinenz in Angola hingegen auch mit einem lachenden Auge. Schon oft hat der bei den Verbands-Funktionären fast den Stellenwert einer WM genießende Afrika-Cup Trainer den Job gekostet und komplette Strukturen über den Haufen geworfen. Parreira bleibt dieser Spießrutenlauf nun erspart. Denn nach den Leistungen im vergangenen Jahr wäre ein frühes Aus in Angola keine große Überraschung gewesen, was die Stimmung am Kap wiederum noch tiefer in den Keller hätte purzeln lassen.

Während Algerien, Kamerun, Ghana, die Elfenbeinküste und Nigeria in Angola also um die afrikanische Krone kämpfen, trommelt Parreira seine einheimischen Spieler zu einem zweiwöchigen Trainingslager in Durban zusammen. Bereits Ende Februar endet dann die Spielzeit in der heimischen Premier Soccer League, danach steht drei Monate lang wieder ausschließlich die Vorbereitung auf die WM im Mittelpunkt. «Wenn die Spieler fit sind, werden wir eine konkurrenzfähige Mannschaft an den Start bringen», verspricht Parreira.

Der Brasilianer, der schon von 2007 bis 2008 am Kap tätig war, ist seit Mitte Oktober wieder für die «Bafana, Bafana» zuständig. Unter Vorgänger Joel Santana vertrieb das Team mit schwachen Leistungen auch den letzten Optimismus auf eine erfolgreiche Heim-WM. Daher zog der Verband die Reißleine und holte den erfahrenen Parreira zurück.

«Ich denke, er ist der richtige Mann. Er hat viel Erfahrung und wird unsere Spieler besser machen», sagte Fernandez, der sich unter dem 66-Jährigen wieder Chancen auf eine WM-Teilnahme ausrechnet. «Für jeden Südafrikaner ist es ein Traum, bei der WM im eigenen Land dabei zu sein.» Nach Ende der nationalen Meisterschaft wird Parreira seinen Kader im März und April zu zwei längeren Trainingslagern in Brasilien und Deutschland zusammenziehen, um sie auf die WM einzuschwören.

Dabei hofft der frühere Weltmeister-Coach von Brasilien (1994) auch auf seine im Ausland beschäftigten Profis, die bei ihren Clubs meist nur Ersatz sind. «Es wäre toll für uns, wenn wir die Spieler in den Camps dabei hätten», sagte Team-Manager Sipho Nkumane. «Danach haben die Jungs keine Ausrede, die zweite Runde nicht zu erreichen.» Das Erreichen des Achtelfinales ist das große Ziel der «Bafana, Bafana». Schließlich wollen die Südafrikaner nicht der erste WM- Gastgeber sein, der bereits in der Vorrunde die Segel streicht. (dpa)

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