Ex-Werderaner beim FCO Ailton-Euphorie in Oberneuland bleibt aus

Bremen. Beim Regionallisten FC Oberneuland ist nach der Verpflichtung des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs die große Euphorie bis jetzt ausgeblieben. Wirtschaftlich kann der Bremer Klub noch nicht wie erhofft von dem Transfer profitieren.
01.09.2010, 13:12
Lesedauer: 2 Min
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Bremen. Ailton trifft und doch bleibt alles wie gehabt beim FC Oberneuland. Nach der Verpflichtung des früheren Torschützenkönigs der Fußball-Bundesliga ist von Euphorie keine Spur beim Bremer Stadtteilclub. Auf den Tribünen im Stadion am Vinnenweg klaffen weiterhin große Lücken bei den Heimspielen des FCO.

Dabei scheint die Verpflichtung des Brasilianers nicht nur ein Werbegag zu sein. Der zum Wandervogel mutierte 37-Jährige will es noch einmal wissen und zeigte bei seinem Startelf-Debüt gegen Holstein Kiel eine überzeugende Leistung, die er mit einem Tor krönte.

Nach seinem Weggang von Werder Bremen mit dem Gewinn des Doubles 2004 ist der FC Oberneuland die zwölfte Station des Stürmers. Seine Odyssee führte ihn dabei unter anderem in die Türkei, nach China und in die Ukraine. Jetzt ist er wieder in Bremen, in der Stadt aus der er eigentlich nie weg wollte. Ein "unmoralisches Angebot" des FC Schalke 04 sorgte im Oktober 2003 dafür, dass "Toni" wie er von seinen Fans gerufen wird, dem Lockruf des Geldes nicht widerstehen konnte und am Saisonende ablösefrei in den Pott wechselte. Diese Entscheidung bereute Ailton mehrmals und sehnte sich immer wieder in die Hansestadt zurück, in der er Kultstatus besitzt.

Aus diesem Grund ist sich auch FCO-Geschäftsführerin Karen Micheli sicher, dass sich der Transfer für alle Seiten lohnen wird. "Ich bin überzeugt von ihm. Bei ihm ist vieles Kopfsache. Er hatte mit Bremen nie richtig abgeschlossen. Jetzt ist er wieder hier und fühlt sich wohl," sagte Micheli voller Überzeugung.

Eine Ailton-Euphorie wie bei seinem zurückliegenden Verein KFC Uerdingen ist bislang ausgeblieben. Die Zuschauerzahlen bewegen sich im konstant niedrigen Bereich der Vorsaison, und auch die erhofften Besuche von Werder-Anhängern lassen auf sich warten. "Wir rechnen schon noch mit Werder-Fans. Vielleicht können wir eine Alternative sein, wenn Werder ein Auswärtsspiel hat," berichtete die Geschäftsführerin hoffnungsvoll.

Die auf der Webseite des Vereins angebotenen Ailton-Trikots sucht man bisher vergeblich auf der Fan-Tribüne. "Bislang merken wir wirtschaftlich davon noch nichts. Wir hoffen, das kommt noch," räumte Micheli ein. Für die Geschäftsführerin ist durch die Verpflichtung des 37-Jährigen nur der organisatorische Aufwand größer geworden, auch wenn sie betont, dass es ihr großen Spaß mache.

Als Hauptgrund für die ausbleibende Euphorie sieht der Fanbeauftragte Andreas Ralfs den schlechten Saisonstart mit vier Pflichtspiel-Niederlagen am Stück. Darunter fällt auch das Aus im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg, als Ailton zu einem Kurzeinsatz kam. "Durch die Niederlagenserie ist der Werbezweck schon verpufft. Ich sehe den Transfer sowieso eher kritisch. Die finanziellen Mittel hätte man vielleicht besser anders genutzt."

Der Brasilianer, der durch einen Privatsponsor geholt wurde, setzt alles daran, seine Kritiker zu überzeugen und wieder sportliche Schlagzeilen zu schreiben, auch wenn er das 2:3 gegen Kiel am vergangenen Wochenende nicht verhindern konnte. "Mit den ersten 20 Minuten können wir zufrieden sein. Ich gebe die Vorlage zum ersten Tor und mache dann das zweite Tor selbst, aber dann bekommen wir noch die Gegentore. Das ist schlecht", resümierte der Brasilianer nach seiner Auswechslung. 65 Minuten hielt er durch. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Ich spiele so lange wie ich kann. Das ist mit dem Trainer so abgesprochen", erklärte der "Kugelblitz".

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