Qualifikation Aufatmen in Frankreich nach Zitter-Qualifikation

Paris. Nur mit größter Mühe schaffte Frankreich ohne Bayern-Star Ribéry den Sprung zur EM 2012. Medien, Fans und Spieler atmen nach der Zitterpartie gegen Bosnien erleichtert auf. Die Gespenster der Fiasko-WM von 2010 in Südafrika sind aber noch längst nicht verjagt.
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Paris. Nur mit größter Mühe schaffte Frankreich ohne Bayern-Star Ribéry den Sprung zur EM 2012. Medien, Fans und Spieler atmen nach der Zitterpartie gegen Bosnien erleichtert auf. Die Gespenster der Fiasko-WM von 2010 in Südafrika sind aber noch längst nicht verjagt.

Kaum war die Zitter-Qualifikation für die EM 2012 geschafft, hauten die Franzosen schon wieder auf den Putz. "Jetzt wollen wir auch die Euro gewinnen", tönte Abwehr-Routinier Eric Abidal nach dem mühsamen 1:1 (0:1) gegen Bosnien-Herzegowina, mit dem die "Bleus" im Endspiel der Gruppe D eine erneute Blamage gerade noch verhinderten. Gut 15 Monate nach dem WM-Fiasko von Südafrika sprach Frankreichs Laurent Blanc nach dem Abpfiff von einer "Genugtuung", aber die groß angekündigte Renaissance des französischen Fußballs war die EM-Qualifikation nicht. Der verletzte Bayern-Star Franck Ribéry wurde beim glanzlosen Ausklang schmerzlich vermisst.

Die Medien reagierten nach dem 15. Spiel in Serie ohne Niederlage verhalten. Nach dem glücklichen Ausgleich durch Samir Nasris Elfmeter 13 Minuten vor dem Ende schrieb die Zeitung "La Dépêche" sogar von "einer Zangengeburt". Das Sportblatt "L'Équipe" titelte in einer Riesenüberschrift auf Seite eins über einem Foto des jubelnden Nasri: "Die Erleichterung". Die "Grande Nation" sei "durch ein Mausloch" zur EURO-Endrunde geschlüpft. Auch dem französischen UEFA-Präsidenten Michel Platini fiel ein Stein vom Herzen, mit euphorischen Aussagen hielt sich der geniale Spielmacher der glorreichen Vergangenheit jedoch zurück.

Die ohne Ribéry und Real Madrids Angreifer Karin Benzema angetretenen Franzosen wurden nach einer katastrophalen Leistung in den ersten 45 Minuten sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen. Der Ex-Wolfsburger Edin Dzeko (40.) hatte die Gäste hochverdient in Führung gebracht. Das junge Team Frankreichs spürte vor 79 000 Zuschauern im fast ausverkauften Pariser Stade de France den Druck. Der Europameister von 1984 und 2000 wankte. Erinnerungen an das Vorrunden-Aus bei der WM, an Trainingsstreik und Querelen von Knysna wurden wach. Erst Nasri, Dzekos Kollege bei Manchester City, erlöste alle - die sechste EM-Endrunde in Folge war unter Dach und Fach.

"Die Fehler vor der Pause haben mich bestürzt, aber die zweite Hälfte war sehr gut", analysierte Blanc. "Le Président", Kapitän der Weltmeister von 1998, weiß, dass "noch viel zu tun ist", soll Abidals Wunsch in Erfüllung gehen. Deshalb will Blanc vor dem Spiel am 29. Februar in Bremen gegen Deutschland für November zwei weitere Testspiele. Fußballerisch, aber auch mental muss die "Operation Wiederaufbau" fortgesetzt werden. "Die Narben von Knysna sind noch nicht verheilt", räumte Blanc ein.

Bosnien muss dagegen erneut in die Playoffs - wie vor der WM 2010, als das kleine Land an Portugal gescheitert war. "Meine Spieler tun mir leid", klagte Bosniens Coach Safet Susic. Aber auch Frankreich hat (große) Probleme. "Das war hart, das Schwerste kommt aber noch", fürchtet Abwehrmann Adil Rami, der mit Dzeko größte Mühe hatte. In der Tat: Sollten Portugal oder Kroatien über die Playoffs die EM-Teilnahme schaffen, rutscht Frankreich bei der Auslosung am 2. Dezember in Kiew in den Topf der "schwächsten" Teams. Eine Hammergruppe mit Spanien, Deutschland und Portugal wäre möglich. "Wir zittern bereits", schrieb das Portal von "20minutes". (dpa)

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