Nationalmannschaft Ballack: EM 2012 letztes Ziel - dann Absprung

Berlin. Michael Ballack hat die Fußball-Europameisterschaft 2012 zu seinem letzten großen Ziel erklärt - dann soll Schluss sein mit seiner Nationalmannschafts-Karriere.
06.08.2010, 14:40
Lesedauer: 2 Min
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Berlin. Michael Ballack hat die Fußball-Europameisterschaft 2012 zu seinem letzten großen Ziel erklärt - dann soll Schluss sein mit seiner Nationalmannschafts-Karriere.

«Wenn nichts dazwischenkommt, möchte ich 2012 bei der EM dabei sein. 2014 bei der WM dagegen nicht mehr. Man muss schon wissen, wann man aufhört», sagte Ballack im Audi Star Talk bei Sport1.

Der im kommenden Monat 34 Jahre alt werdende Ballack will rechtzeitig den Absprung schaffen. Als warnendes Beispiel nannte der Bundesliga-Rückkehrer Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, der als 39-Jähriger gemeinsam mit dem damals 23 Jahre alten Ballack die Europameisterschaft 2000 gespielt hatte: «Lothar Matthäus hat seinen Abgang seinerzeit verpasst - trotz seiner Verdienste.»

Ballack, der die Weltmeisterschaft in Südafrika wegen einer schweren Fußverletzung verpasst hatte, geht weiter davon aus, dass er die anstehende WM-Qualifikation als Kapitän der DFB-Auswahl angehen wird. «Ich habe auch nichts anderes gehört. Von daher gehe ich davon aus, dass ich weiter Kapitän bin», wird der 98-malige Nationalspieler auf der Internetseite von Sport1 zitiert.

WM-Kapitän Philipp Lahm hatte in Südafrika erklärt, dass er die Spielführer-Binde gern behalten würde und nicht freiwillig abgeben werde. Ballack wertet diese Aussagen als «unpassend», eine Entscheidung aber müsse der Bundestrainer treffen. «Und der hat sich auch entschieden. Ich bin ja seit längerer Zeit Kapitän und es ist nichts passiert. Ich habe mich nur leider vor der WM verletzt und konnte mich nicht wehren», meinte Ballack.

«Als Hansi Flick bei der Europameisterschaft als Chef-Trainer einspringen musste, haben wir gegen Portugal gewonnen», verwies Ballack auf die WM 2008 und ergänzte: «Das hat ihm sicherlich auch gefallen, die Position als Chef-Trainer. Nur, er hat sich danach auch nicht hingestellt und gesagt, jetzt möchte ich gerne diese Position behalten.» Auch für Ex-Teamchef Rudi Völler, jetzt Sportdirektor von Ballacks neuem Arbeitgeber Bayer Leverkusen, gibt es in der Kapitänsfrage keine Diskussion: «Michael war kurz vor der WM Kapitän. Warum soll er es nach der WM also nicht mehr sein?»

Völler geht von einer baldigen Schlichtung aus: «Sicherlich am Doppelspieltag der Nationalmannschaft im September. Dann geht es zusammen weiter.» Beim ersten Länderspiel der neuen Saison am kommenden Mittwoch in Dänemark fehlen sowohl Ballack als auch Lahm. Leverkusen-Rückkehrer Ballack arbeitet noch an seiner Gesundung, um zum Bundesliga-Start in zwei Wochen dabei zu sein. Der Münchner Lahm wird wie das Gros der deutschen WM-Stars von Bundestrainer Joachim Löw in Kopenhagen geschont. (dpa)

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