Europa League Baustelle VfB: Aus verhindert, Sorgen bleiben

Stuttgart. In der Kurve klafft ein großes Loch, auf der Seite fehlt ein Teil der Tribüne. Der Umbau der Heimspielstätte des VfB Stuttgart in ein reines Fußball-Stadion schreitet nur langsam voran - und das Bild passt perfekt zum Zustand des Teams: Ein Bundesligist als Baustelle.
06.08.2010, 14:50
Lesedauer: 2 Min
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Stuttgart. In der Kurve klafft ein großes Loch, auf der Seite fehlt ein Teil der Tribüne. Der Umbau der Heimspielstätte des VfB Stuttgart in ein reines Fußball-Stadion schreitet nur langsam voran - und das Bild passt perfekt zum Zustand des Teams: Ein Bundesligist als Baustelle.

Zwar zog der VfB mit dem 2:2 gegen den international zweitklassigen Molde FK in die Playoffs der Europa League ein, doch die Reaktionen der Zuschauer waren heftig. Furchtbar, peinlich oder - auf Schwäbisch - «grottenschlecht» sei die Leistung gewesen. Und Trainer Christian Gross sprach mit Blick auf die anstehende Saison einmal mehr von seinen «Sorgen».

Nach dem 3:2-Sieg beim abstiegsbedrohten norwegischen Erstligisten vor Wochenfrist reichte das Unentschieden im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zwar zum Weiterkommen, wo dem VfB in der nächsten Runde Slovan Bratislava aus der Slowakei zugelost wurde. Doch die Vorbereitung der Stuttgarter bleibt schwierig. WM-Urlauber, die erst seit dem 2. August wieder im Training sind (Cacau, Serdar Tasci, Khalid Boulahrouz), ein Kapitän, der noch eine Weile ausfällt (Matthieu Delpierre). Und Verstärkungen für die offensiven Außenbahnen, die nur zwei Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt weiter auf sich wartenlassen.

So passte es ins Bild des verregneten Abends, dass der Transfer von Gross' Wunschspieler André Ayew geplatzt ist. Die von Olympique Marseille geforderte Ablöse für den ghanaischen Nationalspieler von rund fünf Millionen Euro wollte der VfB nicht bezahlen. Immerhin absolviert Philipp Degen seinen Medizin-Check in Stuttgart. Der 27-Jährige, mit dem Gross 2005 als Coach des FC Basel Schweizer Meister wurde, soll vom FC Liverpool für ein Jahr ohne Gebühr ausgeliehen werden und die rechte Abwehrseite verstärken.

Wenigstens etwas Freude für Gross, der bei seiner Elf gegen Molde die «Wettkampfintensität» vermisste. Der Kader war allerdings nach harten Einheiten direkt aus dem dritten Trainingslager angereist. Immerhin: Nach dem 0:2-Rückstand kurz nach der Pause habe seine Mannschaft «positiv reagiert», erklärte Gross. Tore von Pawel Pogrebnjak (54.) und Timo Gebhart (90. +3) verhinderten eine Blamage.

Doch als ob die Vorbereitung des VfB nicht schon schwierig genug wäre, wird sie in der kommenden Woche erneut gestört. Dann werden einige Profis nur wenige Tage vor dem DFB-Pokalauftakt beim Drittligisten SV Babelsberg mit ihren Nationalteams unterwegs sein.

Gross hofft also weiter auf Erfolge des neuen VfB-Sportdirektors Fredi Bobic auf dem Transfermarkt. Der erklärte, der VfB habe zu Ayew «noch andere Optionen». Dazu gehöre weiter Ibrahima Traoré vom FC Augsburg. «Wir versuchen, für die offensiven Außenbahnen noch zwei Spieler zu bekommen.» Allerdings würden die 14 Millionen Ablöse für Sami Khedira (Real Madrid) «nicht komplett reinvestiert». Die «ganz großen Sprünge» werde es also nicht geben. Der Hintergrund: Der Club tut sich schwer mit den hohen Personalkosten aus Champions-League- Zeiten. Und auch der Stadionumbau verschlingt viele Millionen. Es gibt also mehr als nur eine Baustelle beim VfB. (dpa)

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