Leverkusen Bayer mit «Fohlenelf» zurück auf Erfolgskurs

Leverkusen. Mit Spielern aus der Abteilung «Jugend forscht» hat Jupp Heynckes Bayer Leverkusen wieder auf Champions-League-Kurs gebracht.
25.04.2010, 10:20
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Leverkusen. Mit Spielern aus der Abteilung «Jugend forscht» hat Jupp Heynckes Bayer Leverkusen wieder auf Champions-League-Kurs gebracht.

«Die jungen Spieler haben ihre Sache gut gemacht», lobte der 64-jährige Trainer seine «Nobodys» Fabian Giefer, Burak Kaplan und Thanos Petsos nach dem 3:0 gegen Hannover 96. Heynckes machte aus der personellen Not eine Tugend und schickte eines der jüngsten Bayer-Teams (Altersdurchschnitt: 23,6 Jahre) in den Endspurt der Fußball-Bundesliga.

«Zwei Spiele, zwei Tore - eine Super-Bilanz», resümierte der 20-jährige Türke Kaplan nach seinem Startelf-Debüt keck. Im Dezember 2009 hatte er seinen Liga-Einstand mit einem Tor gefeiert, gegen die Niedersachsen bereitete er das 1:0 durch Stefan Kießling (25. Minute) vor und schoss das 2:0 (64.) selbst. «Ich hoffe, dass es so weiter geht», sagte Kaplan. Dies hofft auch Nationalstürmer Kießling, der per Foulelfmeter das 3:0 markierte und nach den Treffern 20 und 21 nach der Torjäger-Krone («Das wäre nur ein Zubrot») greift.

Wichtiger ist für ihn, dass er die Werkself mit weiteren Toren in die «Königsklasse» schießt. Die Europa-League-Teilnahme ist durch den ersten Erfolg nach fünf sieglosen Partien so gut wie unter Dach und Fach. «Das ist ein Teilerfolg. Doch so wie wir in dieser Saison gespielt haben, wäre es der Mannschaft gegenüber unfair zu sagen, wir wollen Platz vier oder fünf», sagte Kießling, dessen Team an 16 Spieltagen Spitzenreiter gewesen ist. Momentan liegt Bayer punktgleich hinter Bremen auf Rang vier.

Mit Ruhm bekleckerte sich die «Fohlenelf» vom Rhein gegen wackere Hannoveraner allerdings nicht. «Wir haben nicht unser allerbestes Spiel gezeigt», gab Kießling zu. Zuletzt hätte Bayer schön gespielt, es sei aber nichts dabei rausgekommen. «Heute haben wir effektiv gespielt und aus wenigen Chancen Tore gemacht», sagte er. Eine Steigerung des Niveaus erhofft sich Heynckes durch die Rückkehr von sechs Stammkräften, inklusive des wegen eines Rippenbruchs ausgefallenen und von Giefer ordentlich ersetzen Nationaltorwarts René Adler: «Dann sieht die Welt schon wieder anders aus.»

Der Tabellenvorletzte Hannover 96 muss alle Kräfte mobilisieren, um den Abstieg noch zu verhindern. «Wenn wir in den letzten beiden Spielen so auftreten, mache ich mir keine Sorgen», meinte 96-Trainer Mirko Slomka. Tatsächlich spiegelt das klare Ergebnis nicht das Kräfteverhältnis in der Partie wieder. Vielmehr hatten die Platzherren auch Glück, dass sowohl eine Notbremse von Sami Hyypiä (30.) als auch ein Handspiel von Manuel Friedrich (36.) nicht geahndet wurden. «Ich hätte Hyypiä des Feldes verweisen müssen», bekannte Referee Thorsten Kinhöfer nach dem Spiel im ZDF.

«Wir hätten nicht verlieren müssen», stellte Hannover Präsident Martin Kind fest und attestierte seinem Team mit Blick auf die 0:7- Schmach gegen den FC Bayern «Charakter und Wille» gezeigt zu haben. «Die Situation hat sich aber nicht verändert», sagte er vor den beiden «Endspielen» gegen Borussia Mönchengladbach und beim VfL Bochum. «Wir haben alle Optionen und auf dem Papier haben wir Gegner, gegen die wir nicht verlieren müssen», glaubt Kind. (dpa)

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