München Bayern heiß auf Bremen - und das Double

Berlin. Triple-Jagd, Teil 2: Beim Kampf um den historischen Triumph will der FC Bayern München im immer heißen Duell mit dem Erzrivalen Werder Bremen den DFB-Pokal als nächste Trophäe einheimsen.
14.05.2010, 15:51
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Berlin. Triple-Jagd, Teil 2: Beim Kampf um den historischen Triumph will der FC Bayern München im immer heißen Duell mit dem Erzrivalen Werder Bremen den DFB-Pokal als nächste Trophäe einheimsen.

«Ich war Pokalsieger in Holland und in Spanien, und ich will das auch in Deutschland», sagte Bayern-Coach Louis van Gaal in Berlin. Schonung mit Blick auf das Champions League-Endspiel gibt es nicht, denn sein Motto lautet: «Ich will alles gewinnen.» Die Fußballfans dürfen sich auf ein Offensiv-Spektakel freuen, denn im Olympiastadion treffen die treffsichersten Bundesliga-Mannschaften aufeinander, die zusammen 143 Liga-Tore erzielt haben.

Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge glaubt an die positive Wirkung eines Pokalsieges: «Das würde uns auch noch einen Schub Richtung Champions-League-Finale verleihen.» Doch zu viele Gedanken an das Endspiel der Königsklasse gegen Inter Mailand sind noch verboten - erst einmal soll zum 15. Mal der mit Edelsteinen besetzte nationale Cup gewonnen werden.

Erst zum dritten Mal kommt es zum Finale der beiden erfolgreichsten Pokal-Gewinner. «Die spielstärksten Mannschaften der Bundesliga treffen aufeinander. Das wird ein ganz knappes Spiel», sagte Bundestrainer Joachim Löw, der insgesamt elf Nationalspieler in Berlin hat. «Beide Mannschaften leben von ihrer Klasse nach vorne, von ihren Offensivkräften.»

72 Ligatore erzielten die Bayern, 71 die Bremer. «Beide Mannschaften habe ihre größten Qualitäten in der Offensive. Beide Trainer, sowohl Louis van Gaal als auch Thomas Schaaf sind Trainer, die offensiven Fußball predigen und ihren Mannschaften einverleibt haben», beschrieb Rummenigge. Doch auch die Defensivreihen steigerten sich im Saisonverlauf. Seit dem letzten Aufeinandertreffen im Januar (3:2 für Bayern) kamen die Bremer noch in Schwung und schafften im Endspurt die Champions-League-Qualifikation.

Wie in Berlin gefeiert werden kann, probten die Münchner schon vor einer Woche beim Gewinn der deutschen Meisterschaft im Olympiastadion. Noch ein Erfolg würde «Feier-Biest» van Gaal gut schmecken, wenngleich nur in der Hauptstadt und nicht auf dem heimischen Balkon eine Titel-Sause steigen soll. Auf den Marienplatz soll es erst nach dem Madrid-Finale zurückgehen. «Es ist eine Saison, wie sie Bayern noch nie erlebt hat, wie sie noch nie eine deutsche Mannschaft erlebt hat und vielleicht auch nicht so schnell wieder erleben wird», sagte Nationalstürmer Mario Gomez, der in der Mannschaft einen «extrem großen Glauben» festgestellt hat.

Für van Gaal ist es Pokal-Final-Premiere, auf Bremer Seite strebt der «Mr. DFB-Pokal» seinen vierten Sieg an. «Dieses Pokalfinale ist immer etwas Besonderes, immer etwas Neues, ein Spektakel, ein Fest», sagte Schaaf, der an den Trainer-Legenden und -Veteranen Ottmar Hitzfeld, Otto Rehhagel, Udo Lattek, Hennes Weisweiler und Karl-Heinz Feldkamp vorbeiziehen könnte. «Wenn man das verbuchen könnte, wäre das sehr schön.»

Für Werder wäre es Sieg Nummer 7, für die Bayern gar der 15. Erfolg. Aber satt ist der Rekordmeister nicht. «Unsere Mannschaft hat einen tollen Charakter. Die ist hungrig, ich hoffe auch gierig», sagte Rummenigge. Für van Gaal ist es ein «Tod und Gladiolen»-Spiel, «und die haben wir alle gewonnen».

Insgeheim setzen die Bremer darauf, dass die Bayern mit den Gedanken schon einen Schritt zu weit sind, und zwar beim Finale von Madrid. «Das hofft man schon so ein bisschen», gab Bremens Nationalspieler Per Mertesacker zu. Er weiß aber auch: «Wenn man in so einem Rhythmus drin ist, kann das auch besonders gefährlich sein.»

Keiner denke jetzt an das letzte Saisonspiel gegen Inter, versicherte Arjen Robben, der mit seinem Traumtor in Schalke erst für den Endspiel-Einzug sorgte. «Das war schon ein langer Weg ins Finale mit schwierigen Spielen. Das spielt man nicht für nichts», sagte Robben.

Die Bayern könnten nach 1969, 1986, 2000, 2003, 2005, 2006 und 2008 zum achten Mal das nationale Titel-Doppel gewinnen. «Das Double zu holen, das war sicherlich eines der tollsten Erlebnisse meiner Karriere. Das ist bei Bayern fast schon normal. Deshalb ist ein Sieg mit Bremen noch höher zu bewerten», sagte Ex-Bayern-Spieler Torsten Frings.

Die voraussichtlichen Einstellungen:

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Frings, Bargfrede - Borowski, Özil - Pizarro, Hugo Almeida (Marin)

FC Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger - Robben, Müller, Ribéry - Olic (dpa)

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