München

Bayern mit «Vollgas» in Richtung Viertelfinale

München. Die Stimmung in München ist so positiv wie die Form und die jüngsten zwölf Siege: Nach der Erfolgsserie auf nationaler Ebene dürfte den FC Bayern auch in der Champions League allenfalls die eigene Überheblichkeit stoppen können.
16.02.2010, 13:21
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München. Die Stimmung in München ist so positiv wie die Form und die jüngsten zwölf Siege: Nach der Erfolgsserie auf nationaler Ebene dürfte den FC Bayern auch in der Champions League allenfalls die eigene Überheblichkeit stoppen können.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister geht als klarer Favorit ins Achtelfinale gegen die schwächelnden Italiener vom AC Florenz. «Jeder Fehler kann jetzt entscheidend sein», warnte Trainer Louis van Gaal vor dem Hinspiel am 17. Februar in der Allianz Arena. «Es ist wichtig, zu Hause kein Gegentor zu bekommen», sagte der Niederländer, stellte aber klar: «Wir wollen nicht auf Verteidigen spielen.»

«Wir sind auf einem richtigen Weg. Das müssen wir jetzt aber auch in der Champions League beweisen», forderte Nationalspieler Philipp Lahm. Die Bayern können ihre «Operation Viertelfinale» mit einem komplett einsatzbereiten Kader angehen und sich über über eine positive Personalmeldung freuen: Stammtorwart Jörg Butt verlängerte seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2011. Stürmer Mario Gomez glaubt, dass «wir die große Chance nur nutzen können, wenn wir Vollgas geben». Ein Dutzend Pflichtspiel-Siege am Stück lassen die bajuwarische Konkurrenz fast in Ehrfurcht erstarren - könnten van Gaals Mannen aber vor dem Duell mit dem Tabellen-Elften der Serie A auch unterschwellig in Sicherheit wiegen.

Einen einzigen Punkt aus zuletzt fünf Liga-Spielen holte der Ex-Club von Luca Toni und macht die Italiener wahrlich nicht zur Herkules-Aufgabe. Doch Bayerns Bosse predigen Wachsamkeit: «Wenn wir glauben, dass wir diese Runde im Nebenwaschgang lösen, wird es ein böses Erwachen geben», sagte Clubchef Karl-Heinz Rummenigge. Für seinen Trainer sind derlei Überlegungen unrealistisch: «Es wird nicht der Fall sein, dass wir Florenz unterschätzen», meinte van Gaal. Sorgen machten ihm zuletzt die Abwehrschnitzer. Pokal-Gegner Greuther Fürth (6:2) und Bundesligist Borussia Dortmund (3:1) nutzten die Defensiv-Löcher nur halbherzig - «aber in der Champions League wird so etwas hart bestraft», mahnte Sportdirektor Christian Nerlinger.

«Das müssen wir auf jeden Fall verbessern. Aber das ist auch etwas, was man ganz schnell verbessern kann», sagte Kapitän Mark van Bommel. Auch, um in der Defensive an Sicherheit zu gewinnen, dürfte van Gaal gegen Florenz mit Mario Gomez als einziger Spitze beginnen. Dahinter haben dann die Kreativkräfte Arjen Robben und Franck Ribéry alle Freiheiten. Dem lange verletzten Franzosen stellte van Gaal gar ein Comeback über die volle Distanz in Aussicht: «Er ist sehr motiviert. Vielleicht wird er seine ersten 90 Minuten spielen».

Nach überwundener Grippewelle können die Bayern auch wieder auf Nationalstürmer Miroslav Klose zurückgreifen, der nach seiner Sprunggelenksblessur auf der Bank sitzen wird. Fiorentina hat neben den sportlichen Sorgen dagegen auch einige Personalprobleme: Zuletzt kugelte sich Stamm-Verteidiger Alessandro Gamberini die Schulter aus und wird Trainer Cesare Prandelli damit genauso fehlen wie der wegen eines Doping-Vergehens gesperrte Offensiv-Allrounder Adrian Mutu.

Doch obwohl scheinbar alles gegen die Gäste spricht, sind die Töne unerwartet forsch. «Ich bin sicher, dass trotz der letzten Ergebnisse das Spiel zur richtigen Zeit kommt», sagte Riccardo Montolivo. Und der italienische Nationalspieler ergänzte: «Es ist ein Spiel, in dem wir nicht scheitern dürfen, und es ist das wichtigste in den fünf Jahren unter Trainer Prandelli. Ich träume davon, zwei großartige Champions-League-Spiele zu spielen.»

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger - Robben, Müller, Ribéry - Gomez AC Florenz: Frey - Comotto, Kröldrup, Felipe, Pasqual - Montolivo, Bolatti - Marchionni, Jovetic, Vargas - Gilardino Schiedsrichter: Ovebro (Norwegen) (dpa)

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