Bundesliga Bochum plant zweigleisig - Endspiel im Hinterkopf

Bochum. Bayern München vor der Brust, Hannover 96 im Hinterkopf. Vor dem Abstiegsfinale gegen die Niedersachsen am letzten Spieltag bemüht sich der VfL Bochum um Konzentration auf das Duell beim Champions-League-Finalisten.
28.04.2010, 13:40
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Bochum. Bayern München vor der Brust, Hannover 96 im Hinterkopf. Vor dem Abstiegsfinale gegen die Niedersachsen am letzten Spieltag bemüht sich der VfL Bochum um Konzentration auf das Duell beim Champions-League-Finalisten.

«Es kommt uns zu Gute, dass die Bayern gewinnen müssen, wenn sie deutscher Meister werden wollen. An Hannover denken wir noch nicht», versicherte VfL-Trainer Heiko Herrlich, dessen Elf nach zehn Spielen ohne Sieg auf den Relegationsplatz 16 abgerutscht ist.

Dass die Serie ausgerechnet in München endet, wo der VfL bisher nur ein Bundesligaspiel (2:0 am 28. August 1991) gewann, ist schwer zu glauben. Zumal der Liga-Primus nach dem grandiosen Einzug ins Finale der «Königsklasse» auf Wolke sieben schwebt und Bochum sich laut Philipp Bönig in einer «Abwärtsspirale» befindet.

Sportvorstand Thomas Ernst fordert Kampf und Einsatz bis zum Umfallen, um den sechsten Bundesliga-Abstieg noch zu verhindern. «Bei unserer Negativserie ist jedes Erfolgserlebnis eminent wichtig. In München wollen wir uns so teuer wie möglich verkaufen», sagte Ernst der Deutschen Presse-Agentur. «Die Mannschaft steht in der Pflicht, in den letzten Spielen alles für den Erfolg zu geben. Alle müssen davon überzeugt sein, es schaffen zu können.»

Wenn Bochum (28 Punkte) in München verliert und der Tabellen-17. Hannover (27) gegen Mönchengladbach gewinnt, könnte der Revierclub mit einem Heimsieg über die Elf von Mirko Slomka aus eigener Kraft zumindest die Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten erreichen. «Ich bin sicher, dass wir gemeinsam mit unseren Fans dann den direkten Abstieg verhindern», sagte Ernst. «Wenn am Ende die Relegation herausspringt, stellen wir uns auch der Herausforderung.»

Linksverteidiger Bönig freut sich trotz «angespannter Stimmung» auf das Duell mit seinem mutmaßlichen Gegenspieler Arjen Robben. «Es gibt doch nichts Schöneres als in München vor 70 000 Fans zu spielen. Wir dürfen nicht mit Angst dahin fahren oder schon an Hannover denken.» Er gab aber zu, dass das «Endspiel» gegen die Niedersachsen im Hinterkopf ist. «Die Bedeutung der Partie ist allen bewusst.»

Längst hat sich Bochum auch auf den schlimmsten Fall und die Folgen eingestellt. «Natürlich planen wir zweigleisig», sagte Ernst. Bei einem Sturz in die 2. Liga müsste der Etat des Gesamtvereins von jetzt 38,5 Millionen Euro auf 22 Millionen Euro gesenkt werden, weil Einnahmen durch Sponsoren, TV-Gelder und Zuschauer einbrechen. Ernst: «Dann müssten wir in allen Bereichen eisern sparen. Betriebsbedingte Kündigungen wird es aber im ersten Jahr nicht geben.»

Immerhin besitzen fast alle Spieler Verträge auch für die 2. Liga, aber «zu reduzierten Bezügen». Die Kontrakte von Torhüter Rene Renno, Joel Epallé, mit dem zurzeit verhandelt wird, Diego Klimowicz (Karriereende) und Vahid Hashemian laufen im Sommer aus. Allein der Vertrag mit Lewis Holtby gilt nur für Liga eins, so dass der von Schalke ausgeliehene Profi wohl zum Nachbarn zurückkehren würde.

Noch nicht sicher scheint, ob Herrlich in Bochum bleibt, auch wenn Ernst betonte: «Wir sind von ihm und seiner Arbeit überzeugt. Das Bestreben ist, mit ihm weiter zu machen. Wir haben ihn ja auch geholt, um Dinge nachhaltig zu verändern. Das Konzept ist langfristig angelegt.» Ungeachtet dessen werde man sich «nach der Spielzeit zusammensetzen, die Saison analysieren und über alles sprechen». (dpa)

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