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Brisanter Abstiegskampf: Großes Zittern im Keller

Drei Spieltage vor Saisonende steigt im Abstiegskampf die Brisanz. Borussia Mönchengladbach hofft wieder. Der 1. FC Köln ist hingegen zurück im Abstiegsstrudel und gleich sechs weitere Mannschaften sind noch längst nicht durch.
25.04.2011, 14:10
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Brisanter Abstiegskampf: Großes Zittern im Keller

«Kellerkinder»

dpa

Drei Spieltage vor Saisonende steigt im Abstiegskampf die Brisanz. Borussia Mönchengladbach hofft wieder. Der 1. FC Köln ist hingegen zurück im Abstiegsstrudel und gleich sechs weitere Mannschaften sind noch längst nicht durch.

Berlin (dpa) - Wieder Bangen beim 1. FC Köln, neue Hoffnung bei Borussia Mönchengladbach, erste Erleichterung beim VfL Wolfsburg: Bei den Mannschaften im Keller der Fußball-Bundesliga gehen die Gefühle drei Spieltage vor Saisonschluss mächtig durcheinander. Beim FC St. Pauli glauben nach neun sieglosen Spielen in Serie nur noch die kühnsten Optimisten an den Klassenerhalt, und auch bei Eintracht Frankfurt spitzt sich trotz des Punktgewinns gegen Rekordmeister FC Bayern München die Lage weiter zu. Entspanntere Tage erleben nach dem erfolgreichen Osterwochenende hingegen Werder Bremen, der 1. FC Kaiserslautern und der VfB Stuttgart. Aus dem Achtkampf um den Klassenverbleib ist erstmal ein Fünfkampf geworden - doch schon am nächsten Wochenende kann alles wieder anders aussehen.

"Der Abstiegskampf wird bis zum letzten Spieltag gehen und wenn wir nachlassen, geht er noch zehn Tage länger", sagte Felix Magath nach dem ersten Sieg im fünften Spiel seit seiner Rückkehr zum VfL Wolfsburg. Mit 32 Zählern haben die Niedersachsen nach dem 4:1 gegen Köln etwas Luft auf Borussia Mönchengladbach und den FC St. Pauli (beide 29), belegen aber noch den Relegationsplatz 16. Nichtsdestotrotz sei der Sieg gegen Köln "das erste Mal" gewesen, bemerkte Trainer Magath, dass die Mannschaft erkannt habe, im Abstiegskampf zu stecken.

Dass es sich beim Wolfsburger Erfolgserlebnis nicht um eine Eintagsfliege handelt, können die Wölfe bereits am kommenden Freitag gegen Werder Bremen unter Beweis stellen. Die Bremer empfangen die Wolfsburger ohne den großen Druck der vergangenen Wochen. Nach dem 3:1 beim FC St. Pauli haben sie sich der größten Abstiegssorgen mit 38 Punkten entledigt. Bei einer Bremer Niederlage wäre Wolfsburg aber schon wieder bis auf drei Punkte an Werder dran.

Der 1. FC Köln wähnte sich ebenfalls bereits in Sicherheit, doch nach der Niederlage in Wolfsburg liegen bei den Geißböcken die Nerven blank. Selbst eine vorzeitige Trennung von Trainer Frank Schaefer scheint nach drei Niederlagen in Serie nicht mehr ausgeschlossen. Die sofortige Demission des Trainers schloss Sportdirektor Volker Finke zwar aus, eine Garantie dafür, dass Schaefer auch am Samstag gegen Bayer Leverkusen noch auf der Bank sitzt, wollte er aber auch nicht abgeben. "Ich gehe davon aus", sagte Finke lediglich.

Den Gegenpart zum rheinischen Nachbarn aus Köln stellt Borussia Mönchengladbach dar. Im Abstiegsstrudel schon fast abgeschrieben haben sich die Gladbacher mit dem 1:0 gegen Fast-Meister Borussia Dortmund zurück in die Verlosung gebracht. Erstmals seit 156 Tagen konnten sie den letzten Tabellenplatz verlassen. Die Hoffnung auf den Klassenverbleib ist wieder erwacht, doch Trainer Lucien Favre warnte vor dem Saisonendspurt, der mit dem schweren Auswärtsspiel bei Champions-League-Aspirant Hannover 96 beginnt: "Wir müssen aus den restlichen drei Spielen mindestens sechs Punkte holen. Ob es dann reicht, das weiß ich allerdings nicht."

Nach neun sieglosen Spielen in Serie und dem 1:3 gegen Bremen ist die Hoffnung auf den Verbleib im Oberhaus auf das Minimum gesunken. Am Freitag reisen die Hamburger zum 1. FC Kaiserslautern, der nach dem überraschenden 1:0-Erfolg beim FC Schalke 04 einen Riesenschritt Richtung Bundesliga-Verbleib gemacht hat. Mit weiteren drei Punkten wäre der Aufsteiger aus der Pfalz so gut wie gerettet. Auch der VfB Stuttgart hat sich mit dem 3:0 gegen den Hamburger SV in eine gute Ausgangssituation gebracht. "Ich gehe davon aus, dass ein weiterer Sieg reicht", rechnete VfB-Trainer Bruno Labbadia vor.

Um die Bundesliga-Zugehörigkeit zittern muss hingegen weiterhin Eintracht Frankfurt. Trotz des Unentschiedens gegen Rekordmeister Bayern München war das Team von Trainer Christoph Daum ein Verlierer des Spieltags. Der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 ist auf zwei Punkte geschrumpft.

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