DFB-Pokal BSC Hastedt verliert 1:11 gegen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach hat gegen den BSC Hastedt beim Pokalspiel in Bremen lockere elf Tore geschossen. Kurz vor Schluss gelang den Gastgebern noch der Ehrentreffer und damit ein Grund zum Feiern.
19.08.2018, 20:27
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Stefan Freye

Das war doch mal ein richtig runder Abend: Die Sonne lachte beim DFB-Pokalspiel zwischen dem BSC Hastedt und Borussia Mönchengladbach, 5000 Zuschauer sorgten für eine ansprechende Kulisse auf Platz 11 und Iman Bi-Ria feierte einen schönen Abschied. Der scheidende Torjäger wurde sogar zum Man of the Match gewählt und erhielt die Trophäe aus den Händen von DFB-Präsident Reinhard Grindel. „Für mein Lebenswerk“, wie er augenzwinkend meinte.

Der Abend war am Ende so schön, dass nicht einmal das Ergebnis störte. Denn der Bundesligist setzte sich gleich zweistellig mit 11:1 (6:0) gegen den Bremen-Ligisten durch. „Wir haben das Spiel genossen“, sagte Hastedts Trainer Gökhan Deli nach der Partie. Das war keinesfalls trotzig gemeint. Natürlich hatten sich die Bremer eine weniger deutliche Niederlage gewünscht. Aber es sollte eben nicht sein. Weil die Gladbacher Profis dem BSC in allen Belangen überlegen waren – und weil es gleich zu Beginn nicht wirklich gut gelaufen war.

Für Marcel Pfaar war es sogar richtig blöd gekommen in den ersten Minuten dieses Duells. Nachdem er erfahren hatte, dass sein Idol Yann Sommer gar nicht im Kader des Bundesligisten stand – der angestrebte Trikottausch also ins Wasser fiel –, verlief auch die erste Ballberührung des Keepers nicht nach Wunsch: Als Florian Neuhaus mit Tempo in den Strafraum lief, kam Pfaar einen Tick zu spät. Weil er den Mittelfeldspieler zu Fall brachte, gab es also einen Strafstoß, nur wenige Momente nach dem Anpfiff. Der denkbar schlechte Start war perfekt, als Thorgan Hazard aus elf Metern zum 1:0 für Gladbach getroffen hatte.

Denkbar schlechter Start

Und diese erste aufregende Szene ließ denn auch nichts Gutes für den weiteren Verlauf der Partie erwarten. Schließlich waren die Bremer vor dem Führungstreffer des Gegners nicht mal an den Ball gekommen. Sie hatten lediglich getan, was ihr Trainer zuvor erwartet hatte: Die Hastedter waren immer dem Ball hinterher gelaufen. Besonders häufig hatten sie das Spielgerät auch bis zum 2:0 nicht erhalten, und so veränderte der zweite Treffer der Gladbacher durch Alassane Pléa auch eine ganze Menge in diesem Spiel: Das Gefühl, eine Pokalsensation schaffen zu können, hatte sich erledigt, dafür hätte der BSC deutlich länger die Null halten müssen.

Angesichts der gegnerischen Dominanz zog sich der Underdog nun sogar noch ein wenig mehr zurück und überließ dem Bundesligisten das Feld. Das war vielleicht nicht gerade eine gute Idee; angesichts der ungleichen Kräfteverhältnisse schien es aber unvermeidbar. Allerdings war die ausgesprochen defensive Ausrichtung auch nicht geeignet, weitere Treffer zu verhindern. Vor allem der Gladbacher Doppelschlag vor der Pause tat weh, weil er das halbe Dutzend dann doch noch voll machte. Aber so war das eben: Irgendwas ging meistens schief. Mal klappte die Abseitsfalle nicht, dann war irgendeiner zu spät oder die Abwehr verlor komplett die Orientierung.

Freuen konnten sich die Zuschauer zu diesem Zeitpunkt nur noch über die Kuriositäten. Etwa, als jemand skandierte „BSC, schieß ein Tor“ oder Rafael nur das Außennetz des leeren Bremer Tors traf (40.). „Gladbach war um Welten besser und deshalb schwer zu verteidigen“, fasste John Thöle das Geschehen zusammen. Der Abwehrspieler wusste, woran es vor allem gelegen hatte, dass seinem Team das Minimalziel einer einstelligen Niederlage verwehrt wurde: „Es war schade, dass es so schnell ging mit den Gegentoren.“ Nach dem Wechsel änderte sich wenig am Spiel. Manchmal bekamen die Hastedter für eine beherzte Einzelaktion großen Applaus.

Der Herr im Haus blieb allerdings die Borussia. Doch dann kam die 88. Minute, und sie sollte einiges verändern. Denn mit dem Ehrentreffer durch den eingewechselten Dynar Kücük hatte sich der Bremen-Ligist sein Erfolgserlebnis geholt. „Das haben wir gebraucht, sonst wäre die Stimmung wohl gedämpfter“, meinte Marcel Pfaar. Obwohl er direkt nach dem so wichtigen Tor etwas konsterniert wirkte („Ich habe das gar nicht realisiert“), wusste Kücük noch genau, wie er den Gladbachern aus rund 15 Metern einen eingeschenkt hatte: „Ich habe nicht lange gefackelt und einfach abgezogen.“ Für den jungen Stürmer war mit seinem Treffer ein „unbeschreiblicher“ Moment verbunden. Das galt am Ende aber nicht nur für Dynar Kücük. Unbeschreiblich war das Spiel eigentlich für den gesamten BSC Hastedt.

+++ Zuletzt aktualisiert am 19. August um 22.34 +++

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+