DFB-Pokal

BSV Rehden schlägt sich achtsam

Osnabrück. Der FC Bayern München hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals keine Blöße gegeben. In Osnabrück setzte sich der Rekordmeister am Montagabend mit 5:0 (2:0) gegen den Regionalligisten BSV Rehden durch.
06.08.2013, 05:00
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BSV Rehden schlägt sich achtsam
Von Patrick Hoffmann

Osnabrück. Der FC Bayern München hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals keine Blöße gegeben. In Osnabrück setzte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister gestern Abend souverän mit 5:0 (2:0) gegen den Regionalligisten BSV Rehden durch. Die Münchner Tore beim Pflichtspieldebüt von Trainer Josep Guardiola erzielten Xherdan Shaqiri und dreimal Thomas Müller sowie Arjen Robben.

Sie hatten sich extra hübsch gemacht für diesen Abend. Es kommt ja nicht oft vor, dass das Fernsehen bei Spielen des BSV Rehden vorbeischaut, erst recht nicht, um die Partie auch noch live in Millionen deutsche Wohnzimmer zu übertragen. Die meisten seiner Mannschaftskollegen, verriet also Rehdens Torwart Milos Mandic, seien am Wochenende noch einmal schnell zum Friseur gegangen, "denn wenn die Profis gut aussehen", erklärte Mandic, "dann wollen wir das auch."

Sie sahen dann tatsächlich alle ganz gut aus auf dem grünen Rasen der Osnabrücker Arena, aber die Rehdener hätten sich die Haare vermutlich auch blau oder grün färben lassen können, im Mittelpunkt hätte gestern Abend dennoch nur dieser eine Mann gestanden, der obendrein nicht mal einen Friseur besucht hatte: Josep Guardiola, Münchens neuer Trainer, gab in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den niedersächsischen Dorfklub BSV Rehden (Landkreis Diepholz) sein Pflichtspieldebüt auf der Münchner Bank. Und weil ja schon Guardiolas erste Trainingseinheit mit dem FC Bayern live im Fernsehen übertragen worden war, gefolgt von Guardiolas erstem Testspiel mit dem FC Bayern, durfte nun natürlich auch Guardiolas erstes Pflichtspiel mit dem FC Bayern nicht fehlen.

Was die Millionen Zuschauer in der ARD und die 16600 Zuschauer im Stadion in den 90 Minuten zu sehen bekamen, war dann zwar nicht die Neuerfindung des Fußballs (nicht weniger wird ja vom spanischen Wundertrainer erwartet, nach einer Bayern-Saison mit drei Titeln in Liga, Pokal und Champions League), aber es war ein souveräner Auftritt der Münchner. Mit 5:0 gewann der haushohe Favorit gegen den krassen Außenseiter aus Rehden. Xherdan Shaqiri (17. Minute), dreimal Thomas Müller (44./58.,Foulelfmeter/64.) und zum Schluss Arjen Robben (88.) sorgten für ein Ergebnis, mit dem am Ende wohl beide Mannschaften ganz gut leben konnten.

Nur nicht zweistellig verlieren, so hatte die Zielsetzung der Rehdener nämlich gelautet, auch wenn Klubchef Friedrich Schilling kurz vor dem Anpfiff doch noch von der offiziellen Sprachregelung abgewichen war und eine (nicht ganz ernst gemeinte) Kampfansage an die Münchner gerichtet hatte. Der Trainer, sagte Schilling, habe die Mannschaft so aufgestellt, dass sie möglichst lange das 0:0 halte. "Und kurz vor Schluss", fügte Schilling unter dem Beifall der Zuschauer hinzu, "da wollen wir dann das entscheidende Tor schießen."

Daraus wurde zwar nichts. Allerdings verschanzte sich der Klub aus dem 1800-Einwohner-Dorf auch nicht mit zehn Feldspielern vor dem eigenen Strafraum. Die Rehdener spielten von Beginn an mutig, fast schon ein bisschen frech gegen Münchens Starauswahl, in der Philipp Lahm, Franck Ribery, Javier Martinez und Neuzugang Thiago Alcantara nur auf der Bank saßen. Bereits in der dritten Minute setzte Alexander Neumann zum Solo von der Mittellinie an, düpierte Münchens Abwehrspieler Dante und passte zu Mitspieler Florian Stütz. Der blieb dann zwar an der Strafraumgrenze an Münchens Abwehr hängen, dennoch brandete zum ersten Mal lautstark Applaus auf für den Viertligisten. Jeder gewonnene Zweikampf, jeder Doppelpass des BSV Schwarz-Weiß wurde fortan gefeiert wie ein Tor.

Entsprechend glücklich waren die Rehdener nach dem Spiel. "Ich denke, wir haben uns sehr, sehr teuer verkauft. Wir haben alles versucht", sagte Kapitän Kevin Artmann sichtlich stolz, nachdem er auch noch das Trikot von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger ergattert hatte. Und Guardiola freute sich am Ende auch: "So ein Spiel ist immer gefährlich", sagte er, verwies auf die vier gescheiterten Bundesliga-Konkurrenten aus Bremen, Mönchengladbach, Braunschweig und Nürnberg und betonte: "Daher sind wir zufrieden."

BSV SW Rehden: Mi. Mandic - Pekrul, Heyken, Wessel, Hegerfeld - Arend - Stütz, Hirooka - Artmann (89. Krogemann) - A. Neumann (72. Kifuta), Chaib (65. Winkelmann)

Bayern München: Neuer - Rafinha, van Buyten, Dante (68. Boateng), Alaba - Schweinsteiger (62. Kirchhoff) - Robben, T. Müller, Kroos (81. Javi Martinez), Shaqiri - Mandzukic

Schiedsrichter: Christian Bandurski (Oberhausen)

Zuschauer: 16600 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Shaqiri (18.), 0:2 Müller (45.), 0:3 Müller (59./Foulelfmeter), 0:4 Müller (64.), 0:5 Robben (88.)

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