14. Spieltag Bundesliga: Das war der Samstag, das kommt am Sonntag

Der Effekt des nächsten Trainerwechsels beim FC Schalke 04 ist vorerst verpufft, die Sieglos-Serie geht weiter. Auch für die anderen Teams im Tabellenkeller verläuft der Bundesliga-Jahresstart bitter. Die Bayern sind die Tabellenführung zumindest vorerst los.
03.01.2021, 05:06
Lesedauer: 3 Min
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Christian Gross ist auch kein Wunderheiler. Sein Debüt als Retter beim FC Schalke 04 ist misslungen, das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga ist dem Negativrekord von Tasmania Berlin ganz nah.

Rückschläge setzte es am Samstag auch für Bayer Leverkusen und die TSG 1899 Hoffenheim. Auf lange Wochen im Abstiegskampf müssen sich zu Jahresbeginn Werder Bremen, der 1. FC Köln und Arminia Bielefeld einstellen. An der Spitze steht vorerst RB Leipzig.

FEHLZÜNDUNG: Das 0:3 bei seiner Premiere im Gastspiel bei Hertha BSC führte Schalkes neuem Trainer Gross gleich vor Augen, auf was er sich da eingelassen hat. „Schalke ist eine Riesen-Herausforderung, deshalb hab ich es angenommen“, sagte der Schweizer schon vor dem Anpfiff. Dann folgte das 30. Ligaspiel der Königsblauen ohne Sieg in Serie. Geht es nächste Woche gegen Hoffenheim wieder schief, ist die Marke von Tasmania aus der Saison 1965/66 eingestellt. „In erster Linie loben“ wolle er seine niedergedrückten Spieler in den nächsten Woche, beteuerte Gross. Viel Grund dazu boten die Schalker ihm noch nicht.

NERVENFLATTERN: An den ersten zwölf Spieltagen konnte niemand Bayer Leverkusen bezwingen, dann erwischte es die Werkself gegen die Bayern - und nun gleich wieder gegen Eintracht Frankfurt. Statt mit der Tabellenführung über Nacht reiste Bayer mit Frust und der alten Frage nach dem Gewinner-Gen wieder heim. „Ich habe die Siegermentalität nicht gesehen“, schimpfte Trainer Peter Bosz. Kein ganz neues Problem für einen Coach in Leverkusen. Erster Nutznießer waren die Leipziger, die am Abend dank Dani Olmos Treffer verdient mit 1:0 in Stuttgart gewannen und den FC Bayern vorerst von der Spitze verdrängten.

HÖHENFLUG: Vier Siege in Serie, damit hat der SC Freiburg seinen Vereinsrekord in der Bundesliga eingestellt. Beim 3:1 bei den unglücklichen Hoffenheimern zeigten die Breisgauer vor allem in Hälfte eins „eine hohe Effizienz“, wie Trainer Christian Streich lobte. Ähnliches führte Union Berlin beim 2:0 in Bremen vor. Der Lohn ist vorerst Platz vier, doch Coach Urs Fischer verweigert das Träumen. „Ich schaue in der Tabelle auch noch nach unten, ihr werdet mich nicht dazu bekommen, dass ich meine Meinung ändere“, sagte der Schweizer.

UNGEMÜTLICH: Werder-Trainer Florian Kohfeldt bescheinigte seinem Team eine „ganz schlechte Leistung“ gegen Union. Kölns Coach Markus Gisdol verlangte nach dem 0:1 gegen Augsburg mehr „klare Kante“. Und Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus monierte nach dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach: „Das war schon fast ein Chaos. Wir hatten null Ordnung.“ Für die Teams am unteren Ende der Tabelle war es kein schöner Start ins neue Fußballjahr.

ANSPRÜCHE: Hansi Flick möchte mit den Triple-Champions des FC Bayern gegen den Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 die eigenen Titelambitionen beim Jahresauftakt sofort wieder mit Leistung untermauern. „Jeder brennt auf den Start“, sagte der Trainer vor dem Heimspiel am Sonntag (18.00 Uhr/Sky). Auch wenn die Weihnachtspause kurz gewesen sei, habe sie allen sehr gut getan. „Ich erlebe die Mannschaft so, dass sie jetzt wieder frischer ist.“ Darauf hofft auch Flicks Dortmunder Kollege Edin Terzic, wenn der BVB um 15.30 Uhr (Sky) den Tabellennachbarn VfL Wolfsburg empfängt. „Jetzt geht es darum, sich um die Tabelle zu kümmern und deutlich mehr Spiele zu gewinnen“, sagte Terzic, der wieder auf Torjäger Erling Haaland setzen kann.

Die Zahlen zum Samstag:

4 - So wenige Punkte nach 14 Spieltagen hatte der FC Schalke 04 noch nie in seiner bewegten Bundesliga-Historie

8 - Stuttgarts Torwart Gregor Kobel gelangen gegen Leipzig acht Paraden, so oft rettete in dieser Saison kein anderer Keeper.

13 - Seit 13 Heimspielen ist der 1. FC Köln in der Bundesliga ohne Heimsieg. Das ist Negativrekord für die Rheinländer.

14 - Auch in der Vorsaison hatte Werder Bremen zu diesem Zeitpunkt erst 14 Zähler. Damals entkam das Team erst in der Relegation dem Abstieg.

© dpa-infocom, dpa:210103-99-879899/5 (dpa)

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