Nürnberg Bunjaku will die Bayern stoppen - Ribéry verletzt

München. Ohne Franck Ribéry jagen die Bayern Spitzenreiter Bayer Leverkusen und den Bundesliga-Rekord - aber ein Schweizer will der Siegesserie des deutschen Fußball-Rekordmeisters ein Ende bereiten.
19.02.2010, 16:40
Lesedauer: 2 Min
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München. Ohne Franck Ribéry jagen die Bayern Spitzenreiter Bayer Leverkusen und den Bundesliga-Rekord - aber ein Schweizer will der Siegesserie des deutschen Fußball-Rekordmeisters ein Ende bereiten.

Albert Bunjaku ist im 180. bayerischen Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und Bayern München der Hoffnungsträger der abstiegsbedrohten Franken, die seit vier Monaten kein Heimspiel mehr gewonnen haben. «Die Bayern sind zwar derzeit in überragender Form, aber warum sollen wir keine Chance haben?», fragt der Stürmer, der beim «Club» mit elf Treffern bester Torschütze ist.

Dass die Bayern kurzfristig auf Ribéry verzichten müssen, dürfte die fränkischen Chancen erhöhen. Der 26-jährige Franzose könne wegen einer Prellung am rechten Unterschenkel nur zuschauen, gab Trainer Louis van Gaal bekannt. Aus «Vorsorge» werde man den Mittelfeldakteur draußen lassen. Der Coach befürchtet aber keinen längeren Ausfall: «Er ist verletzt, aber nicht so schwer», sagte van Gaal. Nürnberg schwebt auf dem vorletzten Tabellenplatz liegend in akuter Abstiegsgefahr, die Bayern dagegen eilen von Erfolg zu Erfolg.

13 Pflichtspiel-Siege feierten die Münchner zuletzt, davon neun in der Bundesliga. Mit einem weiteren würden sie gar eine ligaweite Bestmarke einstellen: Zehn Bundesliga-Erfolge nacheinander in einer Saison waren bisher nur Borussia Mönchengladbach (1986/87) und dem VfL Wolfsburg (2008/09) gelungen. Van Gaal schränkte ein: «Es ist jede Woche schwieriger.» Nürnberg sei «natürlich keine Spitzenmannschaft, aber sie können trotzdem gegen Bayern München gewinnen. Das müssen wir vermeiden.» Nationalstürmer Mario Gomez kündigte an, die Serie fortsetzen zu wollen, um «vielleicht schon nächstes Wochenende auf Platz eins» zu stehen.

«Wenn wir hart arbeiten, geht auch etwas», glaubt Bunjaku. Der 25- Jährige hat sich als Glücksgriff für den FCN entpuppt. Vor 13 Monaten, im Januar 2009, holte ihn Sportdirektor Martin Bader vom Drittligisten Rot-Weiß Erfurt an den Valznerweiher. Ein halbes Jahr zuvor hatte sich der Eidgenosse bundesweit in die Schlagzeilen geschossen, als er bei Erfurts 3:4-Pleite in der ersten DFB-Pokal- Runde zwei Tore gegen die Bayern erzielt hatte. Es war das «Spiel meines Lebens» - nun soll ein weiteres folgen, «vielleicht auch ohne Bunjaku-Tor, denn es wird Zeit, dass ich mal wieder ein Tor auflege».

Mit Optimismus sieht auch Andreas Ottl, der mit Verteidiger Breno bis zum Saisonende vom FC Bayern an den Altmeister ausgeliehen worden ist, dem Duell mit seinem scheinbar übermächtigen Ex-Arbeitgeber entgegen. Der verfüge über Weltklassespieler, sagte Mittelfeldakteur Ottl, «aber wir können für eine Überraschung sorgen». «Es soll nicht überheblich oder arrogant klingeln, wenn ich sage: Auch wir haben eine Chance», betonte Trainer Dieter Hecking.

Bei ihrem Besuch am Mittwoch beim Champions-League-Achtelfinale der Bayern gegen den AC Florenz (2:1) wurde Nürnbergs Trainer Hecking und Manager Bader nur wenig Erhellendes geboten. Erneut fiel die bajuwarische Defensive durch haarsträubende Fehler auf, überdies fehlt nun auch noch Abwehrchef Daniel van Buyten (Muskelfaserriss). Das 21-jährige Eigengewächs Diego Contento könnte dafür erstmals in die Startelf rücken. Es bestärkt Hecking in seiner Hoffnung auf den ersten fränkischen Sieg seit Februar 2007 (3:0). Der Coach räumte aber leicht ironisch ein: «Wir werden die Bayern nicht in Grund und Boden spielen, das kann ich versprechen.» (dpa)

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