Stuttgart Cacau märchenhaft wie tapferes Schneiderlein

Stuttgart. Mit seiner fabelhaften Treffsicherheit hat Cacau dem VfB Stuttgart den Sieg gegen Eintracht Frankfurt im Alleingang beschert. Zwar glückte ihm nicht der nächste «Viererpack» wie gegen den 1. FC Köln, aber der Doppelschlag des Nationalspielers reichte zum wichtigen 2:1 (2:1).
28.02.2010, 19:01
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Stuttgart. Mit seiner fabelhaften Treffsicherheit hat Cacau dem VfB Stuttgart den Sieg gegen Eintracht Frankfurt im Alleingang beschert. Zwar glückte ihm nicht der nächste «Viererpack» wie gegen den 1. FC Köln, aber der Doppelschlag des Nationalspielers reichte zum wichtigen 2:1 (2:1).

«Ich bin sehr glücklich und freue mich, dass ich mit meinen Toren der Mannschaft geholfen habe», sagte der Tor-Garant strahlend. «Ich freue mich für ihn», sagte VfB- Trainer Christian Gross. Lob gab es in der ARD-«Sportschau» auch von Bundestrainer Joachim Löw: «Im Moment hat er einen sehr guten Lauf.» Und Nationalmannschaftskollege Sami Khedira versicherte: «Diese Woche wird er nie vergessen.»

Die beiden tollen Treffer gegen die Eintracht erst per Kopf (41. Minute) und dann mit einem satten Volleyschuss (45.) waren die Krönung eines rekordverdächtigen Comebacks nach drei Wochen Verletzungspause. Zwar reichte es Cacau nicht wie dem tapferen Schneiderlein zu «Sieben auf einen Streich», aber seine insgesamt sieben Treffer binnen acht Tagen in der Bundesliga gegen Köln und der Champions League gegen den FC Barcelona sind ebenfalls märchenhaft. Geholfen haben dem überzeugten Christen nicht nur sein tiefer Glaube zu Jesus, sondern auch weltlicher Beistand durch einen Mental-Coach. «Er wirkt sehr gefestigt», bescheinigte Heldt dem sensiblen Profi wesentlich mehr Stabilität und Selbstsicherheit als in der Vorrunde.

Cacau hat dank seiner Knipser-Qualitäten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Im Vertrags-Poker mit dem VfB hat er nun viel bessere Karten. «Wir haben Interesse, mit ihm zu verlängern», sagte Heldt. Der Profi will im Prinzip bleiben: «Der Verein will, ich will, aber es muss alles passen.» Und im Kampf um einen Platz im WM- Kader hat Cacau seine Chancen schlagartig verbessert.

Möglicherweise setzt ihn Löw schon im Länderspiel gegen Argentinien von Beginn an ein. «Der Spielertyp Cacau gefällt mir gut», sagte der Bundestrainer. «In dieser Form ist er ein absoluter WM-Kandidat.» Diese Worte dürften Cacau Gefallen haben, der erklärte: «Südafrika ist mein Ziel.» Heldt sieht dabei sogar gewisse Vorteile für Cacau, weil dieser sich von seinen Konkurrenten Mario Gomez, Miroslav Klose oder Stefan Kießling durch seine Spielweise stark unterscheide. «Von dem Typ gibt es nicht so viele in Deutschland», sagte der Manager.

Der VfB ist dank Cacau wieder etwas näher an die Europa-League- Ränge herangerückt. Gross mauert diesbezüglich aber hartnäckig: So lange der Klassenverbleib noch nicht 100-prozentig gesichert ist, will der Schweizer keine andere Zielsetzung benennen. Immerhin sprach Gross von einem «großen Punktepolster» und gab zu: «Wir haben uns etwas befreit und können uns jetzt an anderen Gegnern orientieren.» Heldt will erst nach dem schweren Märzprogramm mit den Auswärts- Brocken Bremen, Schalke, Barcelona und München über neue Ziele reden.

Apropos Barcelona: Die Schwaben konnten nie an ihre Gala gegen die Katalanen in der Königsklasse anknüpfen. Sie wirkten in Beinen und Köpfen müde. «Ein Riesenkompliment für diese Willensleistung», lobte Gross seine Truppe für den Einsatz. Die Frankfurter konnten die Schwächen nicht nutzen, obwohl nach Benjamin Köhlers 1:0 (39.) nach einem verhängnisvollen Ballverlust Khediras alle Vorteile auf ihrer Seite lagen. «Wir haben uns selbst ins Bein geschossen», sagte Innenverteidiger Marco Russ verärgert. Trainer Michael Skibbe war «mit der Leistung zufrieden, mit dem Ergebnis nicht». Die Eintracht habe gezeigt, dass sie mit spielstarken Teams wie Stuttgart mithalten könne. Angesichts von nur noch einem Punkt Vorsprung auf den VfB und dem vorerst gestoppten Vormarsch in die Europa-League-Region räumte er aber ein: «Diese Niederlage war ein Rückschlag, keine Frage.» (dpa)

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