Bundesliga

Deal mit Kühne beendet: Nur 12,5 Millionen für HSV

Hamburg. Dem Anstoß folgte der rasche Abpfiff: Der umstrittene Deal zwischen dem Fußball-Bundesligisten Hamburger SV und Investor Klaus-Michael Kühne hat ein unerwartet schnelles Ende gefunden.
26.08.2010, 13:51
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Hamburg. Dem Anstoß folgte der rasche Abpfiff: Der umstrittene Deal zwischen dem Fußball-Bundesligisten Hamburger SV und Investor Klaus-Michael Kühne hat ein unerwartet schnelles Ende gefunden.

Zwar hält der in der Schweiz lebende Hamburger Milliardär seine inzwischen auf 12,5 Millionen Euro angewachsene Finanzspritze für den HSV aufrecht, zu weiteren Beteiligungen an Spielertransfers wird es aber aller Voraussicht nach nicht kommen. «Der Vertrag mit Herrn Kühne ist damit erfüllt und abgearbeitet», bestätigte HSV-Aufsichtsratschef Horst Becker der Nachrichtenagentur dpa das wichtigste Ergebnis eines Treffens zwischen der HSV-Spitze und Kühne.

Dabei wurde in der Hansestadt auch beschlossen, dass sich der Logistik-Unternehmer im Rahmen des «Anstoß³» genannten Investoren- Modells nicht wie geplant an der Verpflichtung von Neuzugang Gojko Kacar beteiligen wird. Das geschehe auf Wunsch des Vereins, wie Becker berichtete. Das Gesamt-Investitionsvolumen des Milliardärs beläuft sich damit auf «nur» 12,5 statt der vorgesehenen 15 Millionen Euro. Ob es zur weiteren Zusammenarbeit mit Kühne kommt sei ebenso offen wie die Frage, ob der HSV noch andere Geldgeber ins Boot holen wolle. «Im Moment suchen wir nicht», sagte Becker.

«Es war ein sehr offenes Gespräch, alle Ungereimtheiten sind ausgeräumt», betonte der Aufsichtsratschef, der am Vorabend wie sein Stellvertreter Alexander Otto sowie Clubchef Bernd Hoffmann und Sportchef Bastian Reinhardt dem Treffen mit Kühne in einer Privatbank beigewohnt hatte. Es war nötig geworden, weil Beobachtern wie Fußball-Idol Uwe Seeler («Der Club muss aufpassen, dass er nicht seine Seele verkauft») und vielen Vereins-Mitgliedern Kühnes scharfe Kritik an der Club-Transferpolitik sauer aufgestoßen war. Sie sahen sich damit in ihrer Sorge vor einer Einflussnahme von außen bestätigt.

Der ehemalige HSV-Präsident Jürgen Hunke hatte sogar empfohlen, die Zusammenarbeit mit Kühne ganz zu beenden. So weit wollten Hoffmann & Co. aber nicht gehen. Die HSV-Verantwortlichen hatten Kühne vor Monaten als einen Mann vorgestellt, der bereit sei, 15 Millionen Euro zu investieren, ohne sich in Club-Belange einzumischen - was in der Realität dann aber doch anders aussah. Nun ist er über «Anstoß³» mit seiner 12,5-Millionen-Spritze an den Nationalspielern Marcell Jansen, Dennis Aogo, Paolo Guerrero und Heiko Westermann sowie U-21-Auswahlspieler Dennis Diekmeier beteiligt. Bei Transfers erhält Kühne ein Drittel der Erlöse je Spieler.

Während Hoffmann und Reinhardt weiter die Meinung vertreten, dass sie die richtigen Akteure geholt haben, hatte Kühne bei Westermann, Diekmeier und Kacar Zweifel angemeldet. Bei den Neuverpflichtungen sei «nicht alles so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe». Kühne hätte lieber Geld locker gemacht für einen Top-Star wie den nun bei Real Madrid spielenden ehemaligen HSV-Publikumsliebling Rafael van der Vaart. Der Niederländer würde bei den Hanseaten zwar sportlich ins Team, nicht aber in das Gehaltsgefüge passen. (dpa)

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