WM-Tagebuch vom 14. Juni Der heimliche WM-Star

In seinem WM-Tagebuch berichtet WESER-KURIER-Sportchef Marc Hagedorn täglich von der Endrunde in Brasilien. Heute geht es um den heimlichen Star der WM - und das ist kein Fußballer.
14.06.2014, 16:30
Lesedauer: 1 Min
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Der heimliche WM-Star
Von Marc Hagedorn

Neymar – ja gut, ich sag‘ mal: Seine Tore hat er gemacht. Robin van Persie – okay, war nicht schlecht für den Anfang. Und Arjen Robben – ja, ghhrrrrr, war Weltklasse.

Aber der heimliche Star hier in Brasilien ist die Fähre, die uns deutsche Journalisten jeden Tag rüber auf die Halbinsel bringt, auf der sich die deutsche Mannschaft versteckt hält. Ich find’s toll, jeden Morgen über den Nil zu schippern, oder wie der Fluss hier heißt.

Die Fähre, das muss man ehrlicherweise sagen, hat aber nicht bei allen Kollegen einen so guten Ruf. Sie ist sozusagen der Cristiano Ronaldo unter den Fortbewegungsmitteln in Brasilien. Sie spaltet die Fangemeinde. Viele Reporter können die Fähre nicht ausstehen. Und es stimmt ja: Die Fähre kann zickig sein wie eine Diva.

Mal dauert die Überfahrt acht Minuten, mal zehn, mal zwölf. Wir waren aber auch schon 25 Minuten unterwegs. Mal stößt man mit einer anderen Fähre beim Ablegen zusammen. Mal steht man im Regen, weil man während der Überfahrt nicht im Auto sitzen bleiben darf. Mein Regenschirm liegt leider in Twistringen. Klar, werden Sie jetzt sagen: Das weiß doch jeder Amateur, dass man nach Brasilien nur mit Regenschirm reist. Sorry, ich wusste es nicht.

Bis man auf die Fähre kommt, muss man 30 Minuten Wartezeit einplanen. Oder 60. Oder 90. Wenn man zum Arbeiten hier ist und die Redaktion in der Heimat pünktlich mit Texten beliefert werden will, kann einen das schon unter Druck setzen. Aber hey: Druck hat der Jogi auch. Und außerdem: Hier scheint die Sonne. Wir sind auf dem Wasser. Leute, es ist WM.

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