Löw DFB-Chef: Kniefall vor Löw - Zukunft bleibt offen

Erasmia. Mit einem verbalen Kniefall hat DFB-Chef Theo Zwanziger das Werben um Joachim Löw intensiviert - der Bundestrainer aber hält sich weiter bedeckt.
14.06.2010, 15:56
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Erasmia. Mit einem verbalen Kniefall hat DFB-Chef Theo Zwanziger das Werben um Joachim Löw intensiviert - der Bundestrainer aber hält sich weiter bedeckt.

Am Tag nach dem beeindruckenden WM-Start der neuen, frischen Fußball-Nationalmannschaft in Südafrika flehte der Präsident Zwanziger im deutschen Quartier in Erasmia geradezu um eine Vertragsverlängerung mit Löw, die Anfang des Jahres mit einem großen Knall geplatzt war. «Ich werde persönlich alles tun, dass es so wird», erklärte Zwanziger nun und lobte die Arbeit des 50-jährigen DFB-Cheftrainers überschwänglich. «Der DFB weiß, was er an Joachim Löw und seinem Team hat», betonte der Verbands-Boss.

Zwar gibt es im winterlichen Südafrika bei Nachttemperaturen unter dem Gefrierpunkt keine Eiszeit mehr mit der DFB-Spitze, wie Löw verdeutlichte. Doch der Bundestrainer blieb trotz des Hinweises auf das wieder intakte «absolut vertrauensvolle Verhältnis» mit Zwanziger bei seiner klaren Linie: Vor WM-Ende wird es von ihm keine konkreten Aussagen zu seiner beruflichen Zukunft geben.

«Ich habe jetzt ganz andere Dinge im Kopf. Das habe ich völlig ausgeblendet», erklärte Löw mit Hinweis auf die «hohe Verantwortung», die er beim ersten WM-Turnier auf dem afrikanischen Kontinent trägt. «Es ist wichtig, dass wir bei der WM Ruhe haben.»

Zwanziger weiß, dass mit dem auch international begeistert aufgenommenen ersten Auftritt des dreimaligen Weltmeisters am Kap neben den Sympathiewerten für das Team auch das Ansehen von Löw weiter steigt. Mit einem symbolischen Handschlag bemühte sich der DFB-Chef vor der Weltpresse in der live nach Deutschland übertragenen Pressekonferenz um Entspannung. Löw aber ließ sich nicht locken, den freundlichen Erwiderungen auf das weiter intensivierte DFB-Werben schloss er sogar eine klare Ansage an seine Mitarbeiter an, deren Zukunft ebenfalls noch ungeklärt ist. «Ich möchte nichts, aber auch gar nichts intern hören von Plänen, was nach der WM ist.»

Indirekt bot Zwanziger Löw sogar eine Verlängerung bis zur nächsten WM-Endrunde 2014 in Brasilien an. Angesichts der Entwicklungsfähigkeit der neuen Nationalelf bemerkte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): «Ich glaube, dass es eine faszinierende Aufgabe für einen Trainer ist, die Mannschaft nicht nur bei einem WM-Turnier zu führen.» Sein «Wunsch», mit Löw weiterzumachen, sei auch «völlig unabhängig» davon, was bei dieser Weltmeisterschaft in Afrika noch passieren wird.

Löw weiß, dass er im Poker mit dem Verband in eine immer bessere Position kommt, je weiter er das Team in Richtung Finale führt. Doch auch Zwanziger blieb noch gelassen: «Es ist nun mal so, dass Verträge auslaufen.» Das würde auch sein eigenes Amt betreffen: «Der Präsident muss auch im Oktober wiedergewählt werden, wenn er es will.»

Knackpunkt der Löw-Verlängerung könnte sein, inwieweit auch enge Mitarbeiter wie Manager Oliver Bierhoff eine Zukunft beim DFB bekommen oder sehen. «Dieses Team hat in seiner Gesamtheit den deutschen Fußball weitergebracht», lobte der Präsident die komplette sportliche Leitung. «Zug um Zug» werde man sich nach der WM mit allen Betroffenen zusammensetzen - der Ausgang bleibt offen. (dpa)

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