EM-Qualifikation im Visier Die deutsche U 21 ist auf Rekordjagd

Die deutsche U 21 möchte mit dem elften Sieg in Serie die EM-Qualifikation perfekt machen. Am Freitag erwartet die Elf rund um Trainer Stefan Kuntz die Fußball-Auswahl aus Russland.
07.10.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Morten Ritter

Die deutsche U 21 möchte mit dem elften Sieg in Serie die EM-Qualifikation perfekt machen. Am Freitag erwartet die Elf rund um Trainer Stefan Kuntz die Fußball-Auswahl aus Russland.

Mit einem Rekord und im Eiltempo kann der neue U 21-Trainer Stefan Kuntz mit seinem Team die EM-Teilnahme perfekt machen. In das abschließende Heimspiel in der Gruppe 7 gegen Russland an diesem Freitag in Ingolstadt (18 Uhr/Eurosport) geht die deutsche Fußball-Auswahl mit einer makellosen Bilanz aus acht Spielen und einer Siegesserie von zehn Spielen am Stück seit der EM-Endrunde 2015. Ein Erfolg über die Russen bedeutet die direkte und vorzeitige Qualifikation für die Endrunde in Polen 2017.

„Das wollen wir mit aller Macht schaffen”, sagte Kuntz, der sich mit dem Team seit Montag in Bad Gögging auf den Doppelpack gegen Russland und Österreich am kommenden Dienstag vorbereitet. „Wir wollen unser Spiel durchdrücken und die Partie dominieren”, sagte der DFB-Coach am Donnerstag. Zudem wären elf Siege nacheinander ein Rekord. Ohnehin liegt die letzte Niederlage einer deutschen U 21-Mannschaft in der EM-Qualifikation sechs Jahre zurück, seitdem ist die Mannschaft in 32 Spielen unbesiegt.

Starke Truppe

Für den Endspurt auf dem Weg zur Endrunde vom 16. bis 30. Juni 2017 hat der DFB-Coach eine starke Truppe zusammen. Die zuletzt in der A-Mannschaft eingesetzten Leroy Sané, Niklas Süle und Jonathan Tah stehen wieder für die U 21 zur Verfügung. Auch die Olympia-Fahrer Matthias Ginter und Davie Selke sind zurückgekehrt. „Die Stimmung ist gut, es macht Spaß mit der Mannschaft zu arbeiten. Die Spieler kennen sich ja auch alle schon ein paar Jahre”, sagte Kuntz. Schalkes Mittelfeldspieler und U 21-Kapitän Leon Goretzka musste seine Teilnahme allerdings wegen muskulärer Probleme absagen.

Die Rückkehr einiger A-Nationalspieler und die gleichzeitige Abstellung einiger U 21-Spieler für die Auswahl von Joachim Löw sind das Ergebnis intensiver Absprachen zwischen den Trainern und DFB-Sportdirektor Hansi Flick. „Die Idee ist, dass es keine Trennung von A-Mannschaft und U 21 gibt, sondern ein Miteinander. Es empfindet auch keiner als Degradierung, wenn er wieder in der U 21 spielt”, sagte Kuntz. Mit Blick auf die Entwicklung der Spieler soll entschieden werden, wo ein Einsatz am meisten Sinn macht. „Deshalb wird es immer wieder auch Rotationen geben”, erklärte Flick.

Strategie am Beispiel Sané

Am Beispiel Sané, der zuletzt wegen einer Verletzung pausieren musste, erklärte Kuntz die Strategie. „Im Mittelpunkt steht der Spieler. Für Leroy ist es jetzt gut, zwei Spiele zu machen”, sagte der DFB-Coach. Auch der Jungprofi von Manchester City freut sich auf die Rückkehr ins Team, für das er in sechs Spielen bislang fünf Treffer erzielen konnte. „Die Spielpraxis tut mir gut. Das ist wichtig für mich”, sagte Sané.

Unter Kuntz gewann die DFB-Auswahl die vergangenen beiden Spiele gegen die Slowakei (3:0) und in Finnland (1:0). Gegen Russland soll die Erfolgsserie fortgesetzt werden. „Die Russen werden defensiv stehen und versuchen, uns das Leben schwer zu machen”, sagte Werder-Profi Serge Gnabry. Bei den Olympischen Spielen in Rio zählte der 21-Jährige zu den auffälligsten Akteuren des deutschen Teams und hatte großen Anteil am Gewinn der Silbermedaille. Auch bei Werder ist Gnabry ein echter Leistungsträger, traf in fünf Bundesliga-Spielen bereits zweimal, wie zuletzt beim 2:2-Unentschieden in Darmstadt. An diese starken Leistungen möchte der Torjäger im Trikot der U 21-Nationalmannschaft gegen Russland anknüpfen.

Allerdings ist die Mannschaft von Stefan Kuntz auch gewarnt. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage droht am letzten Spieltag in Österreich ein Finale um die direkte Qualifikation. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt, die vier besten Zweiten aus neun Gruppen spielen in den Play-offs noch zwei Startplätze für die erstmals mit zwölf Teams ausgetragene EM aus.

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